Geilenkirchen/Übach-Palenberg/Gangelt: Weihnachtliche Pakete und echte Freundschaften

Geilenkirchen/Übach-Palenberg/Gangelt: Weihnachtliche Pakete und echte Freundschaften

Für Peter Mosig aus Palenberg war die Übergabe der Weihnachtskisten vielleicht auch ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. Doch der seit heute 59-Jährige kam nicht nur, um sich sein prall gefülltes Paket abzuholen. Er kam auch, um Weggefährten, Bekannte und auch Freunde wiederzusehen.

Denn Peter, wie er hier von allen nur genannt wird, ist nicht nur Kunde der Übach-Palenberger Tafel. Peter war auch für dreieinhalb Jahre Mitarbeiter der Tafel. „Ich bin damals eher zufällig hier gelandet und habe bei der Ausgabe geholfen“, erzählt er, während hinter ihm der Ausgabetrubel in der ehemaligen Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums (CMC) losbricht. Gerne erinnert er sich an alles, auch an die Fahrten, die ihn in das ganze Wirkungsgebiet der Tafel in unserer Region gebracht haben.

Auf den Stühlen in der evangelischen Kirche in Gangelt hielt die örtliche Tafel die Weihnachtspakete für Empfänger bereit. Foto: Georg Schmitz

„Man kennt die Leute, man weiß um die Hilfsbereitschaft, und ich freue mich, wenn ich meine Freunde, die ich hier kennengelernt habe, wiedersehe“, sagt er. Was im Paket drin ist, ist nicht so wichtig, viel wichtiger ist es für Peter, dass die Pakete mit Liebe gepackt werden. Das besorgen an diesem Tag auch die Schüler des Berufskollegs Ernährung, Sozialwesen, Technik des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen.

In Abständen erschienen die Menschen, um von Kirsten Kurzweg (Mitte) die Geschenke entgegenzunehmen. Foto: Georg Schmitz

Den langen Namen benutzten Najma Santos, Sara Topcagic, Khanh Huynh und Maurice Räder aber nie. Sie sagen lieber, dass sie dort Abitur machen. Die Schwerpunkte sind Erziehungswissenschaften und der soziale Gedanke, der auch bei ihren Hilfsaktionen nicht zu kurz kommt.

„Wir haben letztes Jahr bei einer anderen Aktion mitgemacht, bei der Kinder weltweit unterstützt werden“, erzählt Khanh, „aber über andere sind wir darauf gekommen, dass es auch bei uns in der Region Kinder gibt, die Hilfe brauchen.“ Schnell war der Kontakt zu Roswitha Bischhaus-Trotnow und ihrem Team von der Tafel hergestellt, ebenso schnell beschlossen die künftigen Abiturienten, dass sie ihre Hilfsaktion groß aufziehen wollen.

„Wir haben zunächst Geld für einen Flyer gesammelt, mit dem wir auf unsere Aktion aufmerksam machen, dann haben wir genügend Spender für unsere Pakete gefunden“, schließt Khanh. 100 Päckchen extra nur für Kinder sind dabei herausgekommen, fein verpackt und genau beschriftet, damit das Paket auch zum Lebensalter der Kinder passt. „Eine wirklich tolle Aktion“, freute sich Roswitha Bischhaus-Trotnow. Viele Familien durften sich am Donnerstag auch in Gangelt und Geilenkirchen über eine frühzeitige Bescherung in Form von reichlich gefüllten Weihnachtspaketen freuen.

Die Tafeln waren auf den Ansturm bestens vorbereitet und hatten Dutzende freiwillige Helfer für den Ausgabetag aktiviert. Ab zehn Uhr konnten die Bedarfsgemeinschaften aus Gangelt und Selfkant ihre Pakete oder gestifteten Gutscheine in der evangelischen Kirche in Gangelt in Empfang nehmen. Teamleiter Uwe Kunau freute sich darüber, dass die Pakete gegenüber den Anfängen größer geworden sind und sich ihre Qualität verbessert hat.

Während sich die Kunden an Kaffee und Gebäck labten, suchten sich die ersten Frauen und Männer ihre weihnachtlichen Geschenke aus. Die positive Stimmung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Spendenbereitschaft für die Weihnachtspaketaktion rückläufig ist.

Dies war in Geilenkirchen genauso, denn hier wurden am Mittwoch 124 Pakete plus ein Nachzügler am Ausgabetag abgeliefert. Zum Vergleich: Im Jahre 2012 lagen noch 215 Pakete auf dem Gabentisch. Im Pfarrsaal von St. Johann in Hünshoven hielt sich der Andrang in Grenzen.

Das Team um Kirsten Kurzweg begrüßte die Empfänger, die einzeln oder zu zweit die Geschenke abholten. Hier wurden die Weihnachtspakete gerecht nach Größe der Familie zugeteilt. Auch Kirsten Kurzweg war aufgefallen, dass die Pakete in den vergangenen beiden Jahren von den Spendern besser bestückt wurden. Dankbar und voller Freude nahmen die Empfänger ihre weihnachtlichen Geschenke entgegen.

(mabie/g.s.)
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