Jubiläum: VfR Übach-Palenberg feiert 100 Jahre

Jubiläum : VfR Übach-Palenberg feiert 100 Jahre

Der Verein will sich weiterentwickeln und ist dabei auch für eine Fusion und die Gründung einer E-Sport Abteilung offen. Die einzelnen Abteilungen planen eigene Veranstaltung, zusätzlich soll es einen zentralen Festakt im November geben.

Mit seinen rund 1800 Vereinsmitgliedern in den sechs Abteilungen Schwimmen, Handball, Boxen, Tennis, Gymnastik und Fußball ist der VfR in Übach-Palenberg die sportliche Adresse schlechthin. In diesem Jahr feiert der Verein sein 100-jähriges Bestehen. „Wir arbeiten aktuell noch an der Chronik“, verrät Uwe Gerster, seit acht Jahren Gesamtvorstandsvorsitzender beim VfR Übach-Palenberg. Angefangen habe 1919 alles mit der Fusion der zwei Fußballvereine FC Rheinland und VfR Marienberg zum VfR Übach-Palenberg. 

„Wir waren erst ein reiner Fußballverein, die anderen Abteilungen kamen nach und nach hinzu“, blickt Uwe Gerster zurück. Anfang der 50er Jahren schlossen sich eine Handball-, eine Schwimm- und eine Box-Abteilung dem wachsenden Verein an. „Mit über 800 Mitgliedern sind die Schwimmer heute unsere größte Abteilung“, erzählt Uwe Gerster stolz. In den 70er Jahren seien die Tennisspieler hinzugekommen und schließlich noch eine kleine Damen-Gymnastik-Abteilung.

Zu Hochzeiten zählte der VfR über 2000 Mitglieder. „In der heutigen digitalen Zeit ist es gar nicht so einfach, die Jugend für Mannschaftssport zu begeistern“, weiß der ehemalige Handballspieler aus Erfahrung.

Im Januar richtete die Schwimmabteilung bereits einen Schwimmer-Fünfkampf anlässlich der 100-Jahr-Feier des VfR Übach-Palenberg aus. Mannschaft und Trainerstab waren zufrieden mit dem Event. Foto: VfR Übach-Palenberg - Schwimmen

Er hat selbst viele Jahre eine Jugendmannschaft in der Handballabteilung trainiert. „Die Kinder sind heute in der Schule auch viel mehr eingebunden und haben bis in den Nachmittag Unterricht.“ Die Jugendarbeit hat im Verein daher einen sehr hohen Stellenwert. „Schließlich wollen wir unsere Herrenmannschaften am liebsten mit eigenem Nachwuchs bestücken“, erklärt der Vorsitzende.

Um die Kinder möglichst früh für die verschiedenen Sportarten zu begeistern, sind die einzelnen Abteilungen in den Schulen aktiv. Aber es gibt auch andere Strategien: Die Tennisabteilung bietet beispielsweise Schnupperkurse an. „Besonders erfolgreich bei der Nachwuchswerbung sind die Schwimmer“, weiß Uwe Gerster. Schließlich würde Schwimmen in der Schule unterrichtet, und viele Kinder fänden durch das Seepferdchen-Schwimmen ihren Weg in den Verein. „Für die Schwimmer gibt es in Übach-Palenberg aber auch einfach sehr gute Trainingsbedingungen“, betont Gerster.

Uwe Gerster steht seit acht Jahren dem Gesamtvorstand des VfR Übach-Palenberg vor. Er legt viel Wert auf Nachwuchsarbeit. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Doch auch bei den Handballern hat sich die intensive Jugendarbeit ausgezahlt. Nachdem noch vor drei Jahren lediglich 25 Kinder und Jugendliche in der Abteilung angemeldet waren, sind es heute dank des Engagements von Jugendwart Roman Kapfenberger 76 Kinder zwischen sechs und 18 Jahren, die zum Training in die Halle in Palenberg kommen.

„Jede Abteilung freut sich aber über jedes neue Mitglied“, stellt Uwe Gerster klar. Aktuell schaffe es der VfR nämlich nicht, in jeder Abteilung in jeder Altersklasse eine eigene Mannschaft zu stellen. „Daher gibt es in einigen Altersklassen Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen aus der Gegend“, sagt er. Dies seien allerdings reine Zweckverbunde. „Jeder Verein kocht lieber sein eigenes Süppchen, dabei könnten wir zusammen viel effektiver arbeiten, und der Verein wäre insgesamt besser aufgestellt“, findet Uwe Gerster.

Er sei einer Fusion mit den umliegenden Vereinen gegenüber offen –mit dieser Einstellung stehe er aber alleine. „Jeder Verein will seine eigene Identität behalten. Auch der SV Scherpenseel besteht schließlich ebenfalls schon seit fast 100 Jahren“, nennt er Hinderungsgründe. „Mit den Jahren ist natürlich auch ein Konkurrenzdenken gewachsen und das lässt sich jetzt nur schwer überwinden.“

In den nächsten Jahren will der VfR daher weiter seine Jugendarbeit vorantreiben und sein Angebot ausbauen. „Auch der demografische Wandel spielt dabei eine Rolle“, erklärt Uwe Gerster. So habe die Schwimmabteilung beispielsweise eine Reha-Gruppe aufgebaut.

Mit dem Thema E-Sports will sich der Verein ebenfalls befassen. „Viele große namhafte Vereine haben bereits eine E-Sports Abteilung“, weiß Uwe Gerster und verweist auf den FC Bayern. „E-Sports nimmt immer mehr zu, und auch wir haben sicher viele potenzielle junge Mitglieder an die Konsole verloren.“ Noch gebe es bezüglich einer E-Sports Abteilung keine konkreten Pläne, allerdings sei der Verein Neuem gegenüber offen. „Aber es wird sicher keine weiteren 100 Jahre dauern, bis es eine solche Abteilung bei uns gibt“, scherzt Uwe Gerster.

Anlässlich des 100. Jubiläums plant jede Abteilung ein eigenes großes Event. „Zusätzlich wird es im November einen feierlichen Akt mit Persönlichkeiten aus Politik und Sport in der Lohnhalle im CMC geben“, erzählt Uwe Gerster.

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