Geilenkirchen: Vereinsförderung: Vorstand des Stadtsportverbandes übt heftige Kritik

Geilenkirchen : Vereinsförderung: Vorstand des Stadtsportverbandes übt heftige Kritik

Nachdem der Geilenkirchener Stadtrat in dieser Woche dem von der Verwaltung vorgelegten Konzept zur Förderung der Vereine zugestimmt hat, ist der Vorstand des Stadtsportverbandes mächtig sauer.

Der Stadtsportverband, so Vorsitzende Karin Hölscher und zweiter Vorsitzender Tom Klein, seien an der Erarbeitung des Konzeptes nicht beteiligt oder auch nur informiert worden. Dabei vertritt der Stadtsportverband die Interessen von mehr als 20 Sportvereinen mit über 6000 Mitgliedern in der Stadt.

Besonders verärgert ist die Spitze des Stadtsportverbandes darüber vor dem Hintergrund, dass der Sport- und Kulturausschuss bereits im Jahre 2013 beschlossen hat, bei der Neuaufstellung der Vereinsförderung den Stadtsportverband zu beteiligen. „Sollten in diesem Jahr im Rahmen eines genehmigten Haushalts Mittel für die Vereinsförderung bereit gestellt werden, wurde die Verwaltung beauftragt, mit dem Stadtsportverband die Modalitäten für die Verteilung der Mittel an die Vereine zu erarbeiten und dem Rat über den Ausschuss zur Beschlussfassung vorzulegen“, lautete der Beschluss.

„Dieser Beschluss wurde nie aufgehoben, aber das Thema Vereinsförderung wurde immer wieder geschoben. Zwar hat die Verwaltung zwischenzeitlich mit Ratsmitgliedern eine Arbeitsgruppe gebildet, die Interessenverbände sollten dann später gehört werden“, blickt Tom Klein zurück. Bis Mitte Oktober habe man dann nichts mehr gehört, dann habe plötzlich für die Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales, Sport und Kultur der Punkt Vereinsförderung auf der Tagesordnung gestanden. „Freitags kam die Einladung, montags hatten wir Fraktionssitzung, am Dienstag tagte der Fachausschuss und am Mittwoch der Haupt- und Finanzausschuss“, erklärt Tom Klein, der nur durch seine Funktion als SPD-Stadtverordneter von der anstehenden Diskussion erfahren hat.

„Ich habe überhaupt keine Einladung zum Ausschuss bekommen, obwohl der Stadtsportverband als beratendes Mitglied im Ausschuss immer eingeladen wird“, kritisiert Karin Hölscher. Ansonsten, so versichert sie, erhalte sie ihre Einladungen immer pünktlich. Nur diesmal nicht. „Vereine, ihre Repräsentanten und Interessenvertreter wurden überhaupt nicht gefragt. Und wir hatten in der Kürze der Zeit noch nicht einmal die Möglichkeit, einen gemeinsamen Standpunkt zu erarbeiten“, so Tom Klein. Weiter meint er: „Wenn das der Stil der Verwaltung und Politik ist, müssen wir uns fragen, ob man eine Interessenvertretung wie uns noch braucht. Wie soll eine weitere Zusammenarbeit stattfinden. Die Verwaltung hat uns einen Bärendienst erwiesen. Sie hat uns demontiert. Man hätte uns ins Boot holen müssen.“

(st)
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