Gangelt-Birgden: Unterm Schornstein ein kleines Fest für die Bürger

Gangelt-Birgden: Unterm Schornstein ein kleines Fest für die Bürger

Ehrenbürger Heinrich Aretz sieht in dem Schornstein des Gewerbegebiets Birgden das Wahrzeichen des Ortes. Und das kann man auch feiern.

Heinrich Aretz blickte in seiner Ansprache kurz auf die Geschichte des Gewerbehofs, erinnerte an die dort einst blühende Textilindustrie. Neben der strukturbestimmenden Landwirtschaft blühte bis ins 19. Jahrhundert die Hausweberei.

Diese wurde durch die beginnende industrielle Revolution verdrängt. 1894/95 baute die Seidenweberei H. E. Schniewind aus Elberfeld eine Fabrik, die bis 1967 in Birgden produzierte, mit bis zu 600 Personen der größte Arbeitgeber der Umgebung wurde und Stoffe herstellte, die bis nach Ghana exportiert wurden.

Im Jahr 1900 führten schlechte Einkommensverhältnisse zu einem achtwöchigen Weberstreik. Im gleichen Jahr wurde die Fabrik an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Als sich in den 1980er Jahren der Kamin etwas zur Seite neigte und ein Abriss bevorstand, setzte der damalige Bürgermeister Heinrich Aretz eine lebhafte Diskussion in Gang. Man einigte sich schließlich auf eine Kappung des Schornsteins von rund 56 Meter um 20 Meter; eine größere Restaurierung stand bevor.

Nunmehr wurde der Schornstein abermals saniert. Zu diesem Zweck hatte Heinrich Aretz zum „Schornsteinfest” geladen. Zur Unterhaltung spielten das Tambourcorps sowie der Musikverein. Als Gast wurde unter anderem Bürgermeister Bernhard Tholen begrüßt.

Der Ehrenbürger dankte allen, die mitgeholfen hatten, dieses Wahrzeichen Birgdens zu erhalten, wie auch den Unternehmen, die sich zur Mitfinanzierung des Festes bereit erklärt hatten.

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