Direkt gegenüber der Mülldeponie Hahnbusch: Umweltfrevler entsorgt Müll im Wald

Direkt gegenüber der Mülldeponie Hahnbusch : Umweltfrevler entsorgt Müll im Wald

Jagdaufseher Karl Göttges ist das Entsetzen in die Glieder gefahren, als er den Müllberg erblickte, den Unbekannte in ein Waldstück gegenüber der Mülldeponie Hahnbusch gekippt haben. Vom Staubsauger bis zum Aquarium ist dort so ziemlich alles zu finden, was in einem Haushalt anfällt.

Göttges schätzt den Müllberg auf eine Menge von drei bis vier Kubikmetern. Am Freitagabend vergangener Woche hatte er die illegale Müllkippe entdeckt. Er war zusammen mit seinem Jagdherren Heinz Ripphausen im Revier unterwegs gewesen. Beide konnten zunächst gar nicht fassen, was dort am Rande eines abgelegenen Feldweges geschehen war.

Es gibt mehrere Möglichkeiten den Ablageort von der Straße Am Hahnbusch, die Gillrath und Birgden verbindet und die Mülldeponie Hahnbusch passiert, zu erreichen. Alle Zufahrten führen über nicht ausgebaute Feld- und Waldwege zu dem von der Straße nicht einsehbaren Ablageort.

Zwei Impfpässe gefunden

Die Menge des Mülls wäre deutlich zu groß für einen Kombi. Drei Staubsauger, Autoreifen und -felgen, ein vollgemülltes  Aquarium, Möbelteile, ein Laufstall, eine Schultasche, Farbeimer und jede Menge CDs sind in den Wald geworfen worden. Neben Musikaufnahmen finden sich auch private Daten etwa von einer Kommunion auf einer CD. Auch zwei Impfpässe von Hunden mit Namen und Anschrift des Halters hat Karl Göttges gefunden.

Jagdaufseher Karl Göttges hat einen illegalen Müllberg in seinem Revier gefunden. Er will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Foto: defi

Die Impfpässe hatte Göttges drei Polizistinnen der Wache Geilenkirchen bereits am Samstagmorgen übergeben, als er sie zu dem Waldstück geführt hatte.

„Es muss doch jemanden in der Bevölkerung geben, der etwas bemerkt hat“, sagt Göttges. Irgendwo müsse der Müll ja aufgeladen worden sein.

Karl Göttges will den Fall unbedingt der Öffentlichkeit bekannt machen, „sonst haben wir hier bald überall den Müll liegen.“ An der Kapelle Maria am Wege, die neben der Deponie direkt an der Straße liegt, sei schon mal Kupfer gestohlen worden, erklärt Göttges. In einem benachbarten Waldstück seien vor rund zwei Monaten mal 40 Autoreifen abgelegt worden.

Doch der aktuelle Fall sei bislang einzigartig. Wenn er den Müllberg mitten im Wald sehe, kriege er eine Gänsehaut, so sehr rege ihn der Fall auf. „Ich bin Tag und Nacht im Wald“, sagt Karl Göttges, der das Revier seines Jagdherren mit Sorgfalt betreut und den Zustand, der jetzt eingetreten ist, nicht akzeptieren will. Die Polizistinnen hätten ihm gesagt, dass die Stadt Geilenkirchen, für die Abfuhr des Mülls sorgen müsse. Wer die Kosten schließlich trägt, weiß er nicht.

Nicht nur Reggae-CDs, sondern auch CDs mit privaten Daten wurden im Müll gefunden. Impfpässe könnten einen Hinweis auf den Verursacher bringen. Foto: defi

Das betroffene Waldstück liegt noch auf Geilenkirchener Gebiet an der Grenze zur Gemeinde Gangelt. Wie die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Heinsberg erklärt, sei der Fall inzwischen an das Ordnungsamt der Stadt Geilenkirchen weitergeleitet worden.

Straftat oder Ordnungswidrigkeit?

Der Beigeordnete der Stadt Geilenkirchen, Herbert Brunen, erklärt, Mitarbeiter des Ordnungamtes hätten sich die illegale Müllkippe vor Ort angeschaut. Es sei nun zu klären, ob der Verursacher eine Ordnungswidrigkeit oder sogar eine Straftat begangen habe. Dies hänge von der Müllmenge, der Örtlichkeit und davon ab, ob sich im Müll gefährliche Stoffe befinden. Das Ordnungsamt werde auf jeden Fall schauen, so Herbert Brunen, ob es im Müll Hinweise auf den Verursacher gebe. Eventuell könnten die gefundenen Impfpässe Hinweise auf den Verursacher  geben, wobei die Impfpässe aber nicht unbedingt demjenigen gehören müssten, der den Müll illegal entsorgt hat. Die Stadt werde den Müll nun entsorgen und zur Kostenabdeckung den hoffentlich zu ermittelnden Verursacher heranziehen.

Hinweise auf den Verursacher der illegalen Müllkippe nimmt das Ordnungsamt der Stadt Geilenkirchen entgegen, das über die Rufnummer 02451/6290 zu erreichen ist. Jagdaufseher Karl Göttges hat sich auch nach dreimal Schlafen noch nicht beruhigen können. Er will die Sache auf keinen Fall auf sich beruhen lassen.

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