Übacher Seniorenverein löst sich auf

Seniorenverein Übach : Vorstand tritt zurück: Verein löst sich nach 56 Jahren auf

Der Vorstand des Seniorenvereins Übach tritt geschlossen zurück. Nachfolger werden nicht gefunden. Deshalb löst er sich nach 56 Jahren auf. Altersgründe sind entscheidend für diesen Schritt. Alle für 2019 terminierten Veranstaltungen finden statt.

Zur „regulären“ und, direkt daran anschließend, zur „außerordentlichen“ Generalversammlung hatte der Vorstand des Seniorenvereins Übach seine Mitglieder ins Café Plum nach Übach eingeladen. 34 von 93 waren dem Aufruf gefolgt. „So viele kommen selten“, freute sich Regina Buckenhofer, erste Vorsitzende des Vereins, und hieß die Gäste willkommen.

Schriftführer Heinz-Dieter Massing ließ nun das vergangene Jahr Revue passieren und hob zudem hervor, dass die meisten der 93 Mitglieder zwischen 71 und 90 Jahre alt seien. Er betonte, dass die Besuche bei Kranken, Geburtstagen und Ehejubiläen sowie die Kaffeenachmittage, Halbtagesfahrten nach Kevelaer, Vogelsang, ins Dreiländereck Vaals, zu den Schlossgärten im holländischen Arcen, die Weihnachtsfeier sowie ein Besuch des Aachener Weihnachtsmarkts bei den Teilnehmern ein sehr positives Echo gefunden hätten. Besonders dankte er den ehrenamtlichen Helfern für ihren Einsatz.

Kassiererin Annemie Thelen ergriff nun das Wort und verkündete einen positiven Kassenbestand, bat jedoch, die Fahrten, zu denen man sich anmelde, auch anzutreten, da der Verein die Differenz sonst aus der Kasse zahlen müsse.

Einstimmig wurde der Vorstand entlastet, ehe Regina Buckenhofer einen Ausblick auf 2019 gab und anmerkte: „Da wir oft die Busse nicht voll bekommen, weil das Reisen für viele aufgrund des hohen Alters zu anstrengend ist, haben wir die Ausflüge dieses Jahr etwas eingeschränkt.“ Neben zwei Kaffeenachmittagen, einem Grillfest, der Weihnachtsfeier mit Ehrung langjähriger Mitglieder und einer Mitgliederversammlung führen Halbtagesfahrten nach Xanten, Rurberg/Einruhr und Brüggen und eine Bustour zum Weihnachtsmarkt ins Centro Oberhausen, ließ sie wissen.

Somit war die „reguläre“ Generalversammlung beendet und die „außerordentliche“ begann, deren einziger Tagespunkt das unschöne Thema „Auflösung des Seniorenvereins Übach“ war. „Wie soll es jetzt weitergehen mit unserem 56 Jahre alten Verein?“, fragte die Vorsitzende, „wir müssten mindestens 30 Neuzugänge haben, die auch bei den Fahrten mitmachen, und zehn Personen für einen neuen Vorstand!“

Der jetzige Vorstand mit Anni Bärwald, Heinz-Dieter Massing, Annemie Thelen, Ilse Riedel, Sybille Beckers, Maria Vondenhoff, Matthias Heiligers und Trudi Castillo könne aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht mehr seine Positionen bekleiden, erklärte Buckenhofer, daher trete er geschlossen zurück. Allen täte es sehr leid. Sie selbst würde zwar gerne weitermachen, meinte sie, doch alleine sei dies ja zwecklos.

Trotz tiefen Bedauerns über das drohende Ende sah sich aus Altersgründen niemand in der Lage, eins der anstrengenden Vorstandsämter zu übernehmen. „Seid ihr mit der Auflösung also einverstanden?“, ließ die Vorsitzende abstimmen. Sechs Mitglieder waren dagegen, die übrigen dafür.

Mit der Auflösung, erklärte Buckenhofer, könne man kostenpflichtig einen Notar betrauen oder als sogenannte „Liquidatoren“ auch die Vorstandsmitglieder einsetzen. Der zweite Vorschlag wurde einstimmig angenommen. „Der Vorstand wird also den Verein bis spätestens März 2020 auflösen“, kündigte die Vorsitzende an, „doch alle in 2019 terminierten Fahrten und Veranstaltungen finden statt – teils mit Überraschungen!“ Das Geld, das bei der Auflösung dann noch übrig sei, gehe an gemeinnützige Vereine.

Die Anwesenden waren sichtlich betrübt über das „Aus“ für den Traditionsverein, und Ingrid Jungherz aus Palenberg sowie ihre Namenskollegin Ingrid Mensing aus Übach (beide 81 Jahre) fassten ihr Bedauern in Worte und meinten: „Das Ende des Vereins tut uns sehr leid. Es war immer abwechslungsreich und schön, sich jeden Monat zu treffen oder wegzufahren!“

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