Groooveman : Sehnsucht, Trottellumne und Narzissen pflücken

Die Zwei-Mann-Coverband „Groooveman“ spielt Songs von Funny van Dannen im Schloss Zweibrüggen. Ihrer treuen Fangemeinde können sie sich dabei sicher sein.

„Also nennt mich einfach Groooveman, Groooveman mit drei O“, sang so recht schön einst Funny van Dannen. Denn wenn der Groove stimme, sei alles andere egal, heißt es im Groooveman-Song aus dem gleichnamigen Album von 2002. Den Groove eines Funny van Dannen muss man wahrscheinlich mit der Muttermilch eingesogen haben, oder man muss zumindest die Schule drei Monate vor dem Abi geschmissen haben, sonst kriegt man diesen Groove, diese wunderbar banale Tristesse, einfach nicht hin. Aber auch die Zwei-Mann-Coverband „Groooveman“, die zu Ehren des legendären Selfkänter Barden dessen Songs spielt, bereitete den Konzertbesuchern im Schloss Zweibrüggen einen vergnüglichen Abend.

Der Lebensweg von Funny van Dannen, der in unserer Region heranwuchs und heute in Berlin sein Leben lebt, kreuzte sich zu Schülerzeiten auf dem Heinsberger Gymnasium mit dem von Heinz Quix. Quix kommt wie Funny aus dem Selfkant und wohnt seit 26 Jahren in Zweibrüggen. Er arbeitet als Sonderpädagoge in einer Grundschule. Musikalisch hat er sich mit Jakob Schönleber aus Geilenkirchen zusammengetan zur Band „Groooveman“.

Während Heinz Quix den „Funny spielt“, also den Part Gesang und Gitarre übernimmt, trommelt Jakob Schönleber auf dem Cajon, wenn er nicht gerade als Greenkeeper Brötchen verdient. Heinz Quix lernte Funny auf einer gemeinsamen Berlinfahrt 1978 kennen. Quix erinnert sich noch an Funnys damalige Freundin Gwendolyn Kucharsky, der Funny van Dannen auf seinem Album „Basics“ ein musikalisches Denkmal gesetzt hat.

„…und ich schnitze in die Schulbank Deine Initialen, das war die Liebe in Nordrhein Westfalen, das war die Liebe in Nordrhein-Westfalen.“ Es gibt wohl kaum einen Singer-Songwriter der solche schönen, banalen Texte mit Musik vertont, wie van Dannen. Kein Wunder also, dass „Groooveman“ ihrer Liebe zum Gesamtkunstwerk Funny van Dannens als Coverband Ausdruck verleihen. Die Fangemeinde ist ihnen treu geblieben.

Das Konzert der „Groooveman“ im Schloss Zweibrüggen war bereits das dritte, das die Stadt Übach-Palenberg im Rahmen ihres Kulturprogramms anbot. Gespielt wurde natürlich „Gwendolyn Kucharsky“. Die Zuhörer erlebten das bewegende Lied Trottellumme“, das von den Unwägbarkeiten der Wiedergeburt erzählt. Das Lied „Sehnsucht“ in D-Moll stammte von der neuen CD van Dannens.

Auch in den Genuss einiger unveröffentlichter Songs wie „Fuck you“ und „Narzissen pflücken“ kamen die Konzertbesucher.

Martina Waliczek, Kulturbeauftragter der Stadt Übach-Palenberg, freute sich über den großen Besucherzuspruch, den dieses Konzert erfuhr. Neben den bekannten Konzerterlebnissen etwa im Bereich der Blasmusik, wolle man auch einer anderen Besuchergruppe etwas bieten. Für das kommende Jahr möchte sie „Groooveman“ gerne wieder einladen. Vielleicht könne dann bei einem Open-Air-Konzert im Sommer auch einmal gegrillt werden.