Umbau Rathausplatz in Übach-Palenberg steht in den Startlöchern

Straßenführung wird verändert : Umbau Rathausplatz steht in den Startlöchern

Am kommenden Wochenende wird auf dem Rathausplatz in Übach-Palenberg noch einmal mit vielen Besuchern das Winzerfest gefeiert. Doch bereits am 1. Juli rücken dann die Bagger und Bauarbeiter an und der Startschuss für die Neugestaltung des Platzes fällt.

4,5 Millionen Euro wird Übach-Palenberg in das Prestigeprojekt investieren, eine Million Euro bekommt die Stadt dabei aus Mitteln des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes und rund 100.000 Euro wird der Kreis voraussichtlich zur Sanierung der Kreisstraße hinzugeben.

Eigentlich sollte der Umbau bereits Anfang des Jahres starten. „Aber wir wollten Rücksicht auf die Vereine und die bereits auf dem Platz geplanten Veranstaltungen nehmen“, erklärt Bauamtsleiter Peter Steingass.

Die ersten Überlegungen für eine Verlegung und einen Neubau der Straße reichen bereits bis ins Jahr 2010 zurück. Schon damals war die Straße in keinem guten Zustand: Lose Pflastersteine, Bodenwellen und Teerflicken begrüßten die Besucher des Rathauses. „Wir müssen die Straße jedes Jahr sanieren“, weiß der Bauamtsleiter. Die Kosten hätten sich mit der Zeit aufsummiert. „Aus wirtschaftlicher Sicht macht es Sinn, die Straße nun einmal komplett neu zu machen“, erklärt Steingass. „Und wenn wir einmal schon dabei sind, soll der Platz gleich komplett umgestaltet werden.“

Die Vision der Planer: Der neue Platz soll mit einem Fontänenring zum Aushängeschild der Stadt werden. Die Pflasterung wird in grau gehalten, das Bild wird einheitlich. Foto: Stadtverwaltung Übach-Palenberg

Dieses Mal soll die Straße asphaltiert werden. „Pflastersteine sehen zwar gemütlicher aus, aber die Rollgeräusche sind deutlich höher“, weiß der erfahrene Planer. Auch die Straßenführung wird geändert. „Bisher haben wir durch die zwei 90-Grad-Ecken erhebliche Probleme, wenn sich einmal zwei Busse entgegenkommen“, weiß Steingass. Zukünftig soll der Verkehr nun nicht mehr über den Platz, sondern in einer geschwungenen Linie am westlichen Ende vorbeigeleitet werden.

Der Verkehr soll also vom Platz verschwinden, dadurch verspricht sich die Stadt eine erhöhte Aufenthaltsqualität. Im Zuge dessen fallen allerdings auch rund 40 Kurzzeit-Parkplätze weg. „Aber die öffentlichen Parkplätze am Boardinghouse sind bald fertig und wir verfolgen derzeit ein Parkraumkonzept für weitere 40 zentrumsnahe Parkplätze“, beschwichtigt Steingass direkt eventuelle Bedenken von Parkplatzsuchenden.

Die Neugestaltung des Platzes soll planmäßig bis Mitte 2020 abgeschlossen werden. „Er soll multifunktional genutzt werden“, erklärt Steingass. „Und wir wollen auch wieder Wasser erleben.“ Herzstück wird daher ein Fontänenring  mit zehn Wasserfontänen sein. „Wenn Veranstaltungen sind, kann in dem Ring das Zelt aufgebaut werden. Ansonsten hoffen wir, dass sich hier Gastronomie ansiedelt“, erzählt der Bauamtsleiter. Eine Sperrung der Straße zu Veranstaltungen sei dann auch nicht mehr nötig.

Die gesamte Verwaltung hat an den Plänen mitgearbeitet. Pressesprecher Thomas de Jong, Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und Bauamtsleiter Peter Steingass sind zufrieden mit dem Ergebnis. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Rund um den Fontänenring sollen Sitzgruppen zum Verweilen arrangiert werden. „Der Wochenmarkt soll ebenfalls um den Ring aufgebaut werden. Wir wollen den Markt neu beleben und neue Anreize für die Ansiedlung von Gastronomie schaffen“, so Steingass.

Direkt zu Baubeginn wird der alte Brunnen im Südteil des jetzigen Platzes verschwinden. Er ist laut Stadtverwaltung marode und wirtschaftlich nicht mehr zu betreiben, Das obenauf sitzende Kunstwerk „Op et Mölke“ der Bildhauerin Krista Löneke-Kemmerling soll aber vorher abmontiert und anschließend aufbereitet werden. Es findet nach dem Umbau einen neuen Platz neben dem Fontänenring.  „Aktuell prüfen wir noch den Vorschlag der Stadtverordneten, einen Trinkbrunnen auf dem Platz zu bauen“, verrät Steingass.

Für die Multifunktionalität des Platzes musste die Natur auf dem Platz zurückstecken. „Es wird keine grüne Freifläche geben“, so Steingass. Allerdings sollen einige Grünstreifen und kleine Hecken eingearbeitet werden. Bei der Wahl der Leuchten hat Übach-Palenberg in die Zukunft gedacht. 28 Leuchten mit einem Farbring werden auf und um den Platz verbaut. „Sieben der Leuchten verfügen außerdem über die Vorbereitung, einmal als E-Ladestation genutzt zu werden“, verrät Steingass. Die Leuchten können zentral im Rathaus gesteuert werden. Es gibt bereits verschiedene Ideen zur Nutzung: „Sie könnten beispielsweise das Stadtwappen oder Sehenswürdigkeiten zeigen.“

Die Stadtverwaltung will bei dem Umbau möglichst viel Rücksicht auf die Anlieger, Geschäfte und Gastronomen nehmen. „Der notwendige Bauzaun wird mit Fotos des neuen Platzes verziert“, sagt Steingass und betont: „Die notwendigen Zufahrten für Rettungsfahrzeuge sind zu jeder Zeit gegeben.“ „Es wird nicht ohne Lärm und Dreck gehen, aber am Ende haben wir alle ein tolles modernes Aushängeschild für die Stadt Übach-Palenberg“, ergänzt Pressesprecher Thomas de Jong.

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