Übach-Palenberg: Ausstellung "Air trifft Brush" im Schloss Zweibrücken

Air trifft Brush : Neue Ausstellung und große, künstlerische Pläne für die Zukunft

Mit Glückwünschen und Danksagungen startete das Künstler Forum Schloss Zweibrüggen in einen neuen Abschnitt der über 20-jährigen Vereinsgeschichte.

Der neue Vorsitzende Dr. Josef Gülpers eröffnete mit „Air trifft Brush“ seine erste Ausstellung und dankte dem bisherigen Vorstand mit dem Vorsitzenden Professor Dieter Crumbiegel und dem Geschäftsführer Günther Thiel für ihre Arbeit. Beide hätten, so der neue erste Mann im Künstler Forum, das Niveau erheblich angehoben.

Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch gratulierte dem neuen Vorstand herzlich: „Ihre Pläne, die Sie mir vor ein paar Tagen in einem gemeinsamen Gespräch vorgestellt haben, lassen erahnen, dass wir uns alle auf große Kunstmomente freuen dürfen.“ Mehr wollte er aber noch nicht verraten.

„Große Kunstmomente“ klingt ein wenig so, als wäre der Gedanke, aus dem Schloss Zweibrüggen ein „Mekka der Kunst“ zu machen, wie es Crumbiegel einmal formuliert hatte, noch nicht ad acta gelegt. Man wird sehen, was unter neuer Führung demnächst präsentiert werden wird.

Die aktuelle Ausstellung „Air trifft Brush“ zeigt Werke von zwei Künstlern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wie die Aachener Kunsthistorikerin Alexandra Simon-Tönges befand. Sie hielt für das Vernissagepublikum die Einführungsrede.

Andreas Josef Klose aus Alsdorf steht für das „Air“ im Ausstellungstitel. Er hat sich auf die Airbrush-Technik spezialisiert. Auf die Arbeitsweise der Übach-Palenberger-Künstlerin Kiki Bragard weist der Begriff „Brush“ hin. Sie malt ihre Bilder mit dem Pinsel, zeichnet aber auch viel mit Stiften.

Simon-Tönges verwies darauf, dass Andreas Klose bereits seit seiner Kindheit male und zeichne und seitdem die unterschiedlichsten Techniken ausprobiert habe. 2010 habe er dann die Airbrush-Technik für sich entdeckt. In der aktuellen Ausstellung zeige Klose ausschließlich Airbrush-Bilder, die entweder frei aus der Hand oder schabloniert gesprüht worden seien.

„Wenn Andreas Klose ein neues Gemälde beginnt, stehen am Anfang immer die Augen“, stellte Simon-Tönges fest. Aus diesen Augen entstünden dann phantasievolle Wesen, halb Mensch, halb Tier, „gebildet aus surrealen Formen, die fern jeder Wirklichkeit sind. Köpfe und Hände zerfließen, werden zu amorphen und überlängten Gebilden.“ Der Inhalt jedes Bildes entstehe während des Malprozesses und entwickle sich aus dem heraus, was den Künstler gerade bewege, was ihn beschäftige. Das könnten tagespolitische oder gesellschaftliche Themen sein oder ganz persönliche Erlebnisse.

Simon-Tönges: „Während Andreas Klose mit seiner Malerei in unwirkliche Traumwelten abtaucht, zeigt Kiki Bragard das pralle Leben im Hier und Jetzt.“ Landschaften und Stadtansichten, Blumen, Selbstporträts und abstrakte Gemälde präsentiert die Übach-Palenberger Künstlerin im Schloss Zweibrüggen. „Typisch für ihre Malerei sind das Spiel mit starken Farbkombinationen sowie die präzise und zugleich ausdrucksvolle Wiedergabe der Motive“, erläuterte die Kunsthistorikerin. Die Stadtansichten Kiki Bragards seien geprägt von der sorgfältigen Beobachtungsgabe der Künstlerin und der realistischen, fast illustrativen Abbildung des Raumes, die einhergehe mit emotional gesteigerten, teils unrealistischen Farbspielen.

So, wie beispielsweise die Windräder, die Kiki Bragard in ihren „Energielandschaften“ zeige, sei alles, was sie ins Bild rücke, im wirklichen Leben zu verorten „und wird mit unbändiger künstlerischer Energie und überbordender Farbkraft zum Ausdruck gebracht. Und ein bisschen spiegelt sich hier auch das ereignisreiche Leben der Künstlerin wider.“

Die Initialzündung für die Hinwendung zur Kunst, so Alexandra Simon-Tönges, sei für Kiki Bragard die Begegnung mit Jiří Dokoupil in der Manhattaner U-Bahn gewesen.

Das Bild zu diesem folgenschweren Treffen findet man ebenfalls in der Ausstellung „Air trifft Brush“ im Schloss Zweibrüggen.

Es kann neben den anderen Werken bis zum 13. Oktober sonn- und feiertags von 11 bis 18, mittwochs von 16 bis 20 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 0172 2508076 besichtigt werden. Am 10. November folgt die Jahresausstellung des Künstler Forums, bei der die Künstler des Vereins ihre Werke zeigen werden.

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