Vier Millionen investiert: TC-Kleben hat seinen Neubau bezogen

Vier Millionen investiert : TC-Kleben hat seinen Neubau bezogen

Die Freude über den Neubau von TC-Kleben direkt neben den alten Räumlichkeiten im Hauptgebäude der 1962 stillgelegten Zeche Carolus Magnus in Übach-Palenberg steht Geschäftsführer Julian Band ins Gesicht geschrieben.

Stolz und mit einem breiten Lächeln führt er nur allzu gerne durch die offen und hell gestalteten 2.000 Quadratmeter. „Wir haben hier fast die dreifache Fläche zur Verfügung“, erzählt Julian Band. Statt zwei gebe es nun drei Schulungsräume. „Kürzlich haben wir die Feuerprobe bestanden und drei Schulungen parallel durchgeführt“, berichtet der Geschäftsführer.

Außerdem gibt es am neuen Standort mehr Technikräume: „Hier findet der praktische Teil der Ausbildung statt, und unsere Teilnehmer üben mit verschiedenen Klebern auf unterschiedlichen Flächen. Wir können auch den Alterungsprozess simulieren.“ Dafür muss das Unternehmen nun auch nicht mehr seine internen Aufträge beiseite räumen. „Für unsere beauftragten Untersuchungen haben wir jetzt einen eigenen Technikraum“, so Band.

Das „Technologie Centrum Kleben“, kurz TC-Kleben, ist ein unabhängiges Institut zur anwendungsorientierten Entwicklung und Weiterbildung in der Klebtechnik. Als Bildungsstätte des DVS (Deutscher Verband für Schweißtechnik und verwandte Verfahren) ist es zugelassen, nach deutschen und europäischen Richtlinien die anerkannten Weiterbildungen zum Klebfachingenieur, zur Klebfachkraft und zum Klebpraktiker durchzuführen.

Im Atrium mit der Galerie samt großem Oberlicht werden die Kunden empfangen. Geschäftsführer Julian Band ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Foto: Michèle-Cathrin Zeidler

Dafür sind die Teilnehmer zwischen einer und acht Wochen vor Ort. Am Vormittag wird das theoretische Wissen vermittelt, und am Nachmittag geht es in die Praxis. Am Ende steht eine Prüfung. „Dafür gibt es in Deutschland nur zwei Unternehmen“, berichtet Band. Der Konkurrent von TC-Kleben sitzt in Bremen. Neben diesen anerkannten Weiterbildungen wird ein umfangreiches Spektrum an speziellen klebtechnischen Lehrgängen, Schulungen und Seminaren zu speziellen Anwendungen oder Branchen angeboten.

Rund vier Millionen Euro hat TC-Kleben in den Neubau investiert. „Eigentlich hatten wir mit drei Millionen kalkuliert, aber es wurde dann doch teurer“, so der Geschäftsführer. Auch die Bauzeit verzögerte sich um ein halbes Jahr. „Im September 2016 haben wir den ersten Spatenstich gefeiert und seit Ostern sind wir komplett in den neuen Räumen“, erzählt der studierte Chemie-Ingenieur. Bei den Kunden kämen die neuen Räume sehr gut an. „Auch das gesamte Team fühlt sich wohl“, berichtet Julian Band. Eine offizielle Eröffnungsfeier für geladene Gäste ist für Montag, 17. Juni, um 18 Uhr geplant.

Drei helle und große Seminarräume für je 14 Teilnehmer hat der Neubau. Die Feuerprobe mit drei Schulungen parallel ist kürzlich bereits geglückt. Foto: Michèle-Cathrin Zeidler

Dabei war nicht von Anfang an klar, dass der Neubau auch in Übach-Palenberg stehen würde. „2012 haben wir aufgrund der positiven Zahlen zum ersten Mal gewagt, über eine Erweiterung nachzudenken“, erinnert sich der Geschäftsführer. Damals sei auch Aachen im Gespräch gewesen. „In Übach-Palenberg haben wir aber viele gute und flexible Partner vor Ort“, so Band. Auch sei die Unterstützung seitens der Stadt sehr gut.

„Außerdem haben unsere Kunden schon immer das Ambiente in dem alten Zechengebäude geschätzt“, weiß Julian Band. „Dadurch war die Weiterbildung etwas Besonderes.“ Daran wollte das Unternehmen anknüpfen und entschied sich für einen Neubau in Anlehnung an die Lohnhalle: „Daher werden unsere Kunden nun auch von einem hellen Atrium mit Galerie und Oberlicht empfangen.“

Die Technikräume sind auf dem neusten Stand. Julian Band freut sich besonders über die Abzughauben direkt in und nicht mehr über den Tischen. Foto: Michèle-Cathrin Zeidler

Aktuell beschäftigt das Unternehmen 17 Mitarbeiter, gestartet ist es 1996 mit nur drei. „Wir werden weiter wachsen. Pro Jahr wollen wir einen weiteren Mitarbeiter einstellen“, prognostiziert Julian Band. Er will lieber langsam und gleichmäßig sein Personal erhöhen: „Vom Flugzeug über das Auto bis hin zur Bahn – heute wird immer mehr geklebt und es ist auch mehr im Bewusstsein angekommen, dass man diese Technik ernst nehmen muss und nicht mal eben was zusammenklatschen kann.“ Wenn Betriebe sicherheitsrelevante Teile kleben möchten, brauchen ihre Mitarbeiter – vergleichbar mit einem Schweißerschein – eine anerkannte Fortbildung. Schließlich muss die benötigte Klebefläche und -menge berechnet werden, die benötigt wird, damit die Klebung auch wirklich hält. Zwischen 500 und 600 Kunden lassen sich jährlich aus dem gesamten Bundesgebiet in Übach-Palenberg bei TC-Kleben weiterbilden.

Direkt nach der Gründung war nicht abzusehen, dass TC-Kleben einmal eine solche Erfolgsgeschichte werden würden. „Die ersten zehn Jahre waren hart, aber dann lief es an, mittlerweile haben wir uns im Markt etabliert und sind bekannt in der Klebetechnik“, so Band, der seit 2002 als Geschäftsführer im Boot ist.

Bereits seit 2005 gibt das Unternehmen auch Fortbildungen und Lehrgänge im europäischen Ausland. „In den neuen Räumen haben wir noch Platz und Möglichkeiten zu expandieren“, verrät Julian Band. „Wir würden in einigen Jahren gerne weltweit arbeiten.“ Besonders der amerikanische Markt mit seiner großen Technologie- und Autobranche sei dabei interessant.

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