Rat in Übach-Palenberg: Mehrheit für Baugebiet Marienhöhe

Rat in Übach-Palenberg : Mehrheit für Baugebiet Marienhöhe

Mit zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen hat der Rat der Stadt Übach-Palenberg am Donnerstag mehrheitlich die Bebauung der Marienhöhe in Marienberg beschlossen.

„Endlich werden neue Grundstücke geschaffen. Dort kann man sehr gut bauen, und auch die Bezirksregierung in Köln hat uns bestätigt, dass wir einen großen Bedarf an neuen Grundstücken in Übach-Palenberg haben“, so Gerhard Gudduschat (CDU). Bedenken von Einwohnern aufgrund der räumlichen Nähe zum Landschaftsschutzgebiet kommentiert er mit: „Es ist immer so: Wer schon da wohnt, will keine neuen Grundstücke mehr.“

Heinz Waliczek, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung der Stadt Übach-Palenberg, widersprach zudem dem Eindruck, dass mit dem geplanten Baugebiet in die Natur eingegriffen werde und zitierte aus dem damaligem Artenschutzgutachten: „Eine Bebauung der Hochfläche östlich der Kiesgrube bis zum verlängerten Waubacher Weg erscheint am wenigsten problematisch. Hier wäre ein Revier der Feldlerche betroffen. Seit ihrem zuletzt sehr starken Rückgang ist es inzwischen auch für diese Art notwendig, entsprechende Kompensationsmaßnahmen durchzuführen. Diese können aber ohne räumlichen Zusammenhang mit dem Plangebiet erfolgen. Ähnliches gilt für den Feldsperling und ggf. für das Rebhuhn.“

Gestaltungsvorschriften geplant

„Die neuen Grundstücke am Rande der aktuellen Bebauung begrüßen wir“ so Alf-Ingo Pickartz (SDP). Allerdings wollte er seine Zustimmung trotzdem zunächst von einer verpflichtenden Gestaltungssatzung, die sich an der ökologischen Notwendigkeit orientieren soll, abhängig machen. Nach der Zusage von Oliver Walther (CDU), einen gemeinsamen Antrag zur Gestaltungssatzung zu erarbeiten und diesen dann auch zu kontrollieren, stimmte die SDP dann aber auch ohne entsprechende Ergänzung im Beschluss zu.

Bereits in den Ausschüssen in der vergangenen Woche hatten die Grünen erklärt, diesem Beschluss nicht folgen zu können. „Wir befürchten, dass der ursprüngliche Entwurf nun doch scheibenweise umgesetzt wird“, so Grünen-Chef Frank Kozian.

Einstimmig beschloss der Rat hingegen die Grünraumvernetzung zwischen Marienberg und Scherpenseel.  Um Grünflächen zu schützen, soll eine nachhaltige Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen erfolgen. Für die SPD sei es sehr erfreulich, dass ihr ursprünglicher Antrag zur ökologischen Stadtentwicklung damit nun angepackt werde. Alf-Ingo Pickartz regt zudem an, die Landschaft so zu gestalten, dass sie für die nächsten 30 Jahre unumstößlich geschützt ist. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch war es noch ein Anliegen zu betonen: „Wir machen das für unsere Stadt, nicht für irgendeine Partei.“

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