Renitente Kunden : Mehr „Vorfälle“ im Schwimmbad, seit Badeshorts erlaubt sind

Renitente Kunden : Mehr „Vorfälle“ im Schwimmbad, seit Badeshorts erlaubt sind

Das Personal im Ü-Bach in Übach-Palenberg sieht einen Zusammenhang zwischen der Lockerung der Badeverordnung und dem problematischen Verhalten einiger Gäste.

Endlich ist der Sommer da. Die Sonne scheint vom Himmel und die hohen Temperaturen laden zum Ausflug ins Freibad ein. Auch das Ü-Bad in Übach-Palenberg hat aktuell Hochsaison. Während im vergangenen Sommer den männlichen Besuchern noch das Tragen von engen Badehosen vorgeschrieben wurde, sind in dieser Freibad-Saison testweise auch die lockeren Badeshorts erlaubt.

Dieses Aussetzen der bisherigen Badeordnung geht auf einen Antrag der Jugendlichen des Demokratiekurses am Carolus-Magnus-Gymnasium in Übach-Palenberg zurück. Nach langer Diskussion hatte die Politik einer Testphase für Badeshorts zugestimmt. Im Herbst soll dann eine Auswertung erfolgen und die Badeverordnung je nach Ergebnis angepasst oder wieder in Kraft gesetzt werden.

„Zwei Drittel der männlichen Badegäste tragen nun die lockeren Badeshorts“, führt  Bauamtsleiter Peter Steingass aus. Er ist im Rathaus Übach-Palenberg für das Ü-Bad zuständig. Auch beim ÜP-Familientag habe er jüngst viele Badeshorts-Träger gesehen. „Es sind mehr Jugendliche im Ü-Bad“, gibt Steingass der Einschätzung der Antragssteller Recht. „Aber nicht nur Jugendliche tragen nun Badeshorts.“ Auch junge Familienväter würden vermehrt zu diesem Modell greifen, erst im Seniorenbereich würden wieder die engen Badehosen bevorzugt.

„Der Stadtverwaltung sind die einen Gäste so lieb, wie die anderen – solange sich alle an die Badeverordnung halten“, betont Steingass. Schließlich solle sich jeder im Schwimmbad wohlfühlen und die Sicherheit der Badegäste müsse gewährleistet sein.

„Es scheint allerdings einen Zusammenhang zwischen der Lockerung der Badeverordnung und dem Verhalten der Gäste zu geben“, so Steingass vorsichtig. Seit der Testphase hätten die „Vorfälle“ zugenommen. Zwar sei es bisher nicht zu Handgreiflichkeiten oder Schlägereien zwischen den Gästen oder mit dem Badepersonal gekommen, allerdings würde den Anweisungen des Badepersonals öfters nicht Folge geleistet.

Oftmals werde das Duschen vor dem Sprung ins kühle Nass weggelassen oder es gebe Diskussionen an den Rutschen: „Fast alle Badeshorts-Träger haben außerdem noch ihre Unterhose an, auch das ist nicht erlaubt.“ Von den Befürchtungen des Badepersonals, mit dem Erlauben der Badeshorts einen Sicherheitsdienst zu benötigen, sei man allerdings noch weit entfernt. „Allerdings haben sich auch schon vereinzelt Gäste über die Veränderung des Publikums beschwert“, erzählt Steingass.

Bereits während der Diskussion um den Antrag des Demokratiekurses hatte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch bei den Jugendlichen um Unterstützung des Badepersonals gegen ein kleines Entgeld gebeten. „Wir sind mit dem Personal  nicht so üppig aufgestellt und die Sicherheit der Gäste hat immer Vorrang“, so Steingass.

Durch die Änderung müsse das Personal nun mehr leisten: „Daher wäre es hilfreich, wenn die Jugendlichen zum Beispiel bei den Rutschen Aufsicht führen könnten.“ Natürlich könne dies keine Dauerlösung darstellen. Je nach dem Ergebnis der Testphase müsse eventuell auch über  die personelle Stärke des Badepersonals nachgedacht werden.

Die Testphase wird im Ü-Bad vom Gesundheitsamt begleitet. „Um im Herbst belastbare Aussagen zur Entwicklung der Wasserqualität tätigen zu können, haben wir die Probenentnahme noch verstärkt“, erklärt Steingass. Bisher liegt der Verwaltung allerdings noch kein Ergebnis vor. Nach subjektivem Empfinden würde es aktuell aber mehr nach Chlor riechen, was auf eine verstärkte Verschmutzung schließen lässt: „Allerdings muss man dabei bedenken, dass die Belastung im Wasser auch davon abhängig ist, wie viele Gäste das Ü-Bad besuchen.“