Kritik am Handlauf in Übach-Palenberg gerechtfertigt?

Anwohnerin zufrieden : Kritik am Handlauf gerechtfertigt?

Durch eine Verletzung musste Karl-Alexander Iskam Ende vergangenen Jahres regelmäßig eine Physiotherapie-Praxis in Frelenberg aufsuchen.

„Während ich hier rauf und runter humpelte, bemerkte ich den fehlenden Handlauf an der Treppe Ecke Geilenkirchener/Gürzelweg“, erzählt Iskam. „Ohne Geländer ist eine hohe Sturzgefahr gegeben. Daher habe ich im Rathaus um Abstellung des Mangels mittels einer entsprechenden Vorrichtung gebeten.“ Dieser Bitte sei die Stadt auch zügig nachgekommen, wie Iskam einräumt: „Nur eben zu schnell und ohne Rücksprache auf meinen Vorschlag.“

Die Stadt entschied sich für einen Handlauf links an der Treppe. „Ich hatte allerdings einen Handlauf in der Mitte vorgeschlagen, damit ihn jeder nutzen kann – auch Einarmige“, führt Iskam aus. Auch werde der Handlauf nun tatsächlich kaum genutzt: „Er findet keine Wahrnehmung. Der Busch wächst rein.“

Unterstützung bekommt Karl-Alexander Iskam von Klaus Giso Bernhardt (SPD). „Ihr Vorschlag, das Geländer mittig auf der Treppe anzubringen, ist gut und sinnvoll. Ich habe dies mit Hinweis auf Sie als Ideengeber an die Stadt weitergereicht“, so der Politiker in einem Schreiben.

„Gerne ist die Stadtverwaltung der Bürger-Empfehlung nachgekommen, um den Nutzungskomfort der Verkehrsanlage an dieser Stelle, besonders für ältere und/oder leicht mobilitätseingeschränkte Mitbürger zu verbessern“, so Thomas de Jong, Pressesprecher der Stadt Übach-Palenberg, auf Nachfrage.

Im vorliegenden Fall konnte der im Bestand bereits vorhandene Einfriedungsbordstein als eine geeignete Gründung für die mittels U-Profilen befestigten Standpfosten verwendet werden: „Eine mittige Anordnung bei einer solch schmalen Treppe hätte eine unverhältnismäßig aufwändigere Befestigungs-Konstruktion im Boden erfordert. Der verwendeten Handlauf-/Pfosten/Füllstab-Konstruktion kommt aber an der nun richtigerweise seitlich angebrachten Position auch noch die wichtige Funktion einer Absturzsicherung gegenüber der angrenzenden Grünfläche und den dahinter liegenden Palisaden zu.“

Für einen mittigen Handlauf wären die Kosten dreimal so hoch gewesen: „So hätte die seitens des Bürgers gewünschte Montage des Handlaufs in Mittellage nur noch eine sehr geringe Steigerung des Nutzwerts mit sich gebracht, wäre aber nur mit einem baustatisch großen und damit monetären Aufwand zu betreiben gewesen.“ Weiterhin stellt der Pressesprecher klar, dass von einem Ausschluss von Bürgern mit oder ohne körperlicher Einschränkung nicht die Rede sein könne: „Es gibt einen barrierefreien Gehweg unmittelbar neben der Treppenanlage.“

Eine Anwohnerin zeigt sich beim Vor-Ort-Termin mit unserer Zeitung ebenfalls einfach nur zufrieden, dass ein Handlauf montiert wurde. Für die Kritikpunkte von Karl-Alexander Iskam zeigt sie kein Verständnis.