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Jubiläum: Fritz Vatter feiert 90. Geburtstag

Jubiläum : Fritz Vatter feiert 90. Geburtstag

„Ich koche selbst und schlafe gut“, meint Fritz Vatter mit einem schelmischen Augenzwinkern. Froh, dass er das und vieles andere noch schafft, darf er sich am heutigen Freitag, 28. Juni, auf seinen 90. Geburtstag freuen.

Friedrich Vatter, der schon als Kind „Fritz“ gerufen wurde, kam am 8. Juni 1929 in Palenberg auf die Welt. Als er sechs Monate jung war, zog die Familie nach Frelenberg, wo er noch heute in der Geilenkirchener Straße 95 wohnt. Fritz hatte drei Geschwister, sein Vater war Bergmann. Mit Beendigung der Schule wurde die Familie nach Bredenborn bei Höxter evakuiert, wo er sich ein dreiviertel Jahr bei einem Bauern verdingte.

Nach dem Krieg wieder zurück in der Heimat, half der Jubilar mit, die Schäden am Elternhaus auszubessern. „Da wir keine Dachpfannen hatten, haben wir große Blechdosen flachgeklopft und stattdessen auf das Dach aufgebracht“, erinnert er sich daran, wie Not erfinderisch machte.

Unglücklicherweise erlitt der 16-Jährige während dieser Zeit einen Minenunfall, und gerade, als er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, verunglückte sein Vater auf der Zeche „Carolus-Magnus“ tödlich.

Beruflich fand Fritz Vatter Zugang zum Stuckateurhandwerk bei den Geilenkirchener Baufirmen Roßkamp und Aretz. 1961 gelang es ihm, darin ohne Gesellenprüfung, mit einer Ausnahmegenehmigung der Handwerkskammer, die Meisterprüfung abzulegen. Anschließend war er als Stuckateur bis zu seinem 70. Geburtstag selbständig tätig.

Hobbymäßig frönte der rüstige Senior zeitlebens dem Fußball: Seit 1947 ist er im TuS-09 Rot-Weiß Frelenberg, dessen Jugend er stets besonders förderte. 30 Jahre lang war er zudem Vorsitzender der dortigen, von ihm gegründeten Altherrenmannschaft.

Weiterhin war der agile Herr zehn Jahre lang Mitglied bei den Skatfreunden Frelenberg, wo er sieben Mal den 1. Platz errang, 27 Jahre im Kegelclub Schräge Neune und spielte Tischtennis in einem Übacher Verein sowie Schach. Der St.-Dionysius-Schützenbruderschaft Frelenberg hält er seit 15 Jahren die Treue, arbeitet noch heute gerne handwerklich, zeichnet oder sieht sich im TV Fußball, Krimis, Naturfilme und Nachrichten an.

Obwohl noch als 90-Jähriger sehr selbständig lebend, ist seine Nichte Annette Frambach immer zur Stelle, wenn er Hilfe braucht. An seinem Ehrentag sind Fritz Vatter ab 11 Uhr Gratulanten herzlich willkommen – und er freut sich auf Besuch von der Stadt.