Schule: Freiluft-Klassenzimmer in der Gesamtschule

Schule : Freiluft-Klassenzimmer in der Gesamtschule

Lernen und Entspannen im Grünen: Schüler haben sich aktiv in der Planung und Organisation des Projekts eingebracht. Die Mittel stammen aus einer Crowd-Funding-Aktion.

Strahlender Sonnenschein und ein kurzer Hagelschauer begleiteten die Eröffnung des „Freiluft-Klassenzimmers“ der Willy-Brandt-Gesamtschule beim „Frühlingsfest“ der Lernanstalt. Konzipiert als luftiger, sechseckiger, überdachter Pavillon am Rande des Schulhofs, malerisch umrahmt von hohen Bäumen, soll es, wenn nicht gerade zu Unterrichtszwecken für bis zu 30 Schüler benötigt, auch als gemütlicher Pausentreff dienen. Bei der Eröffnung wurde es zudem als Grillhütte genutzt.

Heike Schlößer, stellvertretende Schulleiterin, begrüßte gut gelaunt die Gäste, darunter Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer NRW, und Landschaftsarchitekt Andreas Hermanns, dank deren Unterstützung das Projekt realisiert werden konnte. Schlößer führte aus, dass seit Anfang 2018 an der Idee des „Open-Air-Klassenraums“ gearbeitet wurde.

Die Schülervertretung (SV) habe sich einen Raum gewünscht, erklärte Schlößer, der multifunktional genutzt werden könne. Sie hatte gehört, dass die Architektenkammer NRW im Rahmen des Aktionsprogramms „Architektur macht Schule“ das Projekt „KidS“ anbiete. „Wir mussten uns bewerben und wurden schließlich ausgewählt“, freute sich die stellvertretende Schulleiterin. Bis zur Realisierung habe man jedoch viele Hürden nehmen müssen: „Das Grundstück gehörte uns nicht, wir mussten einen Bauantrag stellen und 12.000 Euro Kosten schultern.“ Mittels Crowd-Funding habe sich auch die SV beteiligt und in Zusammenarbeit mit der Volksbank 500 Euro erzielt.

Gemeinsam mit Landschaftsarchitekt Andreas Hermanns, der das Vorhaben fachlich begleitete, waren Schüler der Klassen acht bis zehn und der Oberstufe beteiligt, federführend betreut von Technik-Lehrer Wolfgang Löchte und seinem Kollegen Udo Maaß. Der aus Holz konstruierte Pavillon mit Luftabzug im Dach musste aus rechtlichen Gründen von der zu liefernden Firma errichtet werden, jedoch übernahmen Schüler unter Anleitung des Landschaftsarchitekten die Planung und Organisation.

Auch zeigten sie sich geschickt bei der Befestigung des Bodens, der Pflasterung der Fläche und dem Bau der sechs Gabionen-Bänke mit Holzauflagen. Schülersprecher Phil van der Meeren (16) dazu: „Zuerst haben wir Mini-Modelle erstellt, wobei wir aus dem großen Plan alles in einen kleinen umrechnen mussten. Das war ziemlich kompliziert, und wir konnten Mathe konkret umsetzen, indem wir beispielsweise die Größe der Winkel bestimmten.“