Kirchenasyl: Flüchtlinge können doch nach Übach-Palenberg zurück

Kirchenasyl : Flüchtlinge können doch nach Übach-Palenberg zurück

Die drei iranischen Flüchtlinge, die jüngst in der Gemeinde Übach-Palenberg für ein halbes Jahr im Kirchenasyl gelebt hatten und aktuell in der Flüchtlingsunterkunft in Düren sind, können nun doch wieder in die Stadt zurück.

 „Sie haben gejubelt, als ich ihnen die positive Nachricht am Telefon erzählt habe“, freut sich Angelika Krakau, Pfarrerin von der Evangelischen Kirchengemeinde Übach-Palenberg. In der vergangenen Woche hatte es zu dem Schicksal der jungen Familie noch eine interfraktionelle Sitzung gegeben, denn Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch hatte Angelika Krakau zugesagt, sich wohlwollend dafür einzusetzen, dass die Familie in Übach-Palenberg bleiben darf. 

Zunächst hieß es, dass der Regierungsbezirk Arnsberg eine schriftliche Zusage der Stadt benötigt. Doch da Übach-Palenberg zu dem Zeitpunkt annahm, bereits die Zuweisungsquote für Flüchtlinge zu verfüllen und sich somit zusätzliche Kosten durch die Zusage ergeben hätten, benötigte der Bürgermeister eine Entscheidung der politischen Gremien für sein Versprechen gegenüber der Pfarrerin.

 „Ich habe in der Sitzung mein Anliegen vorgebracht, doch es gab Vorbehalten aufgrund der Kosten“, erzählt Angelika Krakau. Sie fürchtete bereits einen negativen Ausgang. Doch dann kam es zu einer überraschenden Wendung und das ganz ohne Hilfe aus dem Rathaus: Die Bezirksregierung Arnsberg hat die Stadt Übach-Palenberg am Montag telefonisch darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie nach dem derzeitigen Zuweisungsschlüssel verpflichtet ist, weitere Personen aufzunehmen.

„Die Bezirksregierung Arnsberg beabsichtigte deshalb, uns die dreiköpfige iranische Familie zuzuweisen“, erklärt Thomas de Jong,  Leiter des Bürgermeisterbüros und Pressesprecher. Dies werde die Bezirksregierung nun kurzfristig veranlassen: „Der Zuweisungsbescheid wurde der Stadt Übach-Palenberg am Dienstag per Mail zugestellt.“ Da die Stadt somit noch in der vorgeschriebenen Zuweisungsquote agiert, ergeben sich keine zusätzlichen Kosten durch die Aufnahme der Familie.

Der Einsatz von Angelika Krakau und der Gemeinde - gerade auch bei der Bezirksregierung Arnsberg-  hat sich also ausgezahlt. „Steter Tropfen höhlt eben den Stein“, weiß die Pfarrerin.  In den drei nächsten Wochen müsse Übach-Palenberg nun eine Wohnung für die Familie bereitstellen: „Hoffentlich wird alles gut laufen und wir können die Drei bald auf Düren abholen.“

Die Gemeinde will die Familie auch weiterhin begleiten und unterstützen: „Das Asylverfahren läuft weiter und wir drücken die Daumen für eine positive Entscheidung, die die Familie nicht über Jahre im Ungewissen lässt.“

(mcz)
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