„Balu und Du“ am Carolus Magnus Gymnasium in Übach-Palenberg

„Balu und Du“ : Durch Dschungel des Lebens begleiten

Aufgeregt waren die Balus vor dem ersten Kontakt mit ihren Moglis. Inzwischen ist ein Jahr vergangen. In diesem Jahr ist viel passiert.

Nichts davon, weder das Schöne noch die Schwierigkeiten, möchten die Balus  Hannah Eobaldt, Miray Akyüz, Bianca Schermuly, Tamara Mingers, Meret Cormann, Celina Mallmes, Lara Abder Raman und Kristin Langemeyer  missen.

Die Schülerinnen des Carolus Magnus Gymnasiums sind an ihrer Aufgabe, Kindern den Weg ins Leben zu erleichtern, gewachsen. Und auch ihre Patenkinder, die sie im Rahmen des Mentorenprogramms „Balu und Du“ begleitet haben, werden sich an ihre Balus sicherlich noch lange erinnern.

Freundschaften entstanden

Freundschaften sind entstanden, die über das Jahr hinaus bestehen werden.

Der Projektname „Balu und Du“ ist den Dschungelbuch-Erzählungen von Rudyard Kipling entnommen, in denen sich Balu, der große Bär, um den  kleinen Jungen Mogli kümmert, damit dieser das Leben im Dschungel verstehen lernt. Ähnliches möchte das Mentoringprogramm des Vereins „Balu und Du“ erreichen. Sozial benachteiligte Kinder sollen durch den Kontakt mit einem älteren Jugendlichen in ihrer Entwicklung gefördert werden.

Im Rahmen einer Feierstunde im Carolus Magnus Gymnasium berichteten die Balus davon, wie sie das Jahr mit ihren Moglis erlebt haben. Christoph Schlagenhof, Koordinator für demokratische Schulentwicklung am Gymnasium, begrüßte die Gäste. Er freute sich, dass die Schule mit der erfolgreichen Umsetzung dieses Projektes gezeigt habe, wie wichtig ihr das soziale und gesellschaftliche Engagement sei.

Ein Sektempfang im Carolus Magnus Gymnasium Übach-Palenberg schloss das erfolgreiche Jahr „Balu und Du“ ab. Foto: defi

Schlagenhof hieß unter den Gästen Annette Sielschott, Pädagogin  beim Regionalen Bildungsnetzwerk des Kreises Heinsberg, die das  bundesweit laufende Projekt „Balu und Du“ in den Kreis Heinsberg geholt hatte, sowie den Regionalkoordinator des Bildungsnetzwerkes bei der Bezirksregierung Köln, Paul Palmen, willkommen.

Ein besonderer Dank auch der Schüler galt dem Sponsor des Projektes, der Kreissparkasse Heinsberg, die durch Marie-Theres Jakobs-Bolten vertreten wurde. Die Kreissparkasse unterstützt auch das zweite Projekt „Balu und Du“ im Kreis Heinsberg, das die Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg durchführt.

Diese beiden Balu-Gruppen sind die derzeit einzigen Umsetzungen von „Balu und Du“ im Regierungsbezirk, wie Paul Palmen erläuterte. Derzeit werde überlegt, so Palmen, ob die Erfahrungen der Schülerinnen nicht in eine Lehrerfortbildung auf Bezirksebene einfließen könnten, schließlich solle „Balu und Du“ auch nachhaltig wirken.

Ereignisreiches Jahr

Palmen lobte ausdrücklich die Präsentation der Schülerinnen, die einen ganz hervorragenden Eindruck gemacht habe. Sehr lebendig hatten die Schülerinnen von ihrem Jahr als Balus berichtet. Sie hatten eine Diashow vorbereitet, die die Erlebnisse des vergangenen Jahres anschaulich werden ließen. Reihum erzählten sie.

Nach dem ersten Treffen mit den Moglis, die Übach-Palenberger Grundschulen besuchen, hatte sich die Aufregung schnell gelegt. Man ging gemeinsam ins Schwimmbad, besuchte die Trampolinhalle, spielte und versuchte sich im Plätzchenbacken.

Es gab eine gemeinsame Oster- und eine Weihnachtsfeier und eine Schnitzeljagd durch die Schule. So wurden Beziehungen aufgebaut, und die Balus wurden zu wichtigen Bezugspersonen für die Moglis. Mit der Zeit hätten die Kinder weniger Hemmungen gehabt, sich mitzuteilen.

Die Schülerinnen halfen den Kindern, fühlten sich aber auch durch die Erfahrungen, die sie mit den Kindern machen durften, bereichert. „Das sind Erfahrungen, die wir nicht missen wollen“, sagte eine Schülerin stellvertretend für alle Balus. Auch den Familien der Moglis kamen die Balus mit der Zeit näher. Wo es möglich war, versuchten sie zu unterstützen. Der Kontakt zu den Eltern sei manchmal schwierig gewesen. Doch in der Gruppe oder im Kontakt mit der begleitenden Lehrerin Silke Petersen hätten sich die Probleme lösen lassen. Sie hätten den Moglis ein respektvolles Miteinander nahe bringen wollen und ein Gefühl von Dankbarkeit.

Die Balus hoffen, dass ihren Moglis die Ereignisse in so guter Erinnerung bleiben werden wie ihnen. „Ich glaube, wir sind zu Freunden und Vertrauenspersonen geworden“, meinte eine Schülerin. „Wir haben gelernt, auch kleine Dinge genießen zu könne“, meinte eine andere. Ein Jahr Balu sei trotz aller Schwierigkeiten ein sehr schönes Jahr gewesen, da waren sich alle Balus einig. Lehrerin Silke Petersen hatte die Entwicklung ihrer Schülerinnen mit verfolgt. Die Balus hätten in diesem Jahr Mut bewiesen und ein großes Herz.

Neues Balu-Team bereit

Nach den Sommerferien geht ein neues Balu-Team des CMG an den Start. Dann werden  Shadia El Abdochi, Ines Madrid Maximiano, Alessia Ristucci, Janine Reinartz, Luisa Baum, Serdar Keles und Olivia Rybaczewski sich um ihre Moglis kümmern.

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