Badesaison im Freibad Übach-Palenberg offiziell eröffnet

Schnell rein ins Wasser : Badesaison im Freibad offiziell eröffnet

Echt hart wäre es für die Übach-Palenberger Anschwimmer um Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch geworden, wenn die Schwimmmeister die Wassertemperatur in den Becken des Übach-Palenberger Freibads nicht schon etwas hochgefahren hätte.

Zwei Tage vor dem offiziellen Anschwimmen am Samstagmittag hatte das Beckenwasser noch fröstelnde 15 Grad gehabt. Dagegen waren die 18,6 Grad die Schwimmmeister Rüdiger Ettrich am Samstagvormittag gemessen hatte, schon komfortabel.

Zusammen mit seiner Kollegin Jenny Wagner wachte Ettrich über das Wohl der Übach-Palenberger Politiker, die sich zur traditionellen Eröffnung der Freibadsaison persönlich von der Qualität des beliebten Bades überzeugten. Da das Schlabberbadehosenverbot im Ü-Bad von der Politik zumindest probeweise aufgehoben worden war, musste Ratsmitglied Frank Kozian von den Grünen auch nicht befürchten, am Beckenrand aufgehalten zu werden. Wäre ihm aber bestimmt auch egal gewesen, denn mit der schicken Badeshorts fühlte er sich subjektiv gleich 20 Jahre jünger. Ein ebenfalls freigegebener Burkini wurde beim Anschwimmen allerdings nicht gesichtet.

Die Schwimmmeister Jürgen Ettrich und Jenny Wagner warfen Ringe ins Wasser, für deren Einbringen Gabi Jungnitsch (v.l.n.r.) Freikarten bereithielt. Foto: defi

Corinna Weinhold von der UWG setzte wie ihre männlichen Mit-Anschwimmer auf traditionelle westliche Badebekleidung und trug einen Einteiler. Dietmar Lux hielt die Fahne der CDU auch im kühlen Nass hoch und stieg mutig in die vortemperierten Fluten. „Das ist wie im Meer“, meinte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, „wenn man erstmal drin ist, ist es gar nicht mehr so kalt.“ Alf-Ingo Pickartz hatte sich vor dem Anschwimmen schon warm gemacht beim Müllsammeln seiner sozialdemokratischen Partei. Da kam eine schöne Abkühlung gerade recht. Nach einem quirligen Wassertreten am Beckenrand ging der Bürgermeister als erster in den Schwimmmodus über. Er wählte die entspannte Rückenposition und ließ sich treiben.

Sich entspannt treiben lassen, wäre natürlich auch mal ganz nett im Rat, doch da  vermurkst immer irgendeiner die Entspanntheit, und es gilt für die politische Überzeugung zu kämpfen. Zuletzt hatte ja der Demokratiekurs des Carolus-Magnus-Gymnasiums ein wenig Staub aufgewirbelt und ohne große Gegenwehr der Politik sein Anliegen, das Badeshortverbot für das Ü-Bad aufzuheben, durchgesetzt. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch hätte sich zwar gefreut, wenn ein paar Schüler, ob nun in Short oder anliegender Badehose ihren politischen Erfolg beim Anschwimmen gefeiert hätten, doch zeigte er Verständnis für die Jugendlichen: „Die hatten sicherlich Wichtigeres zu tun.“

Wolfgang Gudduschat (FDP, l.) und sein CDU-Kollege Walter Junker (r.) übten am Samstag das Trockenschwimmen im Strandkorb. Foto: defi

Die Anwesenheit hätte sich aber ausgezahlt, denn für die Kinder und Jugendlichen, die einen der Plastikringe, die die Schwimmmeister ins Wasser geworfen hatten, rausfischten, gab es eine Freikarte für das Ü-Bad.

Neben den aktiven Anschwimmern nahmen auch Trockenschwimmer an der Eröffnung der Freibadsaison teil. Wolfgang Gudduschat (FDP) hatte leider Rücken und sein Kollege Walter Junker (CDU) eine Kamera um den Hals hängen, so dass beide das fröhliche Treiben im Wasser aus einem der bequemen Strandkörbe verfolgten, was ihrer Laune aber keinen Abbruch tat.

Sobald die Sonne richtig scheint, wird das Freibad allen Schwimmern offen stehen. Scheint die Sonne nicht, kann im Hallenbad geschwommen werden. 3,80 Euro Eintritt zahlen Erwachsene, 2,80 Euro Kinder.

Alf-Ingo Pickartz ist Inhaber der günstigen Zehnerkarte und schwimmt besonders gerne im Freibad, wenn die Wasseroberfläche ganz ruhig daliegt und kaum ein Mitschwimmer das Nass kräuselt. Wolfgang Jungnitsch ging schon mit elf Jahren in den Schwimmverein und kann sich noch gut an den schönen Sprungturm erinnern, der ein eigenes Becken mit Bullauge hatte.

Bei der Renovierung des Freibades 2009 hatte der Turm leider nicht übernommen werden können. Pickartz und Jungnitsch kamen beim In-Erinnerungen-kramen darauf, dass Übach-Palenberg mit Hallenbad seinen 45. Geburtstag feiert,  und, Freibad und der Schwimmsportschule, die auch von überregionalen Mannschaften genutzt wird, schwimmsporttechnisch gesehen, ja so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal aufzuweisen hat. Stimmt eigentlich.

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