Badeordnung: Auch Burkinis sollen im Ü-Bad erlaubt werden

Badeordnung : Auch Burkinis sollen im Ü-Bad erlaubt werden

Im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss von Übach-Palenberg wurde durch einen Antrag der CDU-Fraktion die Änderung der Badeordnung weiter konkretisiert. Das Tragen von Badeshorts soll demnach abweichend von der bisherigen Haus- und Badeordnung des Schwimmbads für den Zeitraum der Freibadsaison 2019 gestattet sein.

Gleiches gilt für das Tragen von Bade-Burkas. „Ich halte es für wichtig, in diesem Zusammenhang auch diesen Punkt in der Badeordnung anzupassen. Bisher wurden Bade-Burkas vom Personal nur toleriert“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch die Ergänzung. Mit einer deutlichen Mehrheit und nur einer Gegenstimme beschlossen die Ausschussmitglieder die Änderung der Badeordnung.

Weiterhin wird in dem Antrag angeregt, die bis zum Herbst andauernde Testphase vom Kreisgesundheitsamt begleiten zu lassen, damit „der eventuelle Vorwurf einer manipulativen Prüfung ausgeschlossen werden kann“. Dieser Punkt ist auch der UWG Übach-Palenberg wichtig. „In bestimmten Abständen sollten Wasserproben entnommen werden“, schlägt Corinna Weinhold ebenfalls vor.  Die SPD-Fraktion betont in diesem Zusammenhang, dass sich die Wasserqualität durch das Tragen der Badeshorts wahrscheinlich verschlechtern werde.

„Eine durchschnittliche Wasserqualität reicht, wir müssen keine überdurchschnittlich gute haben“, so Alf-Ingo Pickartz (SPD). Da die Gegner der Änderung der Badeordnung argumentieren, dass das Ü-Bad ein Familien-Bad sei und Jugendliche ihrer Erfahrung nach Unruhe verbreiten würden, schlägt Pickartz eine weitere Messzahl vor: „In der Auswertung sollten wir auch überprüfen, wie oft die Polizei kommen musste und wie viele Schlägereien es denn nun gab.“

Emotionale Diskussion

Dabei kritisiert er ferner die Vorgehensweise der Badeshorts-Gegner im vorangegangenen Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales. „Das Thema wurde dort sehr emotional betrachtet“, so der SPD-Politiker. Die Mitarbeiter des Schwimmbads seien den Jugendlichen gegenüber, die die Änderung vorgeschlagen hatten, mit einer gewissen „herablassenden Erziehungsart“ begegnet. „Die Gefahr der Verunreinigung auf lange Hosen zu verallgemeinern, halte ich für plump“, so Pickartz.

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