1. Lokales
  2. Geilenkirchen

Übach-Palenberg: War 2018 das Jahr der Ruhe vor dem Sturm?

Das Jahr 2018 in Übach-Palenberg : Das Jahr der Ruhe vor dem Sturm?

Im Vergleich zu den Vorjahren konnte in der ehemaligen Zechenstadt recht konzentriert und ohne größeren Ärger gearbeitet werden. Doch am Ende von zwölf verhältnismäßig ruhigen Monaten wirft der Wahlkampf seine Schatten voraus.

Für viele Menschen beginnt ein Jahr mit guten Vorsätzen, Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch macht da Anfang 2018 keine Ausnahme. Nach den vielen Negativschlagzeilen und Skandalen der vorangegangenen Jahre verspricht er, Stadt und Rathaus in ruhigeres Fahrwasser bringen zu wollen. Und er hält Wort, große Streitigkeiten scheinen in den folgenden Monaten tatsächlich der Vergangenheit anzugehören. Erst im ausgehenden Jahr werfen jedoch die Kommunalwahlen ihre ersten Schatten voraus, der Ton wird merklich rauer, in den Weihnachtstagen besonders von Seiten der CDU. Ist das nur ein Ausreißer oder doch ein bitterer Vorgeschmackt auf 2019 und 2020?

Was von Januar bis Dezember sonst noch geschehen ist, können Sie in unserem Jahresrückblick Revue passieren lassen.

Januar

  • 250 Schlafhorst-Mitarbeiter treten nach einem Aufruf der IG Metall in den Warnstreik.
  • Übach-Palenbergs Oppositionsfraktionen – SPD, Grüne und UWG – kritisieren geschlossen die Informationspolitik von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch.
  • Von Sturm Friederike bekommt die Stadt vergleichsweise wenig ab, doch auch hier gibt es Schäden
  • Damit Neues entstehen kann, muss manchmal Altes verschwinden: Zum Beispiel die 87 Jahre alte Stromtrasse einer Tochter des RWE-Konzerns, die durch Malerviertel und Industriegebiet führte und nun abgebaut werden soll.
  • Rainer Rißmayer gibt das Amt des Fraktionsvorsitzenden der Grünen an Frank Kozian ab.
  • Der Leiter der Gesamtschule, Manfred Ehmig, geht in den Ruhestand.

Februar

März

  • Ein Gutachten bescheinigt Mariental, wo ein großes Baugebiet entstehen soll, einen „großen Reichtum schutzwürdiger Arten“.
  • Hinter den Kulissen wird mit der Nachbarstadt Baesweiler um den Standort von Windrädern gestritten.
  • Die Polizei veröffentlicht ihre Kriminalitätsstatistik.
  • Eine der wichtigsten Botschaften: Die Zahl der Einbrüche sinkt – auch in Übach-Palenberg.
  • In der Debatte um den neuen Rathausplatz legt die Politik sich fest: Die präferierte Lösung heißt „Westtangente“, Option 2, ein großer „Kreisverkehr“, wird abgelehnt.
  • Wie überall in NRW freuen die Einzelhandelsverbände sich über die Lockerung der Gesetzeslage zum Sonntagsverkauf, den die neue Landesregierung beschlossen hat.
  • Am Standort der ehemaligen Hauptschule in Boscheln nimmt ein Projekt der ViaNobis Gestalt an.

April

Mai

  • Die CDU sieht das Sicherheitsgefühl der Bürger beeinträchtigt und will einen Sicherheitsdienst engagieren.
  • Ein Bürger schlägt vor, den Wasserturm zum Anti-Tihange-Aktivisten zu machen – durch entsprechende Beleuchtung. Die Politik greift den Vorschlag jedoch nicht auf.
  • Für das Mariental wird ein Naturschutzgebiet ins Gespräch gebracht, auch die CDU signalisiert Interesse. Die Bürgerinitiative indes verstummt nach und nach.

Juni

  • Unsere Redaktion nimmt Akteneinsicht zum Baugebiet Mariental. Die Unterlagen zeigen, wie massiv der Druck ist, den die Verwaltung auf die Politik ausübt, und wie die Kommunikation nach außen geschönt wird.
  • Heribert Werden, Eigentümer des Übacher Stadthotels, obsiegt am Landgericht gegen seinen Pächter. Nun steht die Räumung bevor.
  • Das Industriegebiet Weißenhaus soll um elf Hektar wachsen – dahinter steckt der Lidl-Konzern.
  • Im Streit um die Wasserkonzessionen siegt die Stadt am OLG – der Weg für die Stadtwerke Übach-Palenberg ist frei.
  • Das Outbaix wird wiederholt von Einbrechern heimgesucht, die die Einrichtung kurz und klein schlagen.
  • Eine Bürgerversammlung zum Rathausplatz im PZ bekommt nur geringe Resonanz.
  • Nicht nur das Mariental soll teils zugebaut werden, auch Pläne für die Otto-von-Hubach-Straße (Schulzentrum) und Auf der Höhe (Marienberg) werden bekannt.
  • Die Johanniter wollen eine Kita in der alten Palenberger Rewe-Immobilie einrichten.

Juli

Im November stimmte der Rat dem Kauf von Sparkassen-Büroflächen durch die Stadt zu. Foto: zva/Jan Mönch
  • Gute Beteiligung am Niederrheinischen Radwandertag.
  • Ein Arzt warnt davor, dass die Versorgung der Stadt mit Oberflächenwasser von Enwor eine Gefahr sei – jedenfalls im Falle einer Atomkatastrophe in Tihange.
  • Inmitten der prosperierenden Wirtschaft gibt es eine schlechte Nachricht: Die Durocas GmbH meldet Insolvenz an.

August

  • Die Polizei ermittelt gegen einen Übach-Palenberger, der mindestens 14 Einbrüche begangen haben soll.
  • Nach dem OLG-Urteil ist der politische Beschluss nur noch Formsache: Der Wasserkonzessionsvergabe an Enwor wird zugestimmt – auch die vermeintliche Gefahr durch Tihange ändert daran nichts.
  • Die zweite Runde des Planspiels „Kids“ steht bevor.
  • Die Einrichtung der „Bücherkiste“ als Nachfolgerin der Stadtbibliothek kommt in großen Schritten voran.

September

  • Die Stadt will das Outbaix verkaufen. Um den Zuschlag konkurrieren Mitglieder der alten Szene sowie das Gastronomen-Ehepaar Spiertz.
  • Die Stadt macht bekannt, dass das Gymnasium 2019 zur Großbaustelle werden soll – acht Millionen Euro werden für das marode Gebäude eingeplant.
  • Das Quartier Franz-von-Sales-Straße in Marienberg steht vor dem Komplettabbruch.
  • In der Heerlener Straße in Scherpenseel beginnt der dritte Bauabschnitt.
  • Der Kompromiss um Mariental wird beerdigt, es gibt doch kein Naturschutzgebiet.
  • Angeblich ist das nicht möglich, und angeblich hat niemand das geahnt.

Oktober

  • Auch auf Kreisebene lässt sich kein Naturschutzgebiet für Mariental durchsetzen.
  • Die SPD trommelt für die von ihr beantragte Stadtentwicklungsgesellschaft.
  • Der Zweibrüggener Trauerschwan „Vivi“ legt eine kleine Medienkarriere hin – erst in der Zeitung, dann bekommt er auch Besuch vom Fernsehen.

November

  • Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch bringt den Haushalt für 2019 ein. Wichtigste Botschaft für die Bürger: Die Steuern werden nicht erhöht.
  • Die Stadt glänzt in der Arbeitsmarktstatistik: Nur in vier Kommunen in NRW war der Anstieg sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze seit 2009 prozentual betrachtet höher.
  • Auch mancher Übach-Palenberger Tankwart sitzt auf dem Trockenen: Durch den Rheinpegel können viele Tankschiffe nicht ablegen.
  • Die Stadt will die Besteuerung des Glücksspiels umstellen – Mehreinnahmen winken.
  • Nachdem Metalldiebe sich ausgiebig bedient haben, muss die Klangbrücke gesperrt werden.
  • Das Trinkwasser ist verunreinigt worden und wird durch den Versorger vorsorglich gechlort.
  • Der Verkauf des Outbaix an Wilfried Schüller und Michael Kerres ist beschlossene Sache – die Eheleute Spiertz haben sich zwischenzeitlich zurückgezogen.
  • Im Rahmen der Haushaltsdebatte werden teils harrsche Töne angeschlagen – bis auf die SPD stimmen dennoch alle Fraktionen zu.
  • Es wird bekannt, dass Lidl womöglich auch eine Kaffeerösterei in Übach-Palenberg bauen will.
  • Der Rat beschließt, dass die Stadt der Kreissparkasse einen Teil ihrer Büroflächen am Rathausplatz abkaufen darf.

Dezember

Die anderen Teile des Jahresrückblicks gibt es hier:

Das Jahr 2018 in Geilenkirchen

Das Jahr 2018 in Gangelt