Übach-Palenberg: Shownachmittag für Senioren

Shownachmittag für Senioren : Bunte Show und ein eindringlicher Appell

In diesem Jahr feierte der Seniorenshownachmittag der Stadt Übach-Palenberg ein kleines Jubiläum, denn er fand bereits zum fünften Mal statt.

Mit 550 Gästen war diese beliebte Veranstaltung, die im Pädagogischen Zentrum über die Bühne ging, bis auf den letzten Platz besetzt.

Das Showprogramm dieses geselligen Nachmittags konnte sich sehen lassen. Auch im „Jubiläumsjahr“ hatte Martina Waliczek vom Kulturamt der Stadt Übach-Palenberg eine sichere Hand bewiesen und Künstler verpflichtet, die ein erstklassiges Varieté-Programm darboten, das jedem Traumschiff zur Ehre gereicht hätte. „Bravo-Rufe“ des Publikums und begeisterter Applaus waren der wohlverdiente Lohn der Künstler, die ihr Können schon auf dem besagten Traumschiff, bei der Udo-Jürgens-Gala oder auch auf heimischer Bühne mit großem Erfolg unter Beweis gestellt hatten.

Die Mischung passte perfekt, und so wird dieser Shownachmittag, der inzwischen fester Bestandteil des Kulturprogramms der Stadt geworden ist, sicherlich vielen Besuchern zumindest noch so lange in Erinnerung bleiben, bis sich die Vorfreude auf den nächsten Shownachmittag des Jahres 2019 verbreitet. Neben Martina Waliczek dankte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch in seiner Begrüßungsansprache auch seiner Mitarbeiterin Jutta Gündling für die Organisation. Sein Dank galt ebenso den vielen Helfern im Hintergrund, ohne die eine so tolle Veranstaltung nicht zu realisieren sei.

Bürgermeister Jungnitsch verwies in seiner Ansprache darauf, dass die Diskussionen zum demografischen Wandel oft zuerst oder einzig die Probleme zur Sprache bringen würden. Doch die Veränderung in der Bevölkerungsstruktur würden auch Chancen mit sich bringen. Jungnitsch: „Die Chance, dass die Generationen neu und anders aufeinander zugehen; die Chance, unsere Stadt zu einem Ort zu machen, der für alle Altersgruppen gut geeignet ist.“

Das solle nicht bedeuten, dass junge Menschen sowie ältere nicht ihre eigenen Räume zur Entfaltung benötigen würden, aber gerade in einer Welt, die drohe, immer anonymer zu werden, müssten Plätze geschaffen werden, die alle miteinander vereinen. Ebenso kennzeichne unsere Zeit, dass die Generationen nicht mehr automatisch beziehungsweise im Rahmen der Großfamilie viel Kontakt miteinander hätten. „Was die Älteren bewegt, was die Jüngeren umtreibt, das bekommen viele aus beiden Generationen nicht mehr aus erster Hand mit“, stellte Wolfgang Jungnitsch fest. Und so könnten sie auch nicht von den Erfahrungen oder Sichtweisen der jeweils anderen Altersgruppe profitieren. Doch genau das sei wichtig für unsere Gesellschaft. Jungnitsch: „Gerade wenn man sich die schlimmen Ereignisse von Chemnitz und die dort propagierten fremdenfeindlichen Parolen vor Augen führt, wird deutlich, wie wichtig dieser gegenseitige Austausch ist.“

Aus vielen Begegnungen mit Betroffenen, die die Brutalität und Grausamkeit der Kriegszeit erlebt hätten, wisse er, dass keiner eine Wiederholung dieser Geschichte erleben möchte und nur durch gemeinschaftliche Gespräche könne dies verhindert werden. Jungnitsch: „Sie, meine sehr geehrten Seniorinnen und Senioren, sehen, dass Sie immer noch eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Gesamtgefüge sind. Denn ich möchte mir gar nicht ausdenken, was passiert, wenn Ihre über viele Jahre erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen verloren gehen.“

Durch das Showprogramm des Nachmittags führte Dirk Elfgen aus Moers, der sich für diesen besonderen Nachmittag besonders fein gemacht hatte. Lackschuhe und ein feiner Zwirn des niederländischen Designers Van der Stange überzeugten das Publikum ebenso wie eine humorvolle Moderation, die die Gäste des Übach-Palenberger Shownachmittags auf den jeweils nächsten Programmpunkt einstimmte.

Den Eisbrecher machten die jungen Damen der Tanzwerkstatt Nina Otten. Die jungen Tänzerinnen boten einen flotten Mix aus den Musicals „Grease“ und „Singin in the rain“. Auch die kleinen Tänzerinnen der Tanzwerkstatt, von denen einige gerade mal knapp vier Jahre alt sind, zeigten schon, was sie bei Nina Otten gelernt haben. Ihre Präsentation des Musicals Mary Poppins erfreute viele Omas und Opas im Publikum, kommen doch die meisten Akteure der Tanzwerkstadt aus Übach-Palenberg. Die heimischen Kräfte schlossen sich wunderbar mit den auswärtigen Künstlern zu einem homogenen Showprogramm zusammen.

Dirk Elfgen, der auch mit eigenen Gesangeinlagen glänzte, präsentierte Edwina De Pooter, die schon auf vielen Galas mit großen Stars aufgetreten ist und auch in Übach-Palenberg ihre Klasse unter Beweis stellte. Der Erste Stadtbeigeordneten Helmut Mainz dürfte Edwina De Pooter ebenfalls noch lange in Erinnerung behalten. Hatte sie den Mann der Stadtverwaltung doch auserkoren, um in den direkten Dialog mit ihrem Publikum zu treten. Mainz erinnere sie an Higgins. Higgins war einst der Partner des Fernsehdetekivs Magnum gewesen. Der Vergleich war wohl durchaus als Kompliment gemeint.

Der große Auftritt von Edwina De Pooter wurde fast noch getoppt vom Duo Farellos. Mit ihrer witzig-schrägen Akrobatik begeisterten die beiden Varieté-Künstler das Publikum im Pädagogischen Zentrum und rissen es zu spontanen Bravo-Rufen hin.

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