Übach-Palenberg glänzt bei Arbeitsmarktstatistik

Lokaler Arbeitsmarkt : Statistik von IT.NRW lässt Übach-Palenberg glänzen

Übach-Palenberg hat unter den Kommunen in NRW seit 2009 den prozentual vierthöchsten Zuwachs an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu verzeichnen. Dies geht aus Zahlen der Statistikstelle des Landes (IT.NRW) hervor.

Demnach gab es Ende Juni 2009 4363 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Übach-Palenberg, zuletzt waren es 7427. Das entspricht einem Anstieg um 70 Prozent. Lediglich Merzenich (89 Prozent), Vettweiß (81 Prozent) und Weeze (80 Prozent) haben noch deutlichere Anstiege zu verzeichnen. Die Zahlen beziehen sich auf den Arbeitsort, nicht auf den Wohnort.

2009 war das Jahr, in dem Wolfgang Jungnitsch und die CDU erstmals die Kommunalwahl gewannen. Hauptursache für den Anstieg an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dürften die fortschreitenden Ansiedlungen des Lidl-Konzerns sein. Doch auch andere Unternehmen haben sich positiv entwickelt.

Das Operieren mit prozentualen Zuwächsen ist mit Vorsicht zu genießen. Schließlich steht die absolute Zahl an Arbeitsplätzen immer in Beziehung zur Größe der Stadt. Je weniger Einwohner es gibt, desto deutlicher wirken sich einzelne Neuansiedlungen aus. In Köln als größte Stadt in NRW würde selbst ein Player wie Lidl allenfalls Veränderungen im niedrig einstelligen Bereich nach sich ziehen.

Zudem ist die Aufstellung auch vor dem Hintergrund einer generell guten Konjunktur zu betrachten: Nur ein geringer Teil der NRW-Kommunen hat seit 2009 eine Negativentwicklung hinter sich. Nicht zuletzt unterliegt die Betrachtung auch immer einer gewissen mathematischen Verzerrung, wie sich anhand des folgenden Beispiels illustrieren lässt: Denkt man sich eine fiktive Stadt X, die 2009 auf einen einzigen Einwohner mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung gekommen wäre und heute auf elf, so könnte sie mit Fug und Recht auf eine Steigerung um 1000 Prozent und Platz eins im Ranking verweisen, ohne dass die Situation der Kommune besonders rosig wäre.

Trotz dieser Einschränkungen sind die Zahlen von IT.NRW im Sinne von Bürgermeister Jungnitsch aussagekräftig. Denn die anderen Kommunen, die die oberen Plätze belegen, sind alle deutlich kleiner als Übach-Palenberg mit seinen gut 24.000 Einwohnern. Merzenich und Vettweiß, beide Kreis Düren, haben weniger als 10.000 Einwohner, das niederrheinische Weeze 11.400. Erst auf Platz neun folgt mit Rheinberg (Kreis Wesel) eine Stadt, die größer ist als Übach-Palenberg.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch hatte die Entwicklung vergangene Woche bei der Einbringung des Haushaltsplans für 2019 hervorgehoben. Unter seine Regie fahren Verwaltung und CDU seit 2009 eine äußerst wirtschaftsfreundliche Politik. Gerade mit Blick auf Lidl stößt dies nicht nur auf Wohlgefallen, hat der Konzern doch am nordöstlichen Rand des Stadtgebiets Flächen von der Größe eines Dorfes versiegelt und übergebaut. Die Absprachen erfolgen hinter verschlossenen Türen, die Öffentlichkeit erfährt nur das Allernötigste.

Davon unbenommen bleibt, dass die Kommune profitiert, wenn ein möglichst hoher Anteil der Einwohner sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Die Steuereinnahmen steigen, die Sozialkosten sinken. Ein anderer indirekter Effekt ist die Nachfrage nach Privatgrundstücken und damit verbundene Steuereinnahmen.

Innerhalb des Zahlenwerks steht nicht nur Übach-Palenberg, sondern der gesamte Kreis Heinsberg gut da. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze stieg im Kreisgebiet seit Mitte 2009 um 33 Prozent. Die Gemeinde Gangelt kommt auf einen Anstieg von 47 Prozent, die Stadt Geilenkirchen auf 33 Prozent.

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