Übach-Palenberg: Der Outbaix-Saal ist wieder als solcher zu erkennen

Rückkehr des Kultclubs : Die große Entrümpelung im Outbaix hat begonnen

Nach dem Ratsbeschluss hat an die Stadionstraße die Entrümpelung begonnen. Die zukünftigen Betreiber des Outbaix, Michael Kerres und Wilfried Schüller, wollen im Sommer den Betrieb aufnehmen.

Der Rausch der letzten Outbaix Followers Party in der Eventlocation Kupferschmiede war gerade erst verflogen, da trafen die Followers sich wieder - diesmal nicht zum Feiern, sondern zum Schuften. Fritz Knizia, einst Mitbetreiber des legendären Musikclubs Outbaix, fingerte dieses Mal nicht auf dem Bass herum, wie noch beim letzten Partyauftritt der Hobbyraums in der Kupferschmiede, sondern im Müll.

Müll mag etwas drastisch klingen für die Einrichtung eines kultigen Musikclubs, doch nach viereinhalb Jahren Leerstand ist nicht mehr in den Räumen übrig geblieben als Containerware. Nach gut einer Stunde Entrümpeln hatten die Followers schon den ersten Entsorgungscontainer bis an die Oberkante mit dem Schutt aufgefüllt, den die Vandalen in den verwaisten Jahren angerichtet hatten.

Wilfried Schüller, Diplom-Betriebswirt, ist, wie berichtet, auf dem besten Weg, zusammen mit Metallbaumeister Michael Kerres neuer Eigentümer der Outbaix-Immobilie zu werden. Der Stadtrat hat grünes Licht gegeben. Die Vertragsunterzeichnung kann bald erfolgen. Schüller und Kerres wollen das Outbaix wieder aufleben lassen.

Siehe da: Der Veranstaltungssaal ist schon wieder als solcher zu erkennen. Bei der Saalbeleuchtung haben die Vandale die ansonsten an den Tag gelegte Gründlichkeit missen lassen - sie hängt noch. Foto: Dettmar Fischer

Um den Bau winterfest zu machen, sollte er zunächst entrümpelt werden. Das Inventar, so Schüller, sei nicht nur demoliert, sondern mehrfach zertrümmert worden. Schüller: „Die haben die Einrichtung geschreddert. Faul waren die wirklich nicht.“ Um „Die“, wer immer das sein mag, davon abzuhalten, etwa die Dachziegel des Outbaix zu zertrümmern, wie gerade erst wieder geschehen, sollen alsbald Überwachungskameras an dem abseits gelegenen Gebäude installiert werden.

Wilfried Schüller und Michael Kerres zählen bei der Instandsetzung des Outbaix auf die Unterstützung der Followers, die dem Outbaix auch in den Jahren die Treue gehalten haben, als es ein neuer Besitzer zügig an die Wand gefahren und es dann nach einer Zwangsversteigerung im städtischen Besitz geschlummert hatte. Wilfried Schüller: „Wir haben so viele Helfer, dass wir sie sogar auf mehrere Tage verteilen konnten, damit man sich nicht gegenseitig im Weg rumsteht.“

Es findet sich so manche Überraschung im Gerümpel. Der alte Stoßfänger der Kegelbahn wanderte in den Müll, nachdem er als solcher identifiziert worden war. Ein schicker Garderobenständer mit Rostpatina könnte aber durchaus noch mal Verwendung finden. Fritz Knizia fand eine alte Eintrittskarte des Musicclub Outbaix, Stadionstraße 22: Popa Chubby, 1. Mai 2013, Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr. „Das ist schon ein Großer“, sagte Knizia anerkennend. Sicherlich kein Zufall, dass Knizia diese Karte entdeckte. Steht der Musiker doch beispielhaft für eine Musikkultur, die das Outbaix wie kein anderer Club in der Region repräsentierte.

Popa Chubby spielte eines der letzten Konzerte im Outbaix. Beim Entrümpeln tauchte eine alte Eintrittskarte auf. Foto: Dettmar Fischer

An das alte Programm will man angeknüpfen, wenn im Sommer oder Spätsommer 2018 der Betrieb wieder aufgenommen wird. Es soll aber auch Musik für die Jüngeren geben und Comedy. Im Januar sollen die Handwerker anrücken und für Strom und Heizung sorgen. Die „Kabelschächte“ haben die Vandalen schon mal gerissen beim Entfernen der alten Leitungen.

Der große Saal ist aber immerhin schon wieder als solcher zu erkennen. Über der Bühne hängen noch die Scheinwerfer. Der Geist des Outbaix ist schon wieder zu spüren – auch wenn es ohne Handylicht noch stockfinster auf der Bühne ist.