Übach-Palenberg: "Bücherkiste" in den Startlöchern

Nach Schließung der Stadtbücherei : Ein erster Blick in Palenbergs „Bücherkiste“

Es gibt zwei neue Hinweisschilder im Stadtteil Palenberg: Sie weisen den Weg zur „Bücherkiste“. Eins steht zur Barbarastraße hin, ein zweites ist am Eingang zum einstöckigen Gebäude befestigt, dass sich der Verein „Freunde und Förderer der Kunst-, Kultur- und Bücherkiste“ – wie er offiziell heißt – mit dem örtlichen Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) teilt.

Ausleihen kann man zwar im Moment noch nix, aber einen ersten Blick in die völlig umgekrempelten Räumlichkeiten ermöglichte der Verein um die Vorsitzenden Frank Kozian und Martina Czervan-Quintana Schmidt. Wobei letztere gleich kurz vor dem öffentlichen Ausleihstart ihren Rückzug aus der Vorstandsspitze mitteilte. „Ich bleibe dem Verein aber erhalten“, meinte sie.

Ein dickes Lob für das nimmermüde Engagement des Vereins gab es auch seitens der Stadt. Da Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch aus privaten Gründen absagen musste, übernahm sein Stellvertreter Peter Fröschen diesen Part. Wie er machten sich zahlreiche Vertreter aus der Lokalpolitik, Bürger, Mitglieder, Sponsoren und Förderer ein Bild vom bisher Geleisteten.

Und das ist angesichts der geringen zur Verfügung stehenden Mittel und des Betriebs rein mit ehrenamtlich arbeitenden Personen sehr erstaunlich. Fein säuberlich stehen die Medien in den Regalen, das Computersystem macht den Bestand fit für digitale Ausleih- und Verwaltungsmöglichkeiten.

Wie wichtig die Arbeit des Vereins, der ja immerhin einen Ersatz für die aus Kostengründen gestrichene Stadtbücherei bieten will, für die Menschen in Übach-Palenberg ist, machte Frank Kozian beispielhaft deutlich. „Nur wer informiert ist und seine Kenntnisse erweitert, behält in unserer immer komplexer werdenden Gesellschaft den Überblick“, sagte er.

Dem Argument, das Wissen sei allzeit online abrufbar, entgegnete er: „Bücher, Zeitschriften und die Neuen Medien helfen uns, Informationen zu sammeln und unsere Umwelt besser zu verstehen.“ Und wie sehr das gedruckte Wort in einer scheinbar durchdigitalisierten Welt ist, zeigte Martina Czervan-Quintana Schmidt: „Die Welt der Bücher bringt uns die Welt und ihre Geschichte näher, sie entführt uns in eine andere Zeit, sie schenkt Ruhe und Entschleunigung in einer Welt, die scheinbar immer schneller wird.“

Mehr von Aachener Nachrichten