Gangelt-Niederbusch: UB-Fraktion kritisiert Verfahren um Radweg L 272

Gangelt-Niederbusch: UB-Fraktion kritisiert Verfahren um Radweg L 272

Die UB-Fraktion Gangelt hatte am 5. Oktober den Antrag im Rat der Gemeinde Gangelt gestellt, den Fuß-/Radweg an der Landesstraße 272 zwischen Stahe und Niederbusch „umgehend zu sanieren bzw. mit einem Bitumenüberzug zu versehen”, da der Weg als solcher kaum noch nutzbar und als Fuß-/Radweg kaum noch erkennbar sei.

Dazu detailliert Gerhard Löder, Fraktionsmitglied der UB: „Die ursprüngliche Breite des Radweges betrug zwei Meter. Jetzt misst der Radweg teilweise nur noch eine Durchgangs-/Durchfahrtsbreite von 20 Zentimetern. Kein Fuß-/Radweg ist aufgrund des enorm angestiegenen Schwerlastverkehrs auf diesem Streckenabschnitt dringender erforderlich als der entlang der L 272 Stahe/Niederbusch.”

Für Kindergartengruppen, Rollstuhlfahrer, Fußgänger und Radtouristen sei es eine Zumutung und gefährlich zugleich, diesen Weg zu benutzen. Der Ausbau des Fuß-/Radweges kostete den Steuerzahler ca. 30 000 Euro. Dieses Geld sei regelrecht „in den Sand gesetzt” worden, so Gerhard Löder, weil von CDU und SPD ein Bitumenüberzug abgelehnt worden sei, obwohl ein solcher zunächst geplant war. „Der Weg befindet sich zurzeit in einem Zustand, dass Kühe darauf grasen können”, so der UB-Vertreter.

Keine Notwendigkeit gesehen

Bei einem Außentermin zur Erstellung des Fortwirtschaftsplanes 2013 sei auf Antrag der UB-Fraktion am 23. Oktober eine Ortsbesichtigung des Fuß-/Radweges vorgenommen worden, damit sich die Ausschussmitglieder einen Eindruck vom gegenwärtigen Zustand hätten machen können.

„Die Mitglieder der CDU-Fraktion und der SPD-Fraktionsvorsitzende Rainer Mansel sahen auch nach begründeten Hinweisen auf mögliche Gefahren für Personen, keine Notwendigkeit für eine Sanierung, sowie eine rechtsverbindliche Beschilderung des Fuß- /Radweges. Aufgrund der vorhandenen Schattenbildung in diesem Bereich wäre aber ein Bitumenüberzug durchaus sinnvoll, weniger arbeitsintensiv und auf Dauer kostengünstiger”, argumentiert die UB-Fraktion.

Bäume und Stacheldraht

„Wenn man die Asphaltierung des Fuß-/Radweges mit dem Hinweis auf den Naturschutz ablehnt, der bis zum Rodebach besteht, muss man sich zwangsläufig die Frage stellen, was höher zu bewerten ist, das Leben und die körperliche Unversehrtheit von Menschen oder der Naturschutz.”

Ferner müsse man sich die Frage stellen, warum zu den 300 Metern Bitumenüberzug vom Wasserwerk bis zum Rodebach im Rahmen des Wirtschaftswegeprogramms und zu den 100 Metern Bitumenüberzug vom Wasserwerk bis zum Tennisplatz niemand etwas einzuwenden gehabt habe.

Bemängelt wurden auch zu nahe Anpflanzung von Bäumen an den Radweg sowie den in unmittelbarer Nähe stehenden Stacheldrahtzaun. Ferner sollte aus Gründen der Rechtssicherheit endlich die Kennzeichnung des Radweges sichergestellt werden, schließt Gerhard Löder, was nach mehr als zwei Jahren noch nicht geschehen sei.

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