Geilenkirchen/Übach-Palenberg: Tornetze: TuS-Vorstand fürchtet knabbernde Kaninchen

Geilenkirchen/Übach-Palenberg: Tornetze: TuS-Vorstand fürchtet knabbernde Kaninchen

Gelb und Schwarz sind die Vereinsfarben der Germania in Bauchem, daran wird sich wahrscheinlich auch in den nächsten 100 Jahren des Vereinsbestehens nichts ändern. In den Vereinsfarben gehalten sind natürlich auch die Netze der großen Tore auf dem Rasenplatz am Heinrich-Cryns-Sportzentrum.

Doch am linken Tor „hilft“ derzeit ein braunes Schnürband, das schon lange mehr keine Schnürlöcher an Schuhen gesehen hat, um das Netz beisammenzuhalten. Und nicht nur die ungewöhnlich gleißende Oktobersonne bringt es an den Tag, dass das Netz an diesem Tor seine besten Tage wohl schon hinter sich hat.

„Das ist ganz normal“, meint Germania-Geschäftsführer Markus Diederen nur schulterzuckend. Besonders nach dem Skandalspiel mit dem Phatom-Tor von Leverkusens Stefan Kießling, bei dem der Ball durch ein Loch im Netz ins Tor fand, nimmt Diederen seine Netze näher in Augenschein.

Vor allem auf frei zugänglichen Sportanlagen leiden die Netze, die während des Spielbetriebs immer hängen bleiben, weil das Abnehmen ein großer zeitlicher Aufwand wäre.

Nicht nur während des Trainings und der Spiele, sondern vor allem auch außerhalb der offiziellen Zeiten werden die Netze nicht nur durch die Nutzung vieler Bürger in Mitleidenschaft gezogen. Germania-Urgestein Markus Diederen will nicht gerade von Vandalismus sprechen, er vermutet aber, dass die Netze durchaus von Vandalen zerstört würden.

„Einmal im Jahr müssen wir die Netze austauschen, das ist normal“, sagt er. Bei handelsüblichen Preisen zwischen etwa 60 und 170 Euro, je nach Ausführung, ein teures Vergnügen für die Vereinskasse. Dass aber ein Tor, wie am vergangenen Bundesligawochenende, anerkannt wird, hält Diederen zumindest in den für die Germania bedeutsamen Amateurklassen für ausgeschlossen.

„In der Regel gibt es so viel Fairness auf dem Platz, dass meistens auch der Schütze schon abwinkt, wenn er merkt, dass sein Ball nicht auf reguläre Art und Weise den Weg ins Tor gefunden hat“, ist sich Diederen sicher.

Keine Ersatzteile für das Tor

Gesamtvorsitzender Hans Peter Mines vom TuS Rot-Weiß Frelenberg hingegen kann sich an so eine Partie erinnern. „Da wurde aber kein Tor anerkannt“, sagt er. Natürlich würden auch im Frelenberger Club die Netze regelmäßig kontrolliert, doch hier haben die Menschen im Wurmtalstadion eher mit der Natur als mit Vandalen zu kämpfen.

„Unser größtes Problem sind Kaninchen“, sagt er. Die wild lebenden Langohren würden, wenn die Netzunterteile nicht immer nach jedem Einsatz hochgeklappt würden, die Netze vor allem an den geknoteten Verbindungsstellen durchnagen. „Dann ist das Netz hin und wir haben ein Problem“, sagt Mines. Denn die Stadt Übach-Palenberg stellt bislang pro Jahr nur einmal neue Netze zur Verfügung.

Für die Frelenberger stellt sich aber noch ein anderes Problem: „Unsere Tore sind teilweise so alt, dass es keine Ersatzteile mehr gibt“.

Im Klartext heißt das, die Netze müssen improvisiert angebracht werden, weil beispielsweise die Haken, mit denen sie sich mit dem Tor als Einheit verbinden, irgendwann verbraucht oder von der Witterung verrottet sind. „Dann muss der Technische Betrieb versuchen, das Tor durch Reparaturen wieder in Schuss zu bringen“, meint der Fachmann. Das war bei den früher eingesetzten Netzen aus Draht, die Mines noch aus viel früheren Fußballerjahren kennt, natürlich nicht der Fall. „Aber da waren noch mehr Löcher an der Tagesordnung“, gibt er lachend zu.

Mehr von Aachener Nachrichten