Theater AG zeigt tolle Aufführung: Thriller und Komödie unterhaltsam vereint

Theater AG zeigt tolle Aufführung : Thriller und Komödie unterhaltsam vereint

„Baskerville“- Inszenierung der Theater AG des Bischöflichen Gymnasiums kann sich durchaus mit größeren Bühnen messen

Mit vielen amüsanten Überraschungen hatte die Theater-AG des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula in Geilenkirchen ihre Inszenierung des Sherlock Holmes-Klassikers „Der Hund von Baskerville“ ausgestattet. Arthur Conan Doyle hatte seiner Detektivgeschichte auf einer alten Legende aufgebaut, die von einem üblen Landbesitzer in Devon berichtete, der im 17. Jahrhundert von einem Rudel dämonischer Hunde zu Tode gehetzt worden sein soll. Der Roman spielt im England des späten 19. Jahrhunderts. Der amerikanische Dramatiker Ken Ludwig hatte 2015 eine Bühnenfassung des Romans geschrieben, die der Inszenierung der Geilenkirchener Schüler zu Grunde lag. Elemente des Thrillers und der Komödie vereint „Baskerville“ auf sehr unterhaltsame Art und Weise. Sherlock Holmes wurde von Lena Hamacher gespielt und sein Assistent Dr. John Watson von Judith Königs. Jan Schmidt kam die dankbare Aufgabe zu, gleich zwei Charaktere spielen zu dürfen, den Höllenhund und Dr. John Mortimer, den Testamentsvollstrecker.

Ein Fluch lastete auf der Familie Baskerville. Sir Hugo Baskerville, so hatte es Arthur Conan Doyle der Legende entnommen, hatte eine junge Frau zu Tode gehetzt, die ihm nicht zu Willen sein wollte, und wurde danach von einem geheimnisvollen Hund im Moor angefallen und getötet. Seitdem soll in den Mooren um den Sitz der Familie ein Höllenhund umgehen. In der Ahnengalerie hängt noch ein Bild eines Vorfahren, dem die Kehle von dem Monstrum durchgebissen worden war. Sehen konnte man auf der Bühne dieses Ahnenbild aber ebenso wenig wie den Landsitz der Familie.

Ein rosa Kinderwagen rollte in einer Szene des Theaterstücks „Baskerville“ alleine über die Bühne der Aula des Bischöflichen Gymnasiums. Foto: Dettmar Fischer

Überaus geschickt hatte die Theater AG, die das Bühnenbild selber entworfen hatte, auf jeden überflüssigen Schnickschnack wie aufwendig zu gestaltende Landsitze verzichtet. Der Familiensitz im dunklen Moor war lediglich anhand einer ziemlich schiefen Türzarge illustriert.

Doch das Erstaunliche war, dass es den Schauspielern gelang, ihre Imagination der nicht vorhandenen Dinge auf das Publikum zu übertragen. Auch die Einbeziehung des Zuschauerraums vor der Bühne in der Aula der Schule gestaltete die Aufführung noch intensiver. So schlichen Holmes und Watson durch die Reihen auf der Suche nach einer Person. Auftretende Schauspieler schritten mitunter aus dem hinteren Aulabereich durch die Zuschauerreihen schon ihre Rolle spielend auf die Bühne.

Man müsste die berühmte Deerstalker-Mütze von Sherlock Holmes vor Lena Hamacher ziehen, die nicht nur ihrem Charakter eine Ausstrahlung verlieh, die dem genialsten aller Detektive gerecht wurde, sondern auch noch eine Unmenge Text parat hatte. Die Platzierung der Souffleuse Johanna Förster für die Zuschauer sichtbar direkt an der Bühne passte gut zur Inszenierungsart. Toll gemacht war auch ein Briefwechsel zwischen Watson und Holmes. Während Holmes eigene Wege ging, um ungestört dem Höllenhund auf die Spur zu kommen, hatte Watson auf dem Landsitz Posten bezogen, wo der texanische Erbe des Familiensitzes eingetroffen war. Zunächst las Watson seinen Brief an Holmes am Bühnenrand sitzend, dann erschien Holmes sozusagen auf einer anderen Vorstellungsebene auf der Bühne und las mit. Die Synchronität dieser Lesung war beeindruckend und sicherlich ein Highlight dieser Inszenierung.

Ein Highlight neben vielen anderen war für die Zuschauer sicherlich die Szene auf dem Landgut, als Inspektor Lestrade (Justin Hens) vom Zimmermädchen (Anna Jansen)  darauf hingewiesen wurde, dass er doch bitte nicht so fluchen möge, man habe Kinder im Haus. Und in diesem Moment rollte dann ein rosafarbener Kinderwagen alleine von rechts nach links über die Bühne. „Baskerville“ ist in der Inszenierung der Theater AG des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula ein sehr amüsantes Theaterstück, das sich durchaus mit größeren Bühnen messen kann. Ein begeisterter Applaus des Publikums gehörte den Akteuren vor und hinter dem Vorhang.

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