Sven Bensmann mit Comedy-Programm in Breberen

Comedy in Breberen : Sven Bensmann präsentiert „ulkige Musik“

„Breberen, hast Du heute Bock auf ulkige Musik“, fragte Sven Bensmann aus Osnabrück in die vollbesetzte Breberener Festhalle hinein. Und tatsächlich – das Breberener Publikum hatte Bock auf „ulkige Musik“, zumindest auf die Art von ulkiger Musik, die Sven Bensmann anzubieten hatte.

Seine akustische Gitarre spielt Bensmann nicht nur solo auf der Bühne, wenn er unanständige Witze erzählt, nicht nur einfach erzählt, sondern singt. „HI! Spencer“ heißt die Band, in der Sven Bensmann die Gitarre auch mal elektrisch spielt, und dann singt er auch noch so schöne Songs wie „Schalt mich ab“. In Breberen trat Bensmann solo als Comedian auf mit seiner akustischen Gitarre, die er mal bei einem Gewinnspiel eines der führendsten Fast-Food-Brater der Republik gewonnen hatte, behauptete er zumindest.

Angesagt hatte Sven Bensmann Christoph Meiers, der im Namen der Ortsvereine Breberen die Gäste in der bis auf den letzten Platz ausverkauften Willy-Bomanns-Festhalle begrüßt hatte. Meiers freute sich, dass auch das dritte Comedy-Angebot der Ortsvereine von der Bevölkerung so gut angenommen wurde und kündigte für diesen Abend gleich zwei Künstler an, Sven Bensmann im Vorprogramm vor dem Hauptact Nora Boeckler. Es ist auch schon großen Bands passiert, dass die eigentlich nur als Aufwärmer engagierte Vorband dem Star des Abends die Schau stiehlt. Das sagt nicht unbedingt etwas über den Star aus, spricht aber eindeutig für die Qualitäten, die Sven Bensmann auf die Bühne bringt. Mit 26 Jahren ist der Osnabrücker noch lange nicht auf dem Zenit seiner Karriere angekommen.

Jemand, der das Publikum wie er von der ersten bis zur letzten Minute seines leider nur 20minütigen Auftritts im Griff hat und selbst Comedy-Verweigerer zum Schmunzeln bringt, der hat sicherlich das Potenzial auch auf noch größeren Bühnen als die der Festhalle Breberen zu bestehen. Obwohl die überaus schmucke Festhalle auch schon eine ziemlich große Bühne und sehr gute Auftrittsvoraussetzungen bietet.

Keine reine Stand-Up-Comedy bot Bensmann, nach eigenem Bekunden, sondern eben die erwähnte „ulkige Musik“. Das sah dann so aus, dass er seinen Einkaufsbeutel mit einer Zettelsammlung gefüllt hatte. Auf den Zetteln standen lustige Witze, meist schmutzige. Die zog Bensmann aus der Wundertüte und sagte sie nicht auf, sondern sang sie zur Melodie eines Joe-Cocker- Songs a cappella - ganz wunderbar und echt komisch. Auch Bianca fand Bensmann echt toll. Bianca saß in einer der vordersten Reihen und hatte das Glück, von Bensmann zum Widerpart im Publikum auserkoren worden zu sein. Was aus Bensmann und Bianca wurde, ist nicht bekannt.

Hauptact Nora Boeckler kam nicht aus Osnabrück, sondern aus dem schönen Schwabenland. Da lassen sich schon anhand der eigentümlichen Spracheigenheiten der Schwaben lustige Scherze auf Kosten des Heimatvolks machen. Gut an kam die „zugeschaltete" Mutti. Eine gemeinsame Busreise mit Mutti gehört zu Boecklers Comedy-Programm „5 Sterne Fiasko“. Es war schon köstlich, wie Nora Boeckler den schwäbischen Busfahrer spielte, aber irgendwie zündete Sven Bensmann dynamischer und das mit so simplen Witzchen wie „Was halten Sie von Frauenfußball – Ich finde beides gut“. Das hat was nett Fieses, eben ganz Sven Bensmann.

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