Übach-Palenberg: Streik bei Schlafhorst: 250 Mitarbeiter legen Arbeit nieder

Übach-Palenberg: Streik bei Schlafhorst: 250 Mitarbeiter legen Arbeit nieder

„Die Stimmung im Werk ist gut“, sagte Conny Burghardt, 1. Vorsitzende der Vertrauensleute bei Schlafhorst in Übach-Palenberg. „Die Kollegen kommen sehr gerne zu Schlafhorst arbeiten.“ Seit Jahren mache das Unternehmen gute Gewinne, und die Mitarbeiter würden nun gerne mal an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt werden, fügte Conny Burghardt hinzu.

Wie die meisten ihrer Kollegen nahm die Gewerkschafterin an einem Warnstreik teil, der der Zweigniederlassung der Saurer AG an der Carlstraße in Übach-Palenberg galt.

Gewerkschaftssekretärin Janine Heide sprach vor den Teilnehmern des Warnstreiks der IG Metall bei Schlafhorst.

Am Mittwochnachmittag erreichte somit die erste Streikwelle im Organisationsbereich Aachen der IG Metall auch den Kreis Heinsberg. Nach Kundgebungen in Aachen nahmen, wie Achim Schyns, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aachen, schätzte, rund 250 Schlafhorst-Mitarbeiter an diesem Warnstreik in Übach-Palenberg teil. Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie verliehen landesweit die Beschäftigten aus 143 Betrieben ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Entgelt für zwölf Monate, einem Anspruch auf zeitweise Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden und einem Entgeltzuschuss für diejenigen, die ihre Arbeitszeit wegen Schichtarbeit oder anderen belastenden Tätigkeiten, Kinderbetreuung oder Pflege verkürzen wollen, Nachdruck.

Die nächsten Tarifverhandlungen sind für den 18. Januar geplant. Es hänge von den Arbeitgebern ab, so Achim Schyns, wie es dann weiter geht. Am 24. Januar finde eine Sitzung der Tarifkommission statt, danach kämen auch Ganztagesstreiks in Betracht, sollten sich die Arbeitgeber nicht bewegen. Schyns: „Dann ist Ende des Monats ein Schloss vor der Tür.“

Die angebotenen zwei Prozent der Arbeitgeber empfanden die Gewerkschafter als Beleidigung. Achim Schyns: „Wo wir uns am Ende treffen, das hängt davon ab, wie stark wir sind.“ Die Gewerkschaftssekretärin der Geschäftsstelle Aachen, Janine Heide, formulierte es in ihrer Ansprache vor den Schlafhorst-Mitarbeitern so: „Die sechs Prozent sind richtig — und das ist auch drin.“ Heide: „Es ist bitter notwendig, dass wir in dieser Tarifbewegung massiv für unsere Forderungen auf die Straße gehen. Es geht um viel: Wir fordern sechs Prozent mehr Geld. Wir fordern Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Der Wirtschaft geht es gut, die Prognosen werden fast monatlich nach oben geschraubt. Wir haben uns einen fairen Anteil verdient.“

Die Wirtschaft brumme, und die Vorstände machten sich die Taschen voll. Die Lohnerhöhungen der letzten Jahre hätten den Unternehmen nicht geschadet. „Im Gegenteil, jeden Euro, den wir mehr im Portemonnaie haben, den können wir auch ausgeben“, so Janine Heide. Das Angebot der Arbeitgeber, zwei Prozent ab April und bis dahin eine Einmalzahlung von 200 Euro für insgesamt 15 Monate, das sei kein Angebot, sondern eine Provokation. Heide: „Und selbst das wollen sie uns nur geben, wenn wir ihren Gegenforderungen zustimmen.“

Die Gegenforderungen, noch mehr und flexibler und ohne Zuschläge für Überstunden zu arbeiten, seien schlicht unverschämt, meinte Gewerkschaftssekretärin Janine Heide. Conny Burghardt hatte von Werkleiter, Chief Executive Officer Clement Woon, der beim Warnstreik vor Ort war, die Zusage mitgebracht, sich beim „obersten Chef“, Pan Xueping, Präsident des Saurer-Verwaltungsrates, für die Anliegen der Arbeitnehmer einzusetzen.

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