Übach-Palenberg: Stadtmarketing soll neue Chance erhalten

Übach-Palenberg: Stadtmarketing soll neue Chance erhalten

Auch Übach-Palenberg hat seine Unvollendete - nämlich die Geschichte vom Stadtmarketing. Wir erinnern uns: 2003 wurde die Initiative hoffnungsvoll mit einem so genannten Lenkungskreis und seinen sechs Arbeitsgruppen auf den Weg gebracht. Der Weg war jedoch ein steiniger und ein kurzer, bereits 2006 nämlich wurden die Bemühungen eingestellt.

Rechtzeitig zum Frühling, nach vierjährigem Dornröschenschlaf, soll das Beet für ein blühendes Stadtmarketing vorbereitet werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Infrastruktur und Marketing unternahm am Donnerstag erste Anstrengungen.

Michael Wirth von der Stadtverwaltung, der noch einmal die paar Kapitel des Übach-Palenberger Stadtmarketings Revue passieren ließ, sah auch schon erste Würzelchen: „Die beiden Werbegemeinschaften von Palenberg und Übach haben sich in ihrer gemeinsamen Sitzung am 15. April für gemeinsame Veranstaltungen ausgesprochen, so wird es erstmals einen stadtteilübergreifenden Weihnachtsmarkt geben.”

Zudem gebe es ein klares Bekenntnis für die Wiederbelebung des Marketings. Ausschussvorsitzender Heiner Weißborn (SPD), der die Thematik auf die Tagesordnung gesetzt hatte, plädierte denn auch vehement dafür, das Stadtmarketing fortzusetzen: „Es geht schließlich um die Identifizierung mit unserer Stadt. Um die Sache wieder voranzubringen, sollten wir das mit einem Beschluss dokumentieren.”

Walter Junker, CDU, zeigte sich skeptisch in der Beurteilung, dass die Kaufmannschaften künftig an einem Strang ziehen: „Ich sehe nur zwei Vereine, die ihre Interessen vertreten. Und ich sehe bisher nur ein Stadtteilmarketing. Haben die beiden Werbegemeinschaften schon mal überlegt zu fusionieren?” Weißborn zeigte sich davon überzeugt, dass die Grenzen aus der Vergangenheit in der Zukunft zu überwinden sind.

Der Ausschuss-Vorsitzende betonte aber zugleich, dass Stadtmarketing nicht nur Sache der Gewerbetreibenden sei: „Es geht alle Übach-Palenberger an, die Vereine, die Schulen, die Kindergärten, die Bürgerschaft und die Stadtverwaltung. Es geht um das Wir-Gefühl, das gestärkt werden muss.” Leo Meertens, UWG, brach auch eine Lanze für die Reanimation des Marketings: „Wir müssen Struktur reinbekommen”, und forderte mit Blick auf das frustrierende Aus des Marketings anno 2006: „Diesmal darf nicht nur diskutiert werden, diesmal müssen wir auch zu fassbaren Ergebnissen kommen.”

Hans-Jürgen Mallmann (UWG) und Silvia Gillen (CDU) stellten die Frage in den Raum, ob angesichts eines künftigen weiter gefassten Stadtentwicklungskonzeptes (das in nichtöffentlicher Sitzung beraten wurde) ein Stadtmarketing überhaupt erforderlich sei - Gillen: „Viele Dinge könnten sich doch hier und da überschneiden.” Sie schlug deshalb vor: „... das Stadtmarketing zurückstellen und zunächst sehen, was das Stadtentwicklungskonzept, das wir nachher beraten, umfasst.”

Walter Junker, CDU, pflichtete seiner Parteikollegin bei: „Was nützt uns das Stadtmarketing, wenn es nicht in das Gesamtkonzept passt?” Volker Schlüter, Beigeordneter für Planen und Bauen, hielt dem entgegen: „Das eine ersetzt nicht das andere. Stadtmarketing ist ein wesentlicher Bestandteil des Stadtentwicklungskonzeptes.” Das zu erarbeitende „Leitbild” müsse von sehr vielen Menschen, Vereinen und Institutionen mitgetragen werden. Erster Beigeordneter Engelbert Piotrowski machte deutlich, dass es darum gehen müsse, die Übach-Palenberger für das wichtige Thema zu sensibilisieren und selbiges neu zu entwickeln.

Sensibel will man das Pflänzchen Stadtmarketing dann auch behandeln und aufpäppeln. „Um alle ins Boot zu holen, sollten wir eine einhellige Meinung anstreben”, sprach Heiner Weißborn und betrachtete das Stadtmarketing „heute als angestoßen”. Der Beschluss wurde auf die nächste Ausschuss-Sitzung vertagt. Zeit genug, um sich für die Unvollendete einen hörenswerten Schlussakkord auszudenken.