Übach-Palenberg: SPD: Ein klares Votum für den Parteichef

Übach-Palenberg: SPD: Ein klares Votum für den Parteichef

42 Ja- und zwei Nein-Stimmen: Eigentlich konnte Alf-Ingo Pickartz nach seiner Wiederwahl als Stadtverbandsvorsitzender der SPD in Übach-Palenberg ganz zufrieden sein. Dennoch mischten sich in seine Freude über den Erfolg auch durchaus selbstkritische Töne, die bei den Berichten der Stadtverbandsversammlung am Samstag in der ehemaligen Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums (CMC) nicht fehlen durften.

„Wir haben die Kommunalwahl verloren“, blickte er auf ein in dieser Deutlichkeit nicht erwartetes Ergebnis aus dem Mai. „Bei dem anhaltenden Pessimismus in unseren Reihen konnte das doch eigentlich niemanden verwundern“, sagte Pickartz. Dennoch erlaubte er sich, die Frage zu stellen, ob wirklich alles nur negativ ist.

Zwar gestand er ein, dass Fehler gemacht wurden, doch es alleine darauf zu reduzieren, dass oft erzählt werde, der SPD mangele es an Kompetenz, Fleiß, dem nötigen Konzept oder der fehlenden Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, wollte Pickartz nicht akzeptieren. Vielmehr rief er dazu auf, anzuerkennen, dass die CDU die Stadt regiere und die Einwohnerstruktur keine mehrheitlich sozialdemokratische Ausrichtung zeige. „Aber die CDU vereint nur drei Punkte“, wie er den Regierenden entgegenhielt. Dazu gehöre die Freude über den unverhofften Sieg. „Plötzlich gewinnt man Einfluss, der ein und andere einen lang erträumten Posten“, so Pickartz über die Christdemokraten.

Dies zur Schau zu stellen, sei ebenso verständlich wie das Verhalten des „populären Bürgermeisters“, der es bestens verstehe, sich alles Positive einzuverleiben und das Negative dem SPD-Erbe zuzuschreiben. Als dritter Punkt geselle sich noch die in den Augen des SPD-Vorsitzenden „scheinbare Haushaltskonsolidierung“ hinzu, die aber nur aufgrund der Zuweisungen aus dem kommunalen Stärkungspakt einen Aufwärtstrend in der Stadt zeige. „Wir werden diesen Weg nicht kopieren können“, sagte Pickartz über den Weg der Übach-Palenberger SPD zurück an die Regierung. Der andere Weg, den die Sozialdemokraten nun einschlagen müssten, gehe auch über die Umsetzung von Ideen und Vorstellungen, wie Übach-Palenberg in Zukunft aussehen solle.

„Ich wünsche mir eine moderne, grüne Stadt, die ihre Traditionen pflegt und ihre Zukunft gewinnt“, brachte Pickartz seine Vorstellungen auf den Punkt. Die „Gene“ der Stadt — der Bergbau und dessen kulturelles Erbe sowie die Landwirtschaft — müssten sichtbar und erlebbar bleiben. „Denn erfolgreiche Städte beschäftigen sich mit ihrer Identität und pflegen ihre Geschichte bei jeder anstehenden räumlichen Veränderung“, betonte Pickartz. Dazu zählten auch vermeintlich „kleine Ecken“ im Stadtbild, die mit viel Liebe und Einsatz gepflegt werden müssten, um Mosaiksteine zu schaffen, die ein schönes Gesamtbild ergeben. Dazu gehören für den frisch wiedergewählten Vorsitzenden auch ein breites Schul- und Bildungsangebot, Angebote für Existenzgründer und bestehende Unternehmen sowie zukunftsweisende Wohnformen, beispielsweise verdichtetes Wohnen in einer grünen Innenstadt.

Hier sah Pickartz die Chance zur „Initiativzündung für die darbende Geschäftswelt.“ Und mit dem Hinweis, dass er sich von allen 244 Mitgliedern der SPD in Übach-Palenberg nicht nur Kritik, sondern auch Fürsprache in der Bevölkerung wünscht, schloss er seine Ansprache. „Bleibt realistisch in der Kritik, dann werden wir Euch nicht enttäuschen“, so Pickartz über seine Idee von gemeinsamer Vorstandsarbeit.