Geilenkirchen: „Seitliche Rolle über Innenstadt”

Geilenkirchen: „Seitliche Rolle über Innenstadt”

Etwa 50 000 Menschen, weit mehr als die Stadt Einwohner hat, sollen es gewesen sein, die am vorigen Wochenende das 30-jährige Bestehen des Awacs-Verbands in Geilenkirchen-Teveren mit gefeiert haben.

Aber auch schon Freitag und noch bis Montag waren starke Flugbewegungen über der Airbase zu erkennen. Beispielsweise für die spezialiserten Fotografen, die „Spotter”, die auffällige Fluggeräte und deren Bewegungen festhalten. Dagegen richtet sich nun ein Protest.

Diese „unzumutbaren Belästigungen” seien vermeidbar gewesen, behaupten Stefan Kassel und Jürgen Benden für den Verein „Initiative gegen Awacs-Emissionen”. „Immer wieder wird von Seiten des Kommandeurs des Nato E-3A-Verbandes, Herrn Brigadegeneral Burkhard Pototzky, die gute nachbarschaftliche Zusammenarbeit mit der Zivilbevölkerung betont und versprochen, die Lärmbelästigung auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Dieses sind dann aber leider nur leere Versprechungen”, urteilen die Vereinssprecher.

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens habe es eine Ausstellung von rund 30 Flugzeugen und Helikoptern auf dem Geilenkirchener Flugplatz gegeben. „Diese Maschinen sorgten schon bei ihrer Anreise im Vorfeld der Veranstaltung zu einer stark erhöhten Lärmbelästigung über Geilenkirchen. Dies hat schon zu erheblichem Unmut bei großen Teilen der Bevölkerung geführt.”

Es sei aber noch schlimmer gekommen: „Absolut unangemessen und nicht hinnehmbar war der Abflug der Gastmaschinen am Montag, 18. Juni. Mehrere Düsenjäger flogen nacheinander im Tiefflug mit ohrenbetäubendem Lärm ihre Abschiedsrunden über die Geilenkirchener Innenstadt, also über Kindergärten, Schulen, Altenheime und dichte Wohnbebauung. Dies alles ohne Rücksicht auf die von Brigadegeneral Burkhard Pototzky immer wieder betonte gute Nachbarschaft.

Nach umgehender telefonischer Beschwerde, wurde uns zugesagt, dass es eine Anweisung an den Tower gebe, diese Abschiedsrunden über Geilenkirchen einzustellen”, schildern die beiden Vereinssprecher. „Dies ist leider nicht geschehen. Es hat im Laufe des Nachmittages weitere Abschiedsrunden gegeben. Anwohner berichteten uns, dass mindestens eine Maschine dabei über die Innenstadt eine seitliche Rolle vollzogen hat.”

Diese Beobachtungen und Schilderungen haben Stefan Kassel und Jürgen Benden schriftlich zusammengefasst und dem Brigadegeneral am Standort Teveren zukommen lassen. Auf der Postliste standen aber auch die deutsche Delegation bei der Nato in Brüssel, das Bundesverteidigungsministerium wie auch der Bürgermeister der Stadt Geilenkirchen.

Die Sprecher der Initiative erinnern in ihrem Brief auch an eines ihrer grundsätzlichen Probleme mit dem Verband in Teveren: „Schon seit 30 Jahren leiden große Teile der Geilenkirchener Bevölkerung und der Nachbargemeinden durch den Lärm der veralteten Awacs-Flugzeuge.

In den vergangenen Jahren hat es immer wieder eine Vielzahl von Protesten gegeben und ein großer Teil der Bevölkerung spricht sich für eine Lärmeduzierung und damit für den Austausch der alten E3-A-Maschinen aus.”

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