Übach-Palenberg: „Schwarz auf Weiß”: Spaß, Spannung und Melancholie

Übach-Palenberg: „Schwarz auf Weiß”: Spaß, Spannung und Melancholie

„Schwarz auf Weiß” begeisterte Kindergartenkinder und Grundschüler in Scherpenseel gleichermaßen. „Geschichten in Sicht”: das hörten die Kinder sehr oft aus den Mündern von Karoline von Lüdinghausen und Joachim von der Heiden. Die beiden waren etwas seltsam gekleidet.

Nicht die Farben - Schwarz und Weiß - waren außergewöhnlich, sondern die Funktionen ihrer Kleidung. Denn sie konnten plötzlich kleine Plakate und Texttafeln herzaubern. All das war durchaus gewollt, schließlich spielten die beiden vom Ensemble der „Theater-Monteure” aus St. Augustin ihr Stück „Schwarz auf Weiß”. Und zum Glück gibt es an der Katholischen Grundschule in Scherpenseel die Mehrzweckhalle, denn das war der perfekte Ort dafür. Nicht in einer üblichen Guckkastenbühne, sondern inmitten der Zuschauer und um sie herum arbeitete sich das Theaterspiel über das Fabulieren durch bekannte und weniger bekannte Texte.

So gehörte beispielsweise „Der beste Hund der Welt” von Sharon Creech dazu, aber auch „Schnigula, schnagula” aus der Feder von Christian Morgenstern und Jutta Bauer oder „Fuxia, die Minihexe” hatten an diesem wundervollen Vormittag einen Teil des Textes gepachtet. Da-bei verlor das Stück aber seinen Titel nie aus den Augen: denn die Spielleute lasen zwar vor, begeisterten die jungen und nicht mehr ganz so jungen Zuschauer vor allem auch dadurch, dass sie miteinander spielten und das Publikum voll in die Aktionen einbanden.

Und während sich manche gerade für Kinder geschriebene Stücke gerade so in einer Grauzone des guten Geschmacks und des Spaßes bewegen, ließ „Schwarz und Weiß” nur einen Schluss zu: hier werden vom ersten Buchstaben an der Spaß und die Spannung groß geschrieben. Und so blieb alles, was Schwarz auf Weiß geschrieben stand, nicht bloß die Worthülse auf schön bedrucktem Papier.

Denn die Worte, pointiert vorgetragen und wundervoll ins Spiel eingebunden von den beiden Darstellern, die das Stück übrigens auch zusammengestellt haben, ließen in den Köpfen der Zuschauer immer wieder neue, spannende Welten entstehen. Immer wieder gelang es den beiden Geschichtensammlern, ihre prallvoll mit Geschichten gefüllten Sprachzentren so gekonnt zu erzählen, dass Spaß, Spannung, aber auch Melancholie und Witz auf den Punkt serviert wurden.

Dank des anfangs wenig inspirierend erscheinenden und später sich als ausgesprochen durchdacht entpuppenden Bühnenbildes wurde das Spiel noch weiter verstärkt, sodass nicht nur am Ende ein riesiger Applaus für hervorragende Leistungen mehr als angebracht war.

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