Geilenkirchen: Schüler putzen Stolpersteine: Symbolische Art des Erinnerns

Geilenkirchen : Schüler putzen Stolpersteine: Symbolische Art des Erinnerns

Ein bisschen von der Wunderpaste, ein Topfschwämmchen und ein paar Blatt Küchenrolle bekamen die Schüler des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula mit auf den Weg. Dann schwärmten sie aus in die Straßen Geilenkirchens, um die Stolpersteine in der Stadt zu putzen.

In kleinen Gruppen suchten sie die Plätze auf, an denen der Künstler Gunter Demnig in Erinnerung an die jüdischen Mitbürger seine sogenannten Stolpersteine ins Pflaster eingelassen hatte.

Karl-Heinz Nieren vom Arbeitskreis Initiative Erinnern Geilenkirchen hatte die Schüler zuvor zusammen mit dem stellvertretenden Schulleiter Bernward Coers über das Projekt informiert. Nieren erläuterte in der Aula der Schule auch den aktuellen Hintergrund der Putzaktion, denn er erwartet den Besuch von 20 Personen, die in familiärer Beziehung stehen zum Geilenkirchener Bürger Adolf Dahl.

Dessen Schicksalsdaten sind in die Stolpersteine eingraviert, die gegenüber der Kreissparkasse im Bürgersteig versenkt wurden. Dort stand ehemals das Wohnhaus der jüdischen Familie Dahl.

Am 2. Februar kommen die Gäste aus den USA, Großbritannien und Israel und machen von Aachen aus einen Abstecher nach Geilenkirchen. Geplant sei ein Rundgang durch die Stadt, so Karl-Heinz Nieren, der Besuch des jüdischen Friedhofs und die Betrachtung der Stolpersteine.

Deren Glanz wird die Besucher sicherlich erfreuen, dank des Einsatzes der vielen Schüler des Bischöflichen Gymnasiums. Ob der Anblick des Synagogenplatzes die Gäste auch erfreuen wird, wird sich zeigen.

Karl-Heinz Nieren ist aber zuversichtlich, dass sich bis zum 2. Februar etwas positiv verändert haben wird. Vor zwei Jahren hatte er Ilse Cole, eine geborene Dahl in Geilenkirchen empfangen, die sich damals sehr darüber gefreut habe, wie das Andenken an ihre Familie wach gehalten wird.

Der stellvertretende Schulleiter Bernward Coers bezeichnete die Pflege der Steine als „symbolische Art des sich Sich-Erinnerns“.

(defi)