Fridays For Future: Schüler demonstrieren erstmals in Geilenkirchen

Fridays For Future : Schüler demonstrieren erstmals in Geilenkirchen

Die Geilenkirchener Fridays For Future Ortsgruppe veranstaltet am Freitag, 12. Juli, ihre erste Demonstration. Los geht es um 11.55 Uhr auf dem Marktplatz. Die Organisatoren erwarten 70 bis 100 Demonstranten. Auch andere Ortsgruppen der Bewegung sind eingeladen.

„Passend zum Beginn der Demo ist unser Motto ‚fünf vor zwölf: Leute, es ist knapp, also fangt an zu handeln’“, erzählt Laura Savelsberg. Die 18-Jährige bildet zusammen mit Kristina Schilling, Hailey Esken, Justin Hens und Max Hagen das Organisationsteam.

Gruppe wächst stetig

Die Planung verläuft über eine Whatsapp-Gruppe mit aktuell 70 Mitgliedern. „Wir decken alle Altersgruppen ab. Von Grundschulkindern und Schülern bis hin zu Studenten und Senioren“, kommt es von Kristina Schilling. „Und die Mitgliederzahl steigt rasant.“ Es sei aber sehr hilfreich, dass Erwachsene ebenfalls teilnehmen, denn bei den Organisationen würde es oft vorkommen, dass Volljährige benötigt werden.

„Wir haben den letzten Tag vor den Ferien gewählt, da die meisten Schüler da nur ihre Zeugnisse abholen und dann nach Hause können“, erklärt Kristina Schilling. Somit hätten die meisten Schüler um diese Uhrzeit keine Schule mehr: „Dadurch können wir dem Klischee entgehen, dass wir nur demonstrieren, um Schule zu schwänzen.“

Die nächsten Demos sollen allerdings auch während der Schulzeit stattfinden. Bei der ersten wollte die Ortsgruppe dies noch nicht,  „damit sich die Leute erst mal an uns ran trauen“, so Schilling.

Die noch junge Ortsgruppe ist auch sonst sehr aktiv. Sie hat schon zweimal am Samstag mit einem Infostand auf dem Marktplatz Stellung bezogen. Dort boten sie selbstgemachte Bio-Limonade an und hat Interessierte über den Klimanotstand und ihre Gruppe informiert.

„Beim ersten Mal hat das super geklappt. Da war, im positiven Sinne, die Hölle los. Das lag wahrscheinlich daran, dass wir die Aktion vorher groß angekündigt hatten“, vermutet Max Hagen. Beim zweiten Mal sei im Vorfeld weniger die Werbetrommel gerührt worden und es sei eher schleppende gelaufen. Die nächste Aktion mit dem Info-Stand soll daher wieder groß angekündigt werden: „Wahrscheinlich werden wir in Zukunft jeden ersten Samstag im Monat den Infostand aufbauen.“

„Wir sind ja auch erst am Anfang. Die Gruppe existiert gerade einmal seit fünf Wochen, und wir müssen uns erst einmal organisieren“, erklärt Justin Hens. Abgesehen von der Demo und dem Stand plant die Ortsgruppe aktuell noch keine weiteren Aktionen. Die Organisatoren werden aber am Sommerkongress der Bewegung in Dortmund vor Ort sein und anschließend weiter planen.

Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, haben die Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren  auch einen Infokasten in der Innenstadt gestaltet. „Die Grünen haben uns netterweise ihren Infokasten am Marktplatz überlassen“, erwähnt Kristina Schilling.

Auf die Frage, was sie von dem Ratsbeschluss zur „Berücksichtigung der negativen Auswirkungen des globalen Klimawandels bei Entscheidungen des Rates“ halten, verdreht die ganze Gruppe erst einmal nur die Augen. Dann kommt von Laura Savelsberg: „Den Grünen wurde Kompromisslosigkeit vorgeworfen. Das hat uns geärgert, denn es gibt keine Kompromissmöglichkeit beim Thema Klimanotstand. Entweder ganz oder gar nicht“.  „Der Klimawandel macht auch keine Kompromisse mit uns“, wirft Max Hagen ein. „Außerdem ist der Vertrag äußerst  lückenhaft, und der Klimabeauftragte wird nur befristet auf zwei Jahre eingesetzt. Ich bezweifle, dass der Klimawandel bis dahin besiegt ist“.

Die Gruppe lädt herzlich zur Demonstration ein und freut sich über jeden Teilnehmer. Bereits Donnerstag können Interessierte zudem um 18 Uhr im Bürgertreff an einer Malaktion teilnehmen. Dort sollen Plakate und Banner für die Demo gestaltet werden.

Mehr Informationen zur Ortsgruppe online auf Instagram @fridaysforfuture_geilenkirchen und Facebook @fridaysforfuture geilenkirchen.