Raumkonzept: Schlechte Noten für die Grundschulen

Raumkonzept : Schlechte Noten für die Grundschulen

Zu kleine Räume und kaum Platz für Betreuungsangebote: „Im Bereich der Grundschulen hat Übach-Palenberg dringend Nachholbedarf“, zu diesem Ergebnis kommt Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung und Region (biregio) im jüngsten Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales.

Er wurde im vergangenen Jahr mit der Erstellung von Raumprogrammen und der Raumanalyse der Schulgebäude in Verbindung mit den Schülerprognosen beauftragt.

„Fast die Hälfte der Grundschüler  nimmt heute Ganztagsangebote in Anspruch“, erläutert Wolf Krämer-Mandeau. An der Grundschule in Boscheln sind es beispielsweise 45,8 Prozent und in Palenberg 49,3 Prozent: „Damit hätte vor zehn Jahren niemand gerechnet.“ Es ist anzunehmen, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Dadurch würden sich neue räumliche Anforderungen ergeben. „Auch die Inklusion beschreibt neue Felder. An der Grundschule in Frelenberg besuchen aktuell 20 Kinder mit Förderbedarf den Unterricht“, verweist Wolf Krämer-Mandeau auf eine weitere Entwicklung, die ebenfalls räumliche Veränderungen fordert.

„Außer vielleicht der Gemeinschaftsgrundschule Palenberg ist keine Grundschule in Übach-Palenberg so aufgestellt, dass sie zukunftsfähig ist“, fasst er zusammen. Doch der Leiter von biregio hat auch Lösungsvorschläge im Gepäck. Für die Grundschule in Boscheln schlägt er vor, die Mensa mit einem Durchgang zu vergrößern und die Bibliothek in die „Villa“ zu verlegen. „Das sind Maßnahmen, die wenig kosten, aber einen großen Effekt erzielen“, betont Wolf Krämer-Mandeau.

Deutlich kostenintensiver ist hingegen sein Vorschlag für die Grundschule Frelenberg. „Die Schule hat räumlich nur Probleme. Es fehlt einfach an Fläche, die Verhältnisse sind nicht zureichend“, schildert Wolf Krämer-Mandeau seinen Eindruck von der Begehung. Daher schlägt er den Neubau einer Mensa sowie die Umnutzung der alten Mensa vor: „Diese Lösung ist natürlich nicht billig, aber damit wäre der Standort auch langfristig auf der Höhe der Zeit.“ Auch die Grundschule in Übach könne so zukünftig nicht mehr funktionieren.

„Ein Umbau ist hier aufgrund von Beschränkungen nicht möglich“, sagt der Planer. Allerdings befinden sich unter der Sporthalle zwei Räume mit jeweils 80 Quadratmetern, die derzeit unter anderem von einem Billardverein genutzt werden. „Und das bei einer Schule mit solch eklatanten Raumproblemen“, so Wolf Krämer-Mandeau. Er schlägt daher vor, in diesen Räumen eine große Mensa und einen Bereich für die offene Ganztagsschule entstehen zu lassen und damit die Schule rundum zu entlasten: „Das wäre ein großer Schritt für die Schule, wenn auch am Rande der Fairness den aktuell dort ansässigen Vereinen gegenüber.“

Besser schnitten in der Raumanalyse die weiterführenden Schulen ab. „Der Campus ist zwar ein Kind seiner Zeit, aber mit der Sanierung des Gymnasiums ist die Raumfrage lösbar, wenn die drei Schulen auch entsprechend ihrer Züge Räume belegen“, erklärt Wolf Krämer-Mandeau.

Übach-Palenberg will nun im nächsten Schritt eine Klausur-Tagung zu dem Thema durchführen. „Dort kann jede Schule in einem geschützten Raum seine Vorschläge zu dem Thema einbringen“, erklärt Wolf Krämer-Mandeau den Ablauf. Anschließend will er die Ergebnisse wieder im Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales präsentieren. Eine Zeitschiene gibt es dafür noch nicht.

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