Übach-Palenberg: Schlafhorst feiert 50. Geburtstag

Übach-Palenberg: Schlafhorst feiert 50. Geburtstag

Das lokale Traditionsunternehmen Schlafhorst hat gerade seinen 50. Geburtstag gefeiert. Die Geschäftsleitung hatte alle Mitarbeiter und deren Familien zu einem Tag der offenen Tür sowie einer Feier am Abend eingeladen.

Die Gäste genossen die Möglichkeit, viele interessante Bereiche der Maschinenproduktion zu besichtigen, die Textilmaschinen hautnah zu erleben, so wie sie bei den Kunden in aller Welt Garne produzieren und mit Kollegen und deren Familien gemeinsam einen herrlichen Sommertag zu genießen.

Die Geburtstagsfeier, zu der auch Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch eingeladen war, gab Anlass zu einem Rückblick auf die Firmengeschichte. Der in Mönchengladbach vor fast 130 Jahren gegründete Hersteller für Textilmaschinen zählt mit mehr als 1200 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern in der Region. Das 1884 gegründete Familienunternehmen wurde Anfang der 1990er Jahre in den damaligen Saurer-Konzern integriert. In den vergangenen sieben Jahren gehörte es zur Oerlikon Gruppe. Seit kurzen ist, wie berichtet, Schlafhorst Teil der Jinsheng Gruppe und führt wieder die Namenskombination Saurer.

Einen entscheidenden Impuls für die Erfolgsgeschichte von Schlafhorst in Übach-Palenberg gab eine Ausgabe der Tagesschau im Mai 1962, die über die Schließung der Zeche Carolus Magnus und die Folgen für die Bergleute berichtete. Schlafhorst in Mönchengladbach stand in dieser Zeit vor dem Problem, dass nicht genügend Mitarbeiter zu finden waren für die Herstellung der boomenden Spulmaschinen. Deshalb zog Schlafhorst den Bau eines neuen Werks außerhalb von Mönchengladbach in Betracht.

Übach-Palenberg rückte so in den Mittelpunkt des Interesses. Nur wenige Wochen später kaufte Schlafhorst ein 11000 Quadratmeter großes Gelände der Zeche Carolus Magnus, der erste Spatenstich erfolgte im August 1962, und bereits im Oktober war Richtfest. Damit die von Schlafhorst eingestellten 200 ehemaligen Bergleute den neuen Herausforderungen im Maschinenbau gewachsen waren, fuhren sie viele Monate lang mit Bussen nach Mönchengladbach und wurden von den Mönchengladbacher Kollegen geschult. Danach montierten die neuen Mitarbeiter in dem ca. 4000 Quadratmeter großen neuen Werk zunächst einige Baugruppen der Spulmaschine Autoconer.

Was als Experiment begann, erwies sich als so erfolgreich, dass das Werk in den folgenden zehn Jahren auf die fast achtfache Größe wuchs. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf über 1000 und die unternehmenseigene Ausbildungswerkstatt konnte gar nicht so viele Lehrlinge zu Facharbeitern ausbilden, wie Schlafhorst benötigte. In den 1970er Jahren arbeiteten schon mehr als 25 Prozent aller Schlafhorst Mitarbeiter in Übach-Palenberg.

Die Unternehmenskultur wurde maßgeblich durch die ehemaligen Bergarbeiter geprägt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl von „unter Tage“ setzte sich im Teamgeist bei Schlafhorst fort. Aus dem Zulieferer für das Mönchengladbacher Hauptwerk entwickelte sich 1996 eine eigenständige Schlafhorst Niederlassung, die nicht mehr ausschließlich Komponenten für die in Mönchengladbach gefertigten Maschinen baute, sondern auch den kompletten Autoconer. Diese Spulmaschine war das Herzstück des Werks. Sie avancierte zum Technologieführer für Spulmaschinen erfolgreich in alle Welt.

Mehr von Aachener Nachrichten