Geilenkirchen: Sanierung der Plätze: Sportler drängen auf eine Entscheidung

Geilenkirchen : Sanierung der Plätze: Sportler drängen auf eine Entscheidung

Karin Hölscher, Vorsitzende des Stadtsportverbandes Geilenkirchen, bringt es auf den Punkt: „Alle Sportplätze im Geilenkirchener Stadtgebiet sind in einem schlechten Zustand.“ Beisitzer Markus Diederen hat aus Sicht der Fußballer eine Erklärung dafür: „Hier wird seit 20 Jahren Flickschusterei betrieben.“

Dass die elf von Schulen und Vereinen genutzten, städtischen Sportanlagen allesamt sanierungsbedürftig sind, wissen auch die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung. Da es sich größtenteils nicht um Mängel handelt, die kurzfristig zu beseitigen sind, wurde das Büro Geo 3 aus Bedburg mit der Erarbeitung eines Entwicklungs- und Sanierungskonzeptes für alle Geilenkirchener Sportplätze beauftragt. Das in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportverband erstellte Konzept wurde Anfang vergangenen Jahres beschlossen.

Prioritätenliste

Immendorf steht ganz oben auf der Prioritätenliste. Und hier hätten laut Planung schon längst die Bagger ihre Arbeit aufgenommen haben müssen. Doch sehr zum Ärger des Stadtsportverbandes wurde hier noch kein Arbeiter gesichtet.

„Im Jahre 2017 hat der Stadtrat eine Prioritätenliste verabschiedet. Aber derzeit wird immer noch geplant“, klagt Heinz Josef von St. Vieth, Geschäftsführer des Stadtsportverbandes. Der Vorstand des Stadtsportverbandes, der sich als Bindeglied zwischen Stadt und den Vereinen sieht, hofft nun, dass nach der Sommerpause eine Entscheidung getroffen wird, damit der Platz zumindest im nächsten Jahr saniert wird.

Von der Verzögerung ist nämlich nicht nur der FC Rhenania Immendorf betroffen, sondern auch für all die anderen Vereine, deren Sportstätten auf der Prioritätenliste stehen, schiebt sich die Sanierung jetzt um ein Jahr nach hinten. Die Anlage des FC Germania Bauchem, eigentlich für 2019 vorgesehen, steht jetzt für 2020 im Programm. Und erst wenn diese Anlage fertiggestellt ist, folgen das Waldstadion in Geilenkirchen und der Platz des FC Germania Teveren.

Grund für die Verzögerungen sind die drastisch gestiegenen Kosten für die Sanierung des Immendorfer Platzes, die Rat und Verwaltung so nicht einkalkuliert haben. Die Planer von Geo 3 hatten zunächst den Auftrag zu ermitteln, was die Sanierung des Platzes kosten würde. Diese Kosten wurden mit rund 450.000 Euro beziffert. Doch dann stellte sich die Frage, ob eine alleinige Sanierung des Platzes Sinn ergibt, oder ob technische Veränderungen, auch wenn sie wesentlich teurer sind, vernünftiger wären. Schließlich will man in einigen Jahren nicht wieder vor dem gleichen Problem stehen.

Noch keine Einigkeit

Gespräche mit Verantwortlichen des FC Rhenania hatten ergeben, dass der Einbau einer Drainage zur Entwässerung des Bodens zweckmäßiger sei. Doch damit würden die Kosten drastisch in die Höhe schießen. „Jetzt liegen wir bei knapp 700.000 Euro“, sagt Markus Diederen.

Zwischenzeitlich haben Gespräche stattgefunden, an denen Mitarbeiter der Verwaltung, Vertreter des FC Rhenania Immendorf, des Stadtsportverbandes und der Ratsfraktionen teilgenommen haben. Da hier bislang noch keine Einigkeit erzielt wurde, stand die Sanierung der Platzanlage auch noch nicht auf der Tagesordnung des Umwelt- und Bauausschusses.

Der Vorstand des Stadtsportverbandes hofft, dass dieser Punkt im September beraten wird. „Die Zeit drängt“, sagt von St. Vieth. Denn es sind nicht nur die Fußballer, die unter dieser Situation leiden: In Bauchem muss dringend die Leichtathletikanlage instand gesetzt werden, damit hier unter anderem wieder ein planmäßiger Sportunterricht für Schüler stattfinden kann. Auch die Abnahme des Sportabzeichens gestaltet sich in Geilenkirchen als schwierig, weil, so der Stadtsportverband, keine vernünftige Laufbahn mehr zu finden ist.

3,8 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren in die Sanierung der Sportanlagen investiert werden. „Wir hoffen nun, dass es jetzt in der Politik weitergeht, damit nicht noch mehr Zeit vergeht“, sagt Karin Hölscher. Und Markus Diederen meint: „Je länger es dauert, desto teurer wird es.“

Die Frage ist nun: Wenn die Kosten für das erste Projekt explodieren, was ist dann mit den folgenden Plänen?

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