„GK Kulturgut!“: Renommierte Künstler in die Stadt holen

„GK Kulturgut!“ : Renommierte Künstler in die Stadt holen

Renommierte Künstler möchte Willi Arlt nach Geilenkirchen holen. Er weiß, dass dies nicht einfach sein wird. Gleichzeitig aber möchte er auch den heimischen Kunstschaffenden ein Forum bieten.

Willi Arlt, Künstler aus Lindern, ist der neue Vorsitzende des Vereins „GK Kulturgut! — Kunst & Kultur in Geilenkirchen“. Bei seinem Vorhaben wird Willi Arlt unterstützt vom stellvertretenden Vorsitzenden Herbert Aretz. Den Vorstand vervollständigen Schriftführerin Dr. Christiane Lork, Kassiererin Katalin Islik und die Beisitzer Erika Giegla, Peter Hyden und Joep Albertz.

Unter dem Dach von GK Kulturgut gibt es eine Künstlergruppe mit dem Namen GK Kunst, der 15 heimische Künstler angehören. „Wir wollen auf der ganzen Breite der Kultur tätig werden“, sagt Willi Arlt. Das klingt zunächst wie eine Herkulesaufgabe. Gibt es doch im Kreis Heinsberg eine Reihe Vereine von Pro Arte in Erkelenz, über den Kunstverein Canthe in Hückelhoven und den Kunstverein Region Heinsberg in Heinsberg-Unterbruch bis zum Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen, die mit der Verbreitung von Kunst schon gut beschäftigt sind.

In Geilenkirchen kommen zur Kunst noch das Theater und die Musik hinzu. Die Aufführungen des Grenzlandtheaters werden im Auftrag der Stadt Geilenkirchen angeboten — mit einem städtischen, finanziellen Schutzschild. Die musikalischen Veranstaltungen möchte der neue Vorstand in die Hände der renommierten Chorleiterin Maria Slagboom legen, wobei etwas kostspieligere Konzerte wohl nur mit Hilfe von Sponsoren gestemmt werden können.

Zentrum der Aktivitäten sollen die vier Ausstellungen sein, die übers Jahr verteilt im Haus Basten ausgerichtet werden. Die erste Ausstellung unter der Regie des neuen Vorstands wurde gerade mit Werken von Willi Arlt, Herbert Aretz, Joep Albertz und Peter Hyden eröffnet. Willi Arlt betont, er möchte mit den Ausstellungen exklusiver werden, renommierte Künstler ins Haus Basten holen. Erste Kontakte zu zwei Künstlern aus den Niederlanden wurden bereits geknüpft.

„Wir wollen kulturell voran kommen“, sagt Arlt. Er kennt die Kunstszene der Region gut und hat auch weiterreichende Kontakte im Rahmen seiner künstlerischen Ausstellungstätigkeit geknüpft. Hierin sieht er eine Möglichkeit, „renommierte“ Künstler für Geilenkirchen gewinnen zu können. Das Wort Renommee in Bezug auf einen Künstler ist ein schwer einzugrenzender Begriff. Willi Arlt erklärt ihn scherzhaft mit: „Wer zweimal beim Bäcker ausgestellt hat, ist für mich noch kein renommierter Künstler.“

Den „renommierten“ Malern, Bildhauern, Zeichnern und in anderen Sparten tätigen Kunstschaffenden blieben zwei Ausstellungen der vier jährlichen. Denn neben einer kleinen Gruppenausstellung mit Künstlern der Gruppe GK Kunst soll es auch weiterhin eine große Gruppenausstellung aller GK Künstler geben, die sich mit einem bestimmten Thema befasst. Das Thema 2019 wird die deutsch-französische Freundschaft sein. Ein Künstleraustausch mit der Partnerstadt Quimperlé ist angedacht.

Willi Arlt ist außer in Geilenkirchen auch bei Pro Arte in Erkelenz Vorsitzender und beim Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen 2. Vorsitzender. Dem Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen, so Arlt, sei es bereits gelungen, renommierte Leute heranzuholen. Das sei auch gut für das Image der Stadt. Arlt: „So soll das hier auch werden.“

In Erkelenz habe er vor drei Jahren das Kaleidoskop der Sinne wiederbelebt, das auch schon im Haus Basten präsentiert worden sei. Arlt räumt ein, dass der Unterschied zwischen einem Hobby- und einem renommierten Künstler schleichend sei. Aber da, wo studierte Künstler nicht weiterkommen, würden Autodidakten sich in den Vordergrund schieben. Professionelle Künstler, also solche, die von ihrer Kunst leben könnten, gebe es in der Region ja eh kaum.

So ein Günther Uecker, wie ihn der Kunstverein Region Heinsberg mal hatte, das wäre natürlich auch mal was für Geilenkirchen, sagt Willi Arlt. Er sei überzeugt, dass man auch mit kleinem Geld gute Kunstausstellungen zeigen könne. Arlt: „Wir wollen Geilenkirchen nach vorne bringen, - stufenweise. Wenn wir gute Kunst zeigen, animiert das auch andere Künstler hier auszustellen.“

(defi)
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