Geilenkirchen: Prozess gegen Helmut D.: Verhandlungstag mit Hindernissen

Geilenkirchen: Prozess gegen Helmut D.: Verhandlungstag mit Hindernissen

Gleich zu Beginn der dritten Verhandlung vor dem Schöffengericht in Geilenkirchen gegen Helmut D., dem versuchte Vergewaltigung sowie mehrere Fälle teilweiser schwerer Körperverletzung vorgeworfen werden, stellte Richter Thomas Schönig klar, dass noch ein weiterer Termin notwendig sein wird.

Erneut waren Zeugen — trotz ordnungsgemäßer Ladung und zwischenzeitlicher Verhängung von Ordnungsgeld — nicht erschienen und eine Zeugin hatte sich sogar den Polizeibeamten, die diese weisungsgemäß nach Anmeldung vor Gericht vorführen sollten, entzogen. Dies mit der Begründung, sie habe keinen Babysitter für ihr Kind gefunden.

Das selbe Problem hatte die 30-jährige dreifache Mutter Sabrina B. für sich besser gelöst. Sie hatte ihr Neugeborenes, dessen Geburt sie an der Teilnahme an der vergangenen Verhandlung hinderte, ebenso mitgebracht wie den Babysitter. „Es gibt so etwas wie Telefon,“ musste sie sich vom Richter dennoch vorhalten lassen. „Hätten Sie rechtzeitig Ihre bevorstehende Niederkunft angemeldet, hätten sie sich das heute erspart“, fuhr er auch an die Adresse anderer Zeugen fort und spielte dabei auch auf deren polizeiliche Vorführung zum Termin an. „Die Aussageverpflichtung als Zeuge wird offenbar nicht ernst genug genommen“, ergänzte er.

Es wurde dennoch regulär verhandelt und es gab auch Zeugen, die vernommen werden konnten. Der ehemalige Schwager des Angeklagten, der heute 18-jährige Alexander D. aus Unterbruch, bestätigte, früher mit Helmut D. des öfteren Amphetamine konsumiert zu haben. Meistens habe er diese besorgt, zwei- oder dreimal habe aber auch der Angeklagte etwas mitgebracht.

Dies deckt sich mit dessen Einlassung. Nur die Mengenangaben differierten. Entgegen den darunter liegenden Angaben des Angeklagten seien es zweimal zehn Gramm gewesen. Allerdings handelt es sich bei der Weitergabe von Amphetaminen an den damals noch minderjährigen Zeugen schon per se um ein Verbrechen (das heißt: Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr), unabhängig von der Menge. Die vorgeworfene Aufforderung durch den Angeklagten, diese Drogen weiterverkaufen zu sollen, wollte der Zeuge aber nicht bestätigen.

Die zu anderen Teilaspekten der dem Angeklagten zur Last gelegten Taten eingeholten Zeugenaussagen ergaben keine nennenswerten neuen Gesichtspunkte. Am Ende des Verhandlungstages vom Verteidiger, Rechtsanwalt Claus Wallrafen, zur Möglichkeit der Aufhebung der Untersuchungshaft befragt, rang sich Richter Schönig jedoch dazu durch, insoweit schon Stellung zu beziehen, dass er darlegte, es spreche doch sehr viel dafür, dass die in der Anklageschrift genannten Vorwürfe der Wahrheit entsprächen.

Damit sei der Grund der „Wiederholungsgefahr“, auf dem die derzeitig noch andauernde Untersuchungshaft beruhe, immer noch gegeben. Helmut D. wird also auch zum nächsten Termin am 8. Juli um 12 Uhr wieder in Handschellen und Begleitung zweier Justizbeamter vor Gericht erscheinen müssen.