Gangelt: Probleme beim Bauhof seit Jahren bekannt

Gangelt: Probleme beim Bauhof seit Jahren bekannt

Der Handlungsbedarf am Gangelter Bauhof war der Gemeinde schon seit geraumer Zeit bekannt. In einem bereits mehr als zwei Jahre alten Gutachten wurden der Verwaltung im Jahre 2012 verschiedene Empfehlungen ausgesprochen, wie schwerwiegende Mängel in Sachen Struktur und Produktivität ausgeräumt werden könnten.

„Beim Bauhof der Gemeinde Gangelt besteht teilweise deutliches Optimierungspotenzial“, lautete das Fazit der Expertise. Dass diesen Ratschlägen nicht — oder zumindest längst nicht hinreichend — entsprochen wurde, ist klar, seit die CDU-Fraktion vor einigen Wochen in einem Antrag ausgesprochen harsche Kritik an der Leistung des Bauhofs geübt hat. Der Vorgang war einigermaßen bemerkenswert, entsprach er insbesondere in dieser Schärfe doch eher dem, was man gemeinhin von einer der Oppositionsfraktionen erwarten würde. Diese wiederum kritisierten stattdessen den CDU-Vorstoß mit deutlichen Worten. Und selbst Bürgermeister Bernhard Tholen sah sich im Gemeinderat gezwungen, sich von dem Ton zu distanzieren, der aus seinen eigenen Reihen angeschlagen worden war.

Gleichwohl wurde mit dem ehemaligen Waldfeuchter Bürgermeister Johannes von Helden auf Honorarbasis ein Berater engagiert, der den Laden nun auf Vordermann bringen soll. Dies passt nun Freien Wählern (FW) und Unabhängigen Bürgern (UB) nicht. Schließlich, siehe oben, habe man ja aufgrund des Gutachtens schon seit langem davon gewusst, dass die Ressourcen des Bauhofs nicht optimal genutzt würden. Zumindest nahm das Gutachten seinerzeit einiges von dem vorweg, was nun, zwei Jahre später, Johannes von Helden richten soll.

So lautete eine der Empfehlungen des Gemeindeprüfungsamts, zwecks „Ermittlung arbeitszeitunabhängiger Leistungspreise“ ein Grünflächenkataster zu erstellen. Vernichtend fiel damals auch das Urteil über die Produktivität des Bauhofs aus: die „interne Steuerung“ zeige einen „erheblichen Optimierungsbedarf“ auf. Der Arbeitseinsatz müsse daher anders organisiert werden — beispielsweise durch die Zuweisung von Bezirken an einzelne Kolonnen, die dann Prioritäten folgend abgearbeitet werden. Auffällig, so heißt es in dem Gutachten weiter, seien ferner die ungewöhnlich hohen Ausfallzeiten aufgrund von Krankheiten, deren Ursachen zu analysieren und zu bekämpfen seien. „Die Ausfallzeiten können auch ein Indikator für eine allgemeine Unzufriedenheit der Mitarbeiter sein.“ Vielleicht helfe mehr Eigenverantwortung oder auch eine andere Zusammensetzung der einzelnen Bauhof-Teams. Ausdrücklich gelobt wird in dem Gutachten lediglich die Modernisierung des Fuhrparks durch das Ausmustern nicht benötigter Fahrzeuge.

Bürgermeister Bernhard Tholen hatte gegen die Kritik von FW und UB in der jüngsten Ratssitzung vorgebracht, dass einige Vorschläge durchaus umgesetzt worden seien. Allerdings wohl ganz eindeutig nicht in ausreichender Menge. Sonst wäre es schließlich gar nicht erst zu dem scharfen Antrag der CDU-Fraktion und dem entstandenen Flurschaden gekommen. Ratsfrau Helga Heinen (FW) stuft die Angelegenheit so ein: „Krasses Versagen der Verwaltung wird auf die Mitarbeiter des Bauhofs abgewälzt.“

Zumindest daran, die Diskussion im Gemeinderat für die Nachwelt festzuhalten, besteht offenbar kein Interesse. In der Niederschrift zur Sitzung wird der Hinweis von FW und UB auf das 2012er-Gutachten mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt. Ebenso wenig die damit verbundene Diskussion.

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