Präsidentenwechsel beim Lionsclub Übach-Palenberg/Geilenkirchen

30.000 Euro für guten Zweck : Lions helfen da, wo große Not herrscht

Der Lions-Club Übach-Palenberg/Geilenkirchen hat einen neuen Präsidenten. Georg Rongen löst Thomas Busch an der Spitze der Hilfsorganisation ab. Beide legen eine eindrucksvolle Bilanz vor.

Plötzlich stand die Mutter mit ihren Kindern alleine da. Der Familienvater hatte die Sozialhilfe für den laufenden Monat komplett vom Bankkonto abgehoben und war damit verschwunden. Die zurückgelassene Familie war mittellos. Den Mitarbeitern der zuständigen Ämter waren die Hände gebunden: Eine einmal ausgezahlte Leistung kann schließlich kein zweites Mal überwiesen werden. Ganz schnell und vor allem unbürokratisch ist in diesem Fall der Lions Club Übach-Palenberg/Geilenkirchen eingesprungen und hat finanzielle Unterstützung geleistet.

Die Lions helfen da, wo es die öffentliche Hand nicht kann, beispielsweise dem Jungen mit Behinderung, der sich sehnlichst ein behindertengerechtes Fahrrad wünscht, oder dem Menschen mit Behinderung, der dringend einen Treppenlift benötigt, ihn aber nicht von der Krankenkasse bezahlt bekommt. Die rund 40 Mitglieder des Lions Clubs Übach-Palenberg/Geilenkirchen wissen, wie viel versteckte Not es gibt, dass es Kinder gibt, deren Eltern die Turnschuhe für den Sportunterricht oder die Klassenfahrt nicht bezahlen können.

Die Betroffenen selbst kennen meist die Lions nicht. Und wenn sie sie kennen würden, wäre die Hemmschwelle viel zu groß, sie anzusprechen. Meist sind es die Mitarbeiter von Jugend- und Sozialämtern, von Schulen und Kindergärten, die an die Hilfsorganisation herantreten und auf die versteckte Not aufmerksam machen. Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter sind oft die Menschen, denen die versteckte Armut in Familien auffällt. Sie bemerken, wenn der kleine Junge jeden Morgen lediglich mit einer Dose Fisch zur Schule kommt, während andere Schüler ihre schmackhaften und liebevoll zubereiteten Pausenbrote auspacken.

„Wenn man dieses versteckte Elend sieht, treten einem auch schon mal die Tränen in die Augen“, sagt Georg Rongen, Steuerberater in Heinsberg. Er ist im Jahre 2011 den Lions beigetreten und jetzt der aktuelle Präsident. „Wenn man dazu beitragen kann, anderen Menschen eine Freude zu machen, kann man abends mit einem guten Gefühl ins Bett gehen“, begründet der Heinsberger sein Engagement. Er löst mit der Übernahme des Amtes den bisherigen Präsidenten Thomas Busch, Inhaber von drei Metzgereien, in diesem Amt ab. „Wenn man vom Leben nicht benachteiligt wird, möchte man auch etwas zurückgeben“, nennt der diplomierte Maschinenbauer einen Grund, warum er im Jahre 2011 den Weg zu den Lions gefunden hat. Und er sagt: „Durch die Medien gehen Bilder von Katastrophen in der ganzen Welt. Aber auch in unserer Nachbarschaft gibt es Not.

Es sind aber nicht nur die sozialen Maßnahmen, die für eine konstante Mitgliederzahl im Verein sorgen. „Wir haben ein angenehmes Clubleben. Man verbringt Zeit mit sympathischen Menschen, und meist sind auch die Partner dabei“, sagt der scheidende Präsident Thomas Busch. Nicht umsonst sind die Lions nicht nur ein Verein, sondern ihrem Selbstverständnis nach ein Freundeskreis.

„We serve – Wir dienen“: Unter diesem Motto verpflichten sich die weltweit rund 1,4 Millionen Lions in über 190 Ländern, Menschen in materieller und seelischer Not zu helfen. Sie wollen der Gemeinschaft dienen, gute Beziehungen zwischen den Völkern entwickeln und den Weltfrieden fördern. Es ist kein elitärer Verein, sondern eine Gruppe von Menschen aus sämtlichen Berufsgruppen, vom Handwerker bis hin zum Lehrer oder Arzt, die sich sozial engagiert und über eine große Portion an Organisationstalent und Kreativität verfügt. Das muss man schon haben, denn es gilt, möglichst hohe Einnahmen für wohltätige Zwecke zu erzielen.

Wenn Thomas Bisch sein Amt an Georg Rongen übergibt, kann er auch eine eindrucksvolle Bilanz vorlegen: 30.000 Euro konnten die Geilenkirchener und Übach-Palenberger Lions im vergangenen Jahr für wohltätige Zwecke spenden. Haupteinnahmequelle war wieder die Adventskalender-Aktion: 3500 Kalender wurden in der Vorweihnachtszeit zu einem Stückpreis von fünf Euro an den Mann gebracht. Dieser Kalender soll künftig durch mehr Gewinne noch attraktiver werden. Auch der Bücherverkauf auf dem Nikolausmarkt ließ wieder die Lions-Kasse klingen. Hinzu kommen etliche Spenden. So konnten die Lions auch in diesem Jahr jeder Grundschule in Geilenkirchen und Übach-Palenberg 500 Euro für ein selbstgewähltes Projekt zur Verfügung stellen. Ebenfalls unterstützt wurde wieder das Lions-Projekt Klasse 2000, durch das Grundschullehrer so geschult werden, dass sie Gesundheitsförderung und Prävention im Unterricht einfließen lassen können.

Schnell und unbürokratisch wollen die Lions helfen. Trotzdem muss jedes Anliegen gut geprüft werden. „Wir wollen kein Sponsoring betreiben oder die Mannschaftsfeier des Fußballvereins finanzieren. Wir helfen da, wo echte Not herrscht“, stellt Rongen klar.

Mehr von Aachener Nachrichten