Geilenkirchen: Plötzliche Wende im Wirbel um Intercity: Neuer IC stoppt nun doch

Geilenkirchen: Plötzliche Wende im Wirbel um Intercity: Neuer IC stoppt nun doch

Gute Nachrichten für Bahnreisende: Der neue Intercity, der ab Mitte Dezember an fünf Tagen in der Woche Aachen und Berlin miteinander verbindet, hält nun doch in Geilenkirchen. Die im September erfolgte Ankündigung der Deutschen Bahn, dass die neue IC-Verbindung, die von montags bis freitags auf dem Fahrplan stehen wird, nicht im Kreis Heinsberg, wohl aber in Herzogenrath, Rheydt und Mönchengladbach halten sollte, hatte für Verärgerung gesorgt.

Da erschienen die beiden einzigen neuen IC-Stopps in Geilenkirchen freitags mittags (IC 1918 nach Berlin) und sonntags abends (IC 1919 aus Berlin) eher wie ein Trostpflaster. So sprach der Fahrgastverband Pro Bahn (Regionalverband Euregio-Aachen) noch in dieser Woche von einem „Schildbürgerstreich“ und einem „schlechten Scherz“.

Doch dann gab es am Donnerstagnachmittag plötzlich die Wende im Wirbel um den IC: Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte eine DB-Sprecherin in Düsseldorf, auch der neue IC 2222 werde morgens bei der Fahrt nach Berlin in Geilenkirchen stoppen wie auch abends der IC 2223 auf dem Weg retour nach Aachen.

Bei der Ankündigung der neuen Verbindung im September seien die Planungen noch nicht endgültig abgeschlossen gewesen. Aber an diesem Halt in Geilenkirchen sei ohnehin bereits lange gearbeitet worden; jetzt sei er doch noch möglich geworden. Allerdings werde dies voraussichtlich erst Mitte November in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn im Internet unter www.bahn.de auftauchen, beugte sie möglichen Irritationen vor.

„Ein guter Anfang“

„Das ist ja interessant, eine gute Entwicklung, super erfreulich“, sagte Michael Bienick, stellvertretender Vorsitzender des Pro-Bahn-Regionalverbandes, als er am Abend von unserer Zeitung über die neue Auskunft der DB informiert wurde. „Ein guter Anfang ist gemacht.“

Trotzdem bleibe Pro Bahn bei seinen weiter gehenden Forderungen: Um eine wirklich attraktive Alternative zum Flugzeug zu sein, müsse das Fernzugangebot in der Region noch deutlich ausgeweitet werden. Der Fahrgastverband denkt da an ein Mindestangebot von sechs bis acht direkten IC-Zugpaaren.

Pro Bahn machte zudem darauf aufmerksam, dass Fernzüge nicht nur die Umwelt deutlich entlasten würden, sondern auch in der Reisekette von Stadtzentrum zu Stadtzentrum einen deutlichen Vorteil gegenüber dem Flugzeug hätten — ohne lange, zeitaufwendige Wege von und zum Flughafen oder Kontroll- und Check-in-Zeiten. Um diesen Vorteil rundweg nutzen zu können, müsse der Fernverkehr wieder zurück in die Fläche, so Pro Bahn.

„Mit dem Interregio gab es bis ins Jahr 2000 einen zweistündlichen Fernverkehr von der Region Aachen, der Region Heinsberg und Mönchengladbach nach Berlin und weiteren Zielen in Ostdeutschland“, daran erinnerte Stefan Houbertz, Vorsitzender von Pro Bahn (Euregio-Aachen).

„Leider fiel dieses attraktive, erfolgreiche und allseits beliebte Zugangebot dem Rotstift des damaligen Bahnchefs Hartmut Mehdorn zum Opfer, der die Bahn im Auftrag der Politik an die Börse bringen wollte.“ Von ­einem Jahr aufs nächste seien damals zahlreiche Regionen vom Fernverkehr abgehängt worden. Die Bundespolitik sei aufgefordert, die Mindeststandards der Bedienung für einen flächendeckenden Fernverkehr festzuschreiben.

„Auf jeden Fall eine Bereicherung“, so kommentierte Dr. Joachim Steiner, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg, am Donnerstag die neuen IC-Verbindungen nach Berlin. Er hoffe, dass sie auch genutzt würden. Denn die DB hat erklärt, sie würden zunächst „testweise“ für zwei Jahre angeboten. Für einen dauerhaften Betrieb sei eine zufriedenstellende Auslastung dieser Fernverkehrszüge notwendig.

(disch)
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