Geilenkirchen: Pläne für ein „Bürgerhaus” in der Innenstadt

Geilenkirchen: Pläne für ein „Bürgerhaus” in der Innenstadt

Braucht Geilenkirchen einen Bürgertreff? Ein Bürgerhaus? Ein Bürgerstübchen? Braucht Geilenkirchen Räume, in denen Gemeinschaft gelebt wird? In denen Menschen aller Berufs- und Altersgruppen, sozialer Schichten und Kulturen sich begegnen? In denen Angebote zu kritischer Auseinandersetzung, Initiative und kreativer Betätigung anregen?

Eine Gruppe Geilenkirchener Einwohner sagt auf jeden Fall „Ja, Geilenkirchen braucht einen Bürgertreff.” Wie sich diese Gruppe ein Bürgerhaus vorstellt, zeigt sie vom 26. bis 28. Oktober in den Räumen des ehemaligen Friseursalons „Indira” gegenüber der evangelischen Kirche an der Konrad Adenauer-Straße.

Die Idee von einem Bürgerhaus in Geilenkirchen ist nicht neu. Bereits im Jahr 2008 hat der Aachener Diplom-Sozialpädagoge Jörg Seigies im Auftrag der Geilenkirchener Grünen eine Konzeption „Soziokulturelles Zentrum für die Stadt Geilenkirchen” vorgelegt. Damals hatten die Grünen das Ziel, ein solches Soziokulturelles Zentrum in der ehemaligen Molkerei an der Herzog-Wilhelm-Straße einzurichten.

Jetzt kam die Idee wieder - bei einer Zukunftswerkstatt anlässlich des Bundesprogramms „Toleranz fördern - Kompetenz stärken”. Für Einzelprojekte gegen Diskriminierung und gegen Isolation stehen der Stadt Geilenkirchen aus diesem Programm in den nächsten drei Jahren Fördermittel in Höhe von 270 000 Euro zur Verfügung.

Bei einer Zukunftswerkstatt im Oktober vergangenen Jahres im Bauchemer Kindergarten haben sich Aktive getroffen und Bilanz gezogen. Was läuft gut in Geilenkirchen? Was fehlt in der Stadt? „Immer wieder fielen dabei Begriffe wie Bürgerhaus, Bürgertreffpunkt, Mehrgenerationenhaus. Jeder hatte einen anderen Begriff, aber alle wollten einen Treffpunkt”, blickt Nicole Abels-Schell, Gemeindesozialarbeiterin der Caritas, auf das Treffen zurück. Auch Gabriele Bittner, engagierte Bürgerin aus Geilenkirchen, setzte sich vehement für ein Bürgerhaus ein.

Mit weiteren Mitstreitern gründeten die beiden Frauen einen Arbeitskreis, dem sich auch schnell der Fraktions- und Parteichef der Geilenkirchener Grünen, Jürgen Benden, anschloss. Danach entwickelte der Arbeitskreis ein Konzept für ein Bürgerhaus. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Planung für das „Soziokulturelle Zentrum”.

Das Bundesprogramm „Toleranz fördern - Kompetenz stärken” fördert die Entwicklung von Ideen, allerdings keine laufenden Projekte mit Folgekosten, beispielsweise Mieten. „Im Rahmen des Bundesprogramms wollen wir nun den Menschen in der Stadt an drei Tagen zeigen, wie ein Bürgerhaus funktioniert”, erklärt Jürgen Benden. Nicole Abels-Schell fügt hinzu: „Wir hatten eine Idee. Aber wie kommt diese Idee beim Bürger an? Deshalb richten wir im Oktober den Bürgertreff auf Probe ein.”

Die Arbeitsgruppe hat sich in der Innenstadt leerstehende Ladenlokale angesehen, die für die Einrichtung eines Bürgerhauses in Frage kommen. „Es waren schöne Räume, die meisten aber nicht finanzierbar”, bedauert Jürgen Benden. Mit dem Besitzer eines ehemaligen Friseursalons wurde die Gruppe jetzt einig. An den drei Tagen, so Benden, soll „ein perfektes Bürgerhaus” vorgestellt werden. Mobiliar wird die Caritaswerkstatt für die Zeit zur Verfügung stellen. „Ziel ist, dass sich an den drei Tagen mehr Bürger anschließen. Jeder ist willkommen, wir sind kein geschlossener Kreis”, erklärt Gabriele Bittner. Sie weist darauf hin, dass an den drei Tagen unterschiedliche Angebote für alle Generationen und alle sozialen Schichten gemacht werden (ausführliches Programm folgt).

Ende September hat die Arbeitsgemeinschaft mit der Renovierung der etwas mehr als 100 Quadratmeter großen Fläche begonnen. Interessierte Bürger und Handwerksbetriebe sind weiter als freiwillige Helfer willkommen. „Das gilt auch für einen Gartenbauer, denn ein paar Blümchen im Innenhof wären auch ganz nett”, meint Gabriele Bittner. Auch ist die engagierte Gruppe auf der Suche nach Ehrenamtlern, um einen offenen Treffpunkt gewährleisten zu können.

Einige Bürger haben schon signalisiert, ein paar Stunden in der Woche ihre Dienste zur Verfügung zu stellen. Da gibt es schon engagierte Bürger, die ein Seniorencafé gestalten möchten, da gibt es aber auch das Angebot, Vorleserunden für Kinder anzubieten. Wer die Arbeitsgruppe unterstützen will, melde sich bei Nicole Abels-Schell, ? 02451/4820889, oder Gabriele Bittner, ? 0160/91619674.

Die Bürger sollen uns mitteilen, welche Angebote sie wollen”, sagen Nicole Abels-Schell und Jürgen Benden. „Wir wollen uns schließlich weiterentwickeln.”

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