Geilenkirchen: Patienten den Blick in eine farbenfrohe Natur geschaffen

Geilenkirchen: Patienten den Blick in eine farbenfrohe Natur geschaffen

Es wurde größer als geplant und ist, wenn es nach der Künstlerin geht, immer noch nicht fertig. Auf der Außenwand im Lichtschacht der Onkologie im St.- Elisabeth-Krankenhaus schuf Claudia Grafen ein Gemälde, das den Patienten den Blick in eine farbenfrohe Naturlandschaft eröffnet.

In 80 Stunden Arbeit wischte die Geilenkirchener Künstlerin das zuvor trostlose Grau der Wand mit Spachtel und bunter Acrylfarbe beiseite und schuf so eine positive Atmosphäre für die zahlreichen Chemopatienten des Krankenhauses.

Im Rahmen von „Kunst im Krankenhaus” (KiK) können sich Kunstinteressierte im Lichthof der Stationen C3/B3 noch bis zum 23. Oktober 2011 anhand der ausgestellten Vorskizzen über die Entstehungsgeschichte des 12 x 2,50 Meter großen Werkes informieren. Jede der Skizzen von Claudia Grafen ist eigentlich ein Kunstwerk für sich und würde als Einzelstück eine Ausstellung bereichern. Seit der Grundschule malt die Künstlerin und hat sich beim Studium der Innenarchitektur zusätzlich zu ihren in die Wiege gelegten malerischen Fähigkeiten das Gefühl für Zeit und Raum angeeignet.

Für das Café „Lichtblick” im Krankenhaus hat sie bereits ein großes Wandbild mit den Motiven Birkenbäume und Sommerwiese geschaffen. Krankenhausseelsorger Meinolf Schrage kam vor Monaten die Idee, auch die Außenwand des Therapieraumes der onkologischen Station positiv zu gestalten. Der Gedanke gefiel Claudia Grafen, und schnell erklärte sie sich bereit, ehrenamtlich die „malerische Aufgabe” zu übernehmen. „Wenn man durch das Fenster guckt, muss man Natur sehen. Auch Bäume, denn Bäume sind Leben”, sagt die Künstlerin.

So machte sie sich mit Spachtel und Acrylfarbe an die Arbeit um aus vier Zyklen ein Ganzes zu schaffen. Dafür mussten die vier Jahreszeiten in ihrer „unterschiedlichen Farbenpracht” herhalten, und zwar in der Reihenfolge Herbst, Winter, Frühjahr, Sommer. Diese Reihenfolge hat Claudia Grafen bewusst gewählt. „Sie soll den schweren Weg durch die Chemotherapie, stellvertretend durch den Herbst und Winter aufzeigen, in Erwartung auf den Frühling und die gute Aussicht auf den Sommer”, erläutert Grafen. Die Ausstellung im Lichthof dokumentiert anhand von einem Dutzend Vorskizzen den Entstehungsprozess des Werkes. Zudem werden Fotos der fertigen Außenwand gezeigt.

Claudia Grafen musste wasserfeste Farben verwenden, damit das Kunstwerk den Witterungseinflüssen widersteht. Die Geilenkirchenerin hat mit dem großen Gemälde viel Sonne in den Therapieraum gebracht und das wird sicherlich auch den Patienten gut tun. Dem Baum kommt in dem Werk eine besondere Bedeutung zu, denn: „Der Baum ist ein Symbol für das leben. Ob er einzeln in der Landschaft steht oder in Gemeinschaft mit vielen anderen, der Baum bleibt immer einzigartig, ein Individuum und doch ein Teil des Ganzen.

Der Baum steht in besonderer Weise als Symbol für den Jahreskreis und den persönlichen Lebensprozess. Im Wandel der Jahreszeiten spiegelt sich das wider”, erzählte Claudia Grafen. Das Werk an der Außenwand der Onkologie ist bereits vier Meter über die anfangs geplanten acht Meter Länge hinausgewachsen. „Es ist aber noch nicht fertig, da ist noch ein Stück graue Wand”, erzählt Claudia Grafen. So ist damit zu rechnen, dass die Künstlerin in naher Zukunft den Horizont im Lichtschacht noch einmal erweitert.