Geilenkirchen: Pater Arnold Plum ist aus Japan zu Besuch in Teveren

Geilenkirchen : Pater Arnold Plum ist aus Japan zu Besuch in Teveren

„Gewiss, es wird gut“ — diese Worte stehen als japanische Schriftzeichen auf dem Gewand, das Pater Arnold Plum bei seinem Besuch im Rathaus trägt. Es sieht aus wie ein Kimono, nur kürzer und aus einem leichten, sommerlichen Stoff gewebt. „Das tragen die Japaner jetzt im Sommer“, erzählt Plum, der aus seiner Wahlheimat Japan an Temperaturen von weit über 30 Grad gewöhnt ist.

„Hier ist es doch sehr angenehm“, meint er. Dennoch hat er seine Kleidung nicht zufällig gewählt. Denn der Spruch auf der Brust soll Mutmacher für alle Deutschen sein, „in vier Jahren ist wieder eine WM. Da wird es bestimmt wieder besser klappen.“

Für Pater Arnold Plum ist die Zeit des Daumendrückens noch nicht vorbei. Denn sein Herz schlägt natürlich auch für das japanische Team. Da die Mannschaft heute ihr letztes Vorrundenspiel hat, geht der Termin bei Bürgermeister Georg Schmitz auch recht flott vonstatten. „Kurze Predigt“, nennt das Plum, dem die Ehre zuteil wird, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen.

Pater Arnold Plum ist gebürtiger Teverener, hier zur Schule gegangen, und nach seinem Studium der Theologie und Philosophie in Sankt Augustin, Wien und an der Mosel hat es ihn direkt nach Japan gezogen. Dort war er in verschiedenen Pfarren aktiv und betreut derzeit über 800 Christen in Japan. Im Oktober vergangenen Jahres feierte Plum sein 50. Priesterjubiläum.

Ins Goldenen Buch möchte Plum ein Zitat des heiligen Josef Freinademetz schreiben: „Die Sprache, die jeder versteht, ist die Liebe.“ Bei all dem Sprach-Wirrwarr — Plum hat am Morgen noch den Teverener Grundschülern Japanisch-Unterricht gegeben und dann auch gleich noch Bürgermeister Schmitz und dem Teverener Ortsvorsteher Hans Josef Paulus ein paar Worte beigebracht — hat er sich jedoch ein wenig verschrieben und beginnt mit „Die Liebe, die jeder versteht...“. Statt den Satz erstmal durchzustreichen, wie der Bürgermeister es ihm rät, macht Plum sich den Spruch kurzerhand zu eigen und vollendet mit „... ist das Herz“. Auch schön, finden die Anwesenden. So schön, dass Pater Plum das neue Motto auch noch einmal auf Japanisch darunter schreibt.

Pater Plum bleibt bis September in Deutschland, reist zwischendurch nach Heidelberg, wo er einen Monat lang als Kurpastor arbeitet. „Das macht mir Freude“, sagt Plum, der auch mit 78 Jahren noch nicht ans Aufhören denkt. „Ich mache das, was mir Spaß macht“, sagt er, und freut sich schon jetzt auf seine Rückkehr nach Japan.

Mal sehen, über welchen WM-Platz er sich dann gemeinsam mit seinen Japanischen Freunden freuen kann.

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