Geilenkirchen: Partner aus Quimperlé protestieren gegen die Windräder

Geilenkirchen: Partner aus Quimperlé protestieren gegen die Windräder

Für vier Tage besuchte eine zwölfköpfige offizielle Delegation aus Quimperlé die Partnerstadt Geilenkirchen. Zum ersten Mal dabei waren auch der kürzlich gewählte Bürgermeister der bretonischen Stadt, Michael Quernez, und die für Partnerschaft und Kooperationen sowie für die Gleichstellung zuständige Beigeordnete Pascale Dovineau.

Zusammen mit 34 Landwirten aus Quimperlé war die Delegation auf dem Marktplatz von ihren deutschen Gastgebern empfangen worden. Neben Exkursionen in die Region, gemeinsamen Essen, einer Stadtbesichtigung und ein wenig Freizeitgestaltung mit ihren Gastfamilien stand auch eine Arbeitssitzung im Rathaus auf dem Programm. Hierzu hatten die beiden Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine, Karin Goenvic auf französischer und Willy Davids auf deutscher Seite, die Moderation übernommen.

Nach dem Thema „Leerstand“ im vergangenen Jahr, beschäftigte sich die Versammlung jetzt mit erneuerbaren Energien. Dazu referierten die Bürgermeister Thomas Fiedler und Michael Quernez. Gäste wie Gastgeber erfuhren einiges über die in den jeweiligen Ländern bevorzugten Energiequellen. Die interessanten und aufschlussreichen Vorträge förderten im Vergleich Unterschiede in den Systemen zutage und machten auch verschiedene Standpunkte auf politischer Ebene deutlich. So werden beispielsweise in Deutschland die Windkraftanlagen stark gefördert, während diese in Frankreich so gut wie keine Rolle spielen.

„Vom höchsten Punkt Geilenkirchens aus sind über 100 Windräder zu sehen“, sagte Fiedler zu Beginn seiner Präsentation. Sein französischer Amtskollege machte deutlich, dass in seinem Land die Nuklearenergie überwiege. Jedoch habe die Regierung einen Klima-Plan erstellt, der eine Reduktion von 50 Prozent bis 2025 vorsehe. Ausgeglichen werden solle dies unter anderem durch erneuerbare Energien, beispielsweise Biogase in der Landwirtschaft. „Windräder stoßen in der bretonischen Bevölkerung auf viel Widerstand“, machte Querez klar, aber ein erster Offshore-Windpark sei schon an der Küste der Bretagne bei Brest geplant. „Wir verfolgen das gleiche Ziel, nutzen aber unterschiedliche Wege, die dahin führen“, ging Willy Davids auf die geforderte Reduzierung des CO2-Ausstoßes ein.

Bei der von Johannes Hensen angesprochenen Reaktivierung des Austauschs zwischen den beiden Fußballvereinen FC Quimperlé und FC Germania Bauchem will man nach einer Lösung suchen. Willy Davids und sein französisches Pendant Karin Goenvic freuen sich schon auf das runde, 50-jährige Jubiläum der Städtefreundschaft, das in 2016 in Geilenkirchen und 2017 in Quimperlé gefeiert wird. Parallel zu den Aktivitäten der offiziellen Delegation feierten die Landwirte am Wochenende das 35-jährige Bestehen ihrer Freundschaft.

(g.s.)
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