Übach-Palenberg: „Papa Gehlen” nimmt Abschied vom Bauhof

Übach-Palenberg: „Papa Gehlen” nimmt Abschied vom Bauhof

Auch, wenn er heute „Technischer Bauhof” heißt: Für ihn wird er immer der „Städtische Bauhof” bleiben. Jetzt hatte Clemens Gehlen den letzten Arbeitstag bei „seinem” Städtischen Bauhof.

Die Verbundenheit mit der alten Bezeichnung ist kein Wunder, hat der Mann doch im Jahr 1971 diesen Bauhof überhaupt erst aufgebaut. Nun ist die Zeit des täglichen Erwerbslebens vorbei, denn am Donnerstag nahm „Papa Gehlen”, wie er von seinen Mitarbeitern zwar hinter seinem Rücken, aber immer respektvoll und anerkennend genannt wurde, seinen Hut. Mit einem kleinen Ausstand im Kreise von Freunden und Kollegen feierte Gehlen nicht groß. Schließlich hat er auch in Zukunft vor, der neuen Spitze des Technischen Betriebes mit Maria Luise Hermanns, Gottfried Mannheims und Udo Langendorf mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

„Nach fast 50 Arbeitsjahren ist es sicher nicht einfach, zu gehen”, unterstrich der Jubilar. Mit 14 Jahren begann er schon seine Ausbildung zum Gärtner, wurde 1963 Kammersieger beim Berufswettkampf der Baumschulen und nahm auch am Bundesentscheid teil. Neben einer Tätigkeit bei der Stadt Erkelenz legte er erfolgreich die Prüfung zum Gärtnermeister ab und begann am 1. August 1971 seinen Dienst bei der Stadt Übach-Palenberg.

1991 wurde er Leiter des Baubetriebshofes. „Als ich hier hingekommen bin, wusste ich nicht einmal, wo das Rathaus steht”, gestand er in seinen kurzen Worten. Aber die Arbeit, der Aufbau des Betriebshofes mit dem Neubau am heutigen Standort in der Daimler-straße sowie sein ganzes Wirken hätten ihm immer Freude bereitet, unterstrich Gehlen. „Wenn ich nochmal einen Beruf zu wählen hätte, würde ich den gleichen Weg wieder einschlagen.”

Baumschnitt auf Krücken

Spaß hatte er aber auch mit seinen Mitarbeitern und Kollegen, denen er das Prinzip des Forderns und Förderns vorlebte. So erinnerte Maria Luise Hermanns in einer kurzen Anekdote an einen Tag nach Gehlens schwerem Arbeitsunfall im Jahr 1993. Damals wurde der Leiter des Baubetriebshofes zum provisorischen Bauamt an der Wurmtalbrücke gefahren, stieg mühevoll aus, hievte sich auf seine zwei Krücken, um gleich darauf die Straßenseite zu wechseln, um einem jungen Kollegen höchstpersönlich den richtigen Baumschnitt vorzuführen. „Das war nicht nur sein Job, das war Berufung und Vorbild”, war sich Hermanns sicher.

Natürlich galt Gehlen auch der Dank seiner Belegschaft und von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der sich im Namen aller Bürger der Stadt für den Einsatz bedankte.