Oktoberfest in Geilenkirchen

Geilenkirchener Schützen laden zum Oktoberfest : Innenstadt-Schützen bei Kirmes vereint

Fazit der Veranstalter: Die Herbstkirmes war nicht so der große Kracher. Aber die Pfingstkirmes bleibt in Geilenkirchen der Renner. Im Oktober stehen die Schützen im Mittelpunkt.

Drei Tage verwandelte sich die Geilenkirchener City in einen Kirmesplatz. Gefeiert wurde die traditionelle Geilenkirchener Herbstkirmes, die die Stadt Geilenkirchen gemeinsam mit den drei Schützenbruderschaften der Innenstadt, der St.-Johannes-Schützenbruderschaft Hünshoven, den Vereinigten St.- Sebastianus- und Junggesellen- Schützenbruderschaften Geilenkirchen und der St.-Josef-Schützenbruderschaft Bauchem, ausrichtete.

Traditionell kommt dem Bürgermeister die Ehre zu, die Kirmesfeierlichkeiten zu eröffnen. Neben dem Marktbrunnen war daher eigens ein kleines Fässchen Bier aufgebockt worden. Bürgermeister Georg Schmitz griff nach einigen launigen Worten der Begrüßung zum Holzhammer, nicht ohne vorher darauf hingewiesen zu haben, dass ihm ja der Holzhammer eigentlich nicht so liege. Er bevorzuge eher einen Plastikhammer. So wussten die Umstehenden schon im Vorhinein, woran es im Nachhinein lag, dass der Gerstensaft nicht fließen wollte.

Auch der General müht sich ab

Schon Brigadegeneral Charles McDaniel hatte sich beim diesjährigen Oktoberfest auf der Nato Air Base redlich abgemüht und das Dutzend Schläge auf den Zapfhahn locker vollgemacht. Georg Schmitz war pfiffiger. Er bat nach dem vierten erfolglosen Schlag einen altgedienten Schützenkameraden um Mithilfe. Schmitz reichte den Holzhammer weiter an Schützenbruder Paul Bögel, der sogleich für Frischgezapftes sorgte. Was einen Schützenbruder scherzen ließ, ohne die Schützen gehe in Geilenkirchen eben gar nichts.

Der Kirmesfreitag war noch nicht der große Kracher, was die Geschäfte der Schausteller anbelangte. Insgesamt 15 Buden und Fahrgeschäfte waren auf dem Markt und auf den Parkplätzen am Kreisverkehr an der Konrad-Adenauer-Straße aufgebaut worden. Die Fahrgeschäfte, Schieß- und Imbissbuden waren schön illuminiert. Doch die Schausteller dürften an diesem ersten Kirmesabend kaum den Strom für die Glühbirnchen verdient haben. Currywurst und Pommes ließen sich zumindest an die wenigen Besucher verkaufen. Traditionell sind aber eh die Wochenendtage die besucherstärkeren Kirmestage.

Die Herbstkirmes ist halt nicht mit der Geilenkirchener Pfingstkirmes auf dem Beamtenparkplatz zu vergleichen. Auch wenn auf der Herbstkirmes durchaus nette Kirmesbuden anzutreffen waren, waren die Fahrgeschäfte wohl lediglich aus der Perspektive der kleinen Kirmesbesucher „groß“. Und große oder am besten noch größere Fahrgeschäfte sind es wohl, die eine Kirmes attraktiv für viele machen. Die drei Schützenbruderschaften traten am Sonntagnachmittag an der Konrad-Adenauer-Straße in Höhe des Amtsgerichts zum großen Kirmesfestumzug an. Die drei Brudermeister Berto Latten (Hünshoven), Lorenz Corsten (Bauchem) und Klaus Striebinger (Geilenkirchen) zogen mit ihren Bruderschaften runter zum Marktplatz. Die Schützenkapelle Hünshoven unterhielt mit einem Platzkonzert.

Kaufsonntag zieht Kunden an

Der Kaufsonntag sorgte am Sonntagnachmittag für reges Treiben in der Innenstadt. Die geöffneten Geschäfte und die Kirmes luden zum Bummeln und Verweilen ein. Der ebenfalls schon traditionelle Herbstmarkt bot am Sonntag parallel zur Herbstkirmes einen zusätzlichen Anreiz, die freien Stunden in Geilenkirchen zu verbringen. Es wurde ein der Jahreszeit angepasstes Sortiment feilgeboten. Im Rahmen der Herbstkirmes wurden im Haus Basten die Sieger des Pokalschießens der Schützenbruderschaften in der Stadt Geilenkirchen geehrt. Bürgermeister Georg Schmitz hatte die Schützen des Bezirksverbands Geilenkirchen zu einem Empfang in die gute Stube der Stadt eingeladen.

Er überreichte gemeinsam mit Bezirksbundesmeister Josef Kouchen, Schießmeister Rudi Baumanns und dem Organisator des Pokalschießens, Andreas Tegtmeyer, die Siegerpokale. Nach einem fairen Wettstreit hatte die St.-Hubertus-Schützengesellschaft Waurichen den 1. Platz errungen. Auf dem 2. Platz folgten die Vereinigten St.- Sebastianus- und Junggesellen Schützenbruderschaften Geilenkirchen, Dritter wurde die St.-Gereon- Schützenbruderschaft Würm und Vierter die St.-Johannes-Bruderschaft Lindern.

Brauchtum bietet Halt

Bürgermeister Georg Schmitz würdigte in seiner Ansprache zur Pokalverleihung das Schützenwesen: „Im ländlichen Raum ist es seit jeher so gewesen, dass man sich an Feierlichkeiten wie der Dorfkirmes oder dem Vogelschuss orientiert hat. Urlaube wurden danach geplant, festtagstaugliche Kleidung gekauft und die Familie zum Kirmeskaffee eingeladen. Es zeigt sich, dass Traditionen, Werte und Brauchtum Halt und Orientierung geben und dies sollte meines Erachtens nicht verloren gehen.“

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