Offenen Gartenpforte: Auch Familie Marx in Wassenberg öffnet ihre Türen

Park und Bauerngarten : Ein grünes Reich mit buntem Insektengarten

Am Tag der offenen Gartenpforte öffnet auch Familie Marx in Wassenberg ihre Türen. Und schon nach wenigen Metern Fußweg, auf denen der Besucher in Birgelen hinter einer unscheinbaren Hecke in ein riesiges Gartenparadies eingetaucht ist, begegnet er den ersten Schmetterlingen und vernimmt das Summen von Bienen.

Bis zu 300 Menschen sind es inzwischen, die Susanne und Stefan Marx an den Terminen der Aktion „Offenen Gartenpforte Rheinland“ in ihrem grünen Reich begrüßen und mit wertvollen Tipps für den eigenen Garten versorgen können.

Das Gartenreich der beiden, die sich schon seit vielen Jahren an der Aktion beteiligen, in diesem Jahr mit fünf Terminen, teilt sich in zwei Bereiche. Der erste ist ein mit Stauden gestalteter kleiner Park, der sich über rund 1100 Quadratmeter erstreckt und in dem Stefan Marx, von Beruf Industriemeister Metall, auch viele Schrottplatz-Funde gekonnt in Szene gesetzt hat. Daneben haben die beiden noch ein rund 1400 Quadratmeter großes Grundstück gepachtet und sehr naturnah in einen bunt blühenden Bauerngarten verwandelt. „Das ist ein richtiger Insektengarten geworden“, freut sich Susanne Marx und zeigt den Besuchern gerne ihre jüngste Anlage: ein kleiner Teich, der den Insekten als Trinkwasser-Reservoir dient.

Es gebe viele Pflanzen, die auch die pralle Sonne über den ganzen Tag gut aushalten würden, antwortet sie geduldig auf die Frage, welche Pflanzen sich wohl bei den aktuellen Hitzewellen am besten eignen, von denen gerade wieder eine bevorsteht. Vor allem alle mediterranen Kräuter würden da gut passen, sagt Susanne Marx und nennt als Beispiele Lavendel, Salbei oder Thymian. Aber auch heimische Pflanzen könnten für eine Bepflanzung in sonnigen Bereichen gewählt werden wie zum Beispiel die Karthäusernelke oder Quendel. Die Gärtnereien hätten früher kaum Stauden angeboten, erklärt die enthusiastische Gartenplanerin, gelernte Pharmazeutisch-Technische Assistentin, die im vergangenen Jahr jedoch ihr Hobby zum Beruf gemacht hat. „Aber da hat mittlerweile ein Umdenken stattgefunden. Das Angebot ist inzwischen breit gefächert.“

Richtig in Szene gesetzt werden die Schrottplatz-Funde von Stefan Marx zur sehenswerten Skulptur. Foto: Anna Petra Thomas

Überhaupt kein Verständnis hat sie für die Menschen, die ihre Gärten in reine Steingärten verwandeln. „Es gibt Kommunen, die das schon verbieten, und das ist gut so“, sagt sie. „Auch Wassenberg als Stadt, die auf Tourismus setzt, die sich als grün und blühend präsentiert, täte gut daran, da mitzuziehen.“ Da müssten sich die Politiker einfach auch mal trauen, sich unbeliebt zu machen.

Weiter führt sie ihre Besucher auf den einfachen Rasenwegen zwischen den Pflanzungen zu einer freien, sehr uneben anmutenden Fläche. „Hier ist Platz für Sandbienen und Erdhummeln, zeigt sie auf die kleinen Löcher im Boden. Weiter fällt der Blick auf Mohn, der zwischen Erdbeeren steht. „Kein Problem“, schmunzelt Susanne Marx und erklärt, dass sie in ihrem Garten auf sich selbst versamende Pflanzung setzt. Allerdings müsse man da auch immer wieder regulativ eingreifen, sonst würden sich mit der Zeit die starken Pflanzen durchsetzen, so ihr Rat.

Wer sich selbst einen Staudengarten anlegen wolle, könne mit ein paar Pflanzen anfangen, die sich durch Teilen im Herbst oder im Frühjahr leicht vermehren ließen. „So sieht der Garten immer anders aus, aber immer toll!“, strahlt sie und freut sich über die Besucher, die auch zum vierten Termin in diesem Jahr in ihren Garten gekommen sind. Ein fünftes Mal öffnen Susanne und Stefan Marx ihren Garten am Samstag, 14. September, von 13 bis 17 Uhr.

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